For­de­run­gen Bran­den­burg

Die Fri­days­For­Fu­ture Grup­pen aus Bran­den­burg ha­ben an­läss­lich der Land­tags­wahl For­de­run­gen auf­ge­stellt.

Prä­am­bel

Welt­weit wird die Zu­kunft un­se­rer und künf­ti­ger Ge­nera­tio­nen in­ner­halb des glo­ba­len Öko­sys­tems auf­grund der exis­ten­zi­el­len Be­dro­hung durch die Kli­ma­kri­se ge­fähr­det. Die Häu­fung von Wet­ter­ex­tre­men, Dür­ren und Über­schwem­mun­gen sind nicht mehr schau- ri­ge Zu­kunfts­sze­na­ri­en, son­dern be­reits bit­te­re Rea­li­tät für im­mer mehr Men­schen und Re­gio­nen. Und ob­wohl uns nach brei­tem wis­sen­schaft­li­chen Kon­sens nur noch sehr we- nig Zeit bleibt, um ei­ne stär­ke­re glo­ba­le Er­wär­mung mit schlimms­ten Aus­wir­kun­gen zu ver­hin­dern, ge­schieht auf po­li­ti­scher Ebe­ne wei­ter­hin viel zu we­nig, um das Kli­ma und die Öko­sys­te­me auf die­sem Pla­ne­ten schüt­zen, so­dass ei­ne le­bens­wer­te Zu­kunft für uns und al­le nach­fol­gen­den Ge­nera­tio­nen er­mög­licht wer­den kann.

Aus die­sem Grund for­dert Fri­days For Fu­ture Bran­den­burg auf al­len po­li­ti­schen Ebe­nen die Ein­hal­tung der Zie­le des Pa­ri­ser Kli­ma­ab­kom­mens so­wie des 1,5‑Grad-Ziels. Die Po­li- tik muss nach­hal­tig und zu­kunfts­ori­en­tiert in Ver­ant­wor­tung für zu­künf­ti­ge Ge­nera­tio­nen han­deln. Kli­ma­ge­rech­tig­keit darf nicht län­ger ver­nach­läs­sigt wer­den.

Au­ßer­dem for­dert Fri­days For Fu­ture Bran­den­burg die Lan­des­re­gie­rung und die Ab- ge­ord­ne­ten des bran­den­bur­gi­schen Land­tags da­zu auf, end­lich kon­se­quent nach ih­ren ver­fas­sungs­recht­li­chen Pflich­ten, al­so dem Ar­ti­kel 20a des Grund­ge­set­zes und dem Ar­ti­kel 39 der bran­den­bur­gi­schen Lan­des­ver­fas­sung, die na­tür­li­chen Le­bens­grund­la­gen zu schüt­zen.

Um das Pa­ri­ser Kli­ma­ab­kom­men ein­zu­hal­ten und die Erd­er­wär­mung auf 1,5 Grad zu be- gren­zen, müs­sen Kli­ma­schutz und öko­lo­gi­sche Nach­hal­tig­keit ge­gen­über al­len an­de­ren In­ter­es­sen höchs­te Prio­ri­tät ha­ben. Po­li­ti­sche Ent­schei­dun­gen sind in Ver­ant­wor­tung für kom­men­de Ge­nera­tio­nen zu tref­fen. Die Ge­sell­schaft und Po­li­tik von heu­te darf nicht auf Kos­ten der nach­fol­gen­den Ge­nera­tio­nen le­ben. Ei­ne Ab­kehr vom po­li­ti­schen und wirt­schaft­li­chen Dog­ma des ste­ti­gen Wachs­tums und ei­ne Hin­wen­dung zum Wirt­schaf- ten in­ner­halb der pla­ne­ta­ren Gren­zen muss zum Leit­bild ei­ner zu­kunfts­ori­en­tier­ten Po­li­tik wer­den.

Da­bei ist es uns als Be­we­gung wich­tig, dass der nö­ti­ge Wan­del un­ter öko­lo­gi­schen und so­zia­len As­pek­ten ge­recht ge­stal­tet wird. So­zia­le As­pek­te müs­sen in die Dis­kus­sio­nen und Ent­schei­dun­gen ein­be­zo­gen wer­den, oh­ne Öko­lo­gie und So­zia­les ge­gen­ein­an­der aus­zu­spie­len.

Da­zu kon­kre­te Plä­ne vor­zu­le­gen, ad­äqua­te Maß­nah­men zu ent­wi­ckeln und in Ge­set­zen zu ver­an­kern, ist Auf­ga­be der Re­gie­rung.

