For­de­run­gen – Glos­sar

Glos­sar zu un­se­ren For­de­run­gen

1,5 °C‑Ziel: Das Ziel, die Erd­er­wär­mung lang­fris­tig auf un­ter 1,5 Grad ge­gen­über dem Ni­veau vor der In­dus­tria­li­sie­rung zu be­gren­zen.

Allge­mei­ne Er­klä­rung der Men­schen­rech­te: Ei­ne Re­so­lu­ti­on der Ver­ein­ten Na­tio­nen (UN), in der in 30 Ar­ti­keln fest­ge­hal­ten ist, wel­che grund­le­gen­den Rech­te je­dem Men­schen un­ab­hän­gig von Wohn­ort, Re­li­gi­on, Ge­schlecht etc. zu­ste­hen soll­ten.

Ar­ti­kel 20a Grund­ge­setz: „Der Staat schützt auch in Ver­antwor­tung für die künf­ti­gen Ge­nera­tio­nen die na­tür­li­chen Le­bens­grund­la­gen und die Tie­re im Rah­men der ver­fas­sungs­mä­ßi­gen Ord­nung durch die Ge­setz­ge­bung und nach Maß­ga­be von Ge­setz und Recht durch die voll­zie­hen­de Ge­walt und die Recht­spre­chung.“

CO2-Steu­er: Je nach­dem, wel­che Men­ge Treib­haus­ga­se aus­ge­sto­ßen wird, muss der Ver­ur­sa­cher da­für Geld zah­len. So wird be­wirkt, dass der Treib­haus­gas­aus­stoß ver­rin­gert wird. Bei der Ein­füh­rung der Steu­er wird ein Start­preis fest­ge­setzt, der dann an­steigt.

En­er­gie­ver­sor­gung: Die Ver­sor­gung mit En­er­gie ein­schließ­lich En­er­gie­trä­gern. Ei­ne 100% er­neu­er­ba­re En­er­gie­ver­sor­gung be­deu­tet al­so, dass auch der En­er­gie­be­darf in an­de­ren Sek­to­ren als der Strom­erzeu­gung, wie z.B. im Ver­kehr oder der Wär­me­be­reit­stel­lung durch er­neu­er­ba­re En­er­gi­en ge­deckt wird.

Er­neu­er­ba­re En­er­gi­en: En­er­gie­quel­len, die (fast) un­end­lich ge­nutzt wer­den kön­nen oder nach­wach­sen (Wind, Son­ne, Was­ser­kraft, Bio­mas­se, Erd­wär­me, Ge­zei­ten).

Exis­ten­zi­ell: Le­bens­wich­tig, be­trifft die Exis­tenz- und Le­bens­grund­la­gen und da­mit das Über­le­ben.

Fos­si­le En­er­gie­trä­ger: Koh­le, Öl und Gas

In­dus­tria­li­sie­rung: Ein Pro­zess, bei dem Hand­ar­beit durch Fa­brik­ar­beit ab­ge­löst wur­de.

In­itia­ti­ve: Ers­ter Hand­lungs­schritt

IPCC: In­ter­go­vernmen­tal Pa­nel on Cli­ma­te Chan­ge, der Welt­kli­ma­rat. Hier er­ar­bei­ten tau­sen­de Wissenschaftler*innen eh­ren­amt­lich ei­ne Zu­sam­men­fas­sung des welt­wei­ten Wis­sens­stan­des zum Kli­ma­wan­del.

Kipp­punk­te des Kli­mas: Über­gang von ei­nem Zu­stand des Kli­mas in ei­nen neu­en. Dies pas­siert bei Über­schrei­tung ei­ner be­stimm­ten Er­wär­mung sehr schnell und kann spä­ter nicht mehr rück­gän­gig ge­macht wer­den. Er­wär­men wir die Er­de wei­ter, wird bei­spiels­wei­se der tro­pi­sche Re­gen­wald ab­ster­ben, der gro­ße Men­gen an Koh­len­stoff spei­chert. Da­durch wür­den gro­ße Men­gen an Treib­haus­ga­sen frei­ge­setzt wer­den, die die Erd­er­wär­mung zu­sätz­lich an­trei­ben wür­den.

Kli­ma­ge­rech­tig­keit: Die Län­der mit ei­nem gro­ßen Treib­haus­gas­aus­stoß müs­sen ih­re Ver­ant­wor­tung da­für über­neh­men und ge­mein­sam mit den är­me­ren Län­dern Lö­sun­gen su­chen und um­set­zen.

Kli­ma­kri­se: Die nie da­ge­we­se­ne Her­aus­for­de­rung für die Mensch­heit durch den Kli­ma­wan­del.

