For­de­run­gen Sach­sen

Die Fri­days­For­Fu­ture Grup­pen aus Sa­chen ha­ben an­läss­lich der Land­tags­wahl For­de­run­gen auf­ge­stellt.

Prä­am­bel

Wir for­dern, dass kon­se­quen­ter Kli­ma­schutz zur Ein­hal­tung des 1,5 °C‑Ziels ab so­fort der Maß­stab ist. 

Schon jetzt spü­ren wir die Fol­gen ei­ner un­zu­rei­chen­den Kli­ma­po­li­tik – auch in Sach­sen: von Ern­te­aus­fäl­len, Wald­brän­den bis hin zu Hit­ze­to­ten. Da­bei be­fin­den wir uns, als Teil des glo­ba­len Nor­dens und als In­dus­trie­staat in ei­ner ver­gleichs­wei­se sehr pri­vi­le­gier­ten und ge­si­cher­ten Si­tua­ti­on. In an­de­ren Re­gio­nen hin­ge­gen, ins­be­son­de­re dem glo­ba­len Sü­den, le­ben Men­schen kli­ma­be­dingt in exis­tenz- und le­bens­be­droh­li­chen Zu­stän­den oder müs­sen vor die­sen flie