For­de­run­gen:

Sek­to­ren­über­grei­fend
  1. Kli­ma­neu­tra­li­tät des Lan­des Bran­den­burg bis 2035
  2. Ein­rich­tung ei­nes wis­sen­schaft­li­chen Kli­ma­bei­ra­tes der Lan­des­re­gie­rung
  3. Ein­satz der Lan­des­re­gie­rung auf Bun­des­ebe­ne für ei­ne jähr­lich an­stei­gen­de CO2- Steu­er, die sehr schnell in­fla­ti­ons­be­rei­nigt 180 Eu­ro pro Ton­ne CO2 (Äqui­va­lent) er­reicht
En­er­gie
  1. 100% er­neu­er­ba­re En­er­gie­ver­sor­gung Bran­den­burgs bis 2035. Das be­deu­tet, dass auch die En­er­gie für Ver­kehr und Woh­nen bis da­hin aus er­neu­er­ba­ren En­er­gi­en ge­ne­riert wer­den muss.
  2. Koh­le­aus­stieg bis spä­tes­tens 2030
  3. Schnel­le Fest­le­gung von ge­eig­ne­ten Flä­chen zum zü­gi­gen Aus­bau der Wind­kraft- und Frei­flä­chen-Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen
  4. Un­ter­stüt­zung der Lan­des­re­gie­rung für ein Re­powering von Wind­ener­gie­an­la­gen und Schaf­fung der da­für not­wen­di­gen Vor­aus­set­zun­gen in der Lan­des- und Re­gio­nal­pla­nung
  5. Schnel­ler Aus­bau von Pho­to­vol­ta­ik und So­lar­ther­mie auf Dach­flä­chen
Ver­kehr
  1. Mas­si­ver Aus­bau des An­ge­bots an öf­fent­li­chem Nah- und Re­gio­nal­ver­kehr in Bran- den­burg und Stär­kung sei­ner At­trak­ti­vi­tät
  2. Ei­ne Ver­kehrs­po­li­tik, die die Be­vor­zu­gung des mo­to­ri­sier­ten In­di­vi­du­al­ver­kehrs be­en­det und statt­des­sen den Rad­ver­kehr und ÖPNV an ers­te Stel­le setzt
  3. Mo­ra­to­ri­um für den wei­te­ren Aus­bau des Stra­ßen­ver­kehrs­net­zes in Bran­den­burg (Neu­bau und Er­wei­te­run­gen)
  4. Zwin­gen­de Vor­ga­be für die Fuhr­parks der lan­des­ei­ge­nen und kom­mu­na­len Flot­ten, die die Be­schaf­fung von Dienst­wa­gen, Nutz­fahr­zeu­gen und Bus­sen mit al­ter­na­ti­ven An­trie­ben zur Re­gel macht
Bau­en und Woh­nen
  1. Er­hö­hung der en­er­ge­ti­schen Sa­nie­rungs­ra­te auf 4,2% pro Jahr
  2. Ent­wick­lung ei­nes Maß­nah­men­plans, der die ge­sam­te CO2-Bi­lanz der Ge­bäu­de, von der Pro­duk­ti­on der Bau­stof­fe bis zur Ent­sor­gung, auf ein Mi­ni­mum re­du­ziert und da­bei al­ter­na­ti­ve Bau­stof­fe mit­ein­be­zieht
  3. Zu­nah­me der Flä­chen­ver­sie­ge­lung bis zum En­de der Le­gis­la­tur­pe­ri­ode auf 0 brin­gen
Öko­sys­te­me
  1. Ge­setz­li­che Vor­ga­ben hin zu kli­ma­wan­del­re­si­li­en­ten Laub(misch)wäldern in­ner­halb der nächs­ten Le­gis­la­tur­pe­ri­ode
  2. Re­na­tu­rie­rung und ef­fek­ti­ven Schutz von Moo­ren, die im Rah­men der Mach­bar­keits- stu­die zum Moor­schutz von 2013 min­des­tens mit ei­nem ho­hen Re­na­tu­rie­rungs­po­ten­ti­al ein­ge­stuft sind
  3. Prü­fung, ob es zu den der­zei­ti­gen Ge­neh­mi­gun­gen für die Be­trei­bung der Ta­ge- baue in Bran­den­burg Gut­ach­ten zur Um­welt­ver­träg­lich­keit gibt und ob die­se Gut­ach­ten auf ei­nem ak­tu­el­len Stand sind
Land­wirt­schaft
  1. Kei­ne wei­te­ren Ge­neh­mi­gun­gen für neue Mas­sen­tier­hal­tungs­an­la­gen
  2. Er­hö­hung des An­teils des öko­lo­gi­schen Land­baus auf min­des­tens 30% der land­wirt- schaft­lich ge­nutz­ten Flä­che bis zum Jahr 2024
  3. Re­du­zier­ter und be­darfs­ge­rech­ter Ein­satz von Dün­ge­mit­teln, Pflan­zen­schutz­mit­teln so­wie ge­eig­ne­te Puf­fer­zo­nen zu na­tür­li­chen Öko­sys­te­men