Kli­ma­schutz­ge­setz: Ein Ge­setz, mit dem sich die Bun­des­re­gie­rung ver­bind­lich ver­pflich­tet, kurz­fris­ti­ge und lang­fris­ti­ge Kli­ma­zie­le ein­zu­hal­ten und ver­bind­li­che Vor­ga­ben und Maß­nah­men für das Er­rei­chen der Zie­le in den ver­schie­de­nen Sek­to­ren fest­legt.

Kli­ma­sys­tem: Zu­sam­men­fas­sung al­ler Be­stand­tei­le, die das Kli­ma bil­den und ver­än­dern (At­mo­sphä­re, Ozea­ne, Se­en, Flüs­se, Eis und Schnee, Bö­den und Ge­stein, Bio­sphä­re). Kom­mu­nal­ebe­ne: Die po­li­ti­sche Ver­wal­tung in Ge­mein­den und Städ­ten

Net­to­null: Es wird nur die Men­ge Treib­haus­ga­se aus­ge­sto­ßen, die durch na­tür­li­che Pro­zes­se (z. B. Wachs­tum von Pflan­zen) wie­der auf­ge­nom­men wird.

Oko­sys­tem: Zu­sam­men­spiel von Le­bewesen ver­schie­de­ner Ar­ten und ih­rem Le­bens­raum

Pa­ri­ser Ab­kom­men; auch: Über­ein­kom­men von Pa­ris: Die ver­bind­li­che Ver­ein­ba­rung von 196 Staa­ten mit dem Ziel, die Erd­er­wär­mung bei mög­lichst 1,5 Grad ge­gen­über dem Ni­veau vor der In­dus­tria­li­sie­rung zu stop­pen.

Pla­ne­ta­re Gren­zen; auch: Be­las­tungs­gren­zen der Er­de; Gren­zen, bei de­ren Über­schrei­tung die Sta­bi­li­tät der heu­ti­gen Öko­sys­te­me und die Le­bens­grund­la­gen des Men­schen ge­fähr­det sind und un­um­kehr­ba­re Schä­den dro­hen. Zu den pla­ne­ta­ren Gren­zen zäh­len z. B. Ar­ten­ster­ben, Kli­ma­wan­del, Was­server­brauch und Land­nut­zung.

Prio­ri­sie­rung: Pro­zess, in dem fest­ge­legt wird, was drin­gend ist und da­her Vor­rang hat.

Sek­to­ren: Be­rei­che, Ge­bie­te (z. B. Land­wirt­schaft, Trans­port)

Sek­to­ren­über­grei­fend: Meh­re­re Sek­to­ren be­tref­fend

Sub­ven­tio­nen: Geld­zu­schüs­se vom Staat an Un­ter­neh­men, Be­trie­be oder Ein­zel­per­so­nen, um das Wirt­schafts­ge­sche­hen zu be­ein­flus­sen. Ne­ben Fi­nanz­hil­fen und Steu­er­ver­güns­ti­gun­gen mei­nen wir hier ex­pli­zit auch in­di­rek­te Sub­ven­tio­nen.

Sub­ven­tio­nen für fos­si­le En­er­gie­trä­ger: Sub­ven­tio­nen für die För­de­rung, Ver­ar­bei­tung und Nut­zung von Koh­le, Öl und Gas. Die deut­sche Re­gie­rung sub­ven­tio­niert laut UBA Koh­le, Öl und Gas mit ca. 45 Mil­li­ar­den Eu­ro pro Jahr.

Treib­haus­gas­emis­sio­nen: Aus­stoß von Ga­sen, die den Treib­haus­ef­fekt ver­stär­ken und so zur Erd­er­wär­mung füh­ren (vor al­lem CO2, Me­than und Lach­gas)

UBA: Um­welt­bun­des­amt; die zen­tra­le staat­li­che Um­welt­be­hör­de Deutsch­lands

Un­ge­brems­te Erd­er­wär­mung: Falls es der Mensch­heit nicht ge­lingt, die Treib­haus­gas­emis­sio­nen in den nächs­ten Jah­ren und Jahr­zehn­ten dras­tisch zu re­du­zie­ren, wer­den wir die Kipp­punk­te des Kli­ma­sys­tems über­schrei­ten und die Erd­er­wär­mung dann auch mit dra­ma­ti­schen Ein­spar­maß­nah­men von Treib­haus­ga­sen nicht mehr stop­pen kön­nen. So­lan­ge wir das 1,5 °C‑Ziel ein­hal­ten, wird sich das Kli­ma lang­fris­tig auf die­ser Tem­pe­ra­tur sta­bi­li­sie­ren und die Er­de sich so­mit nicht wei­ter er­wär­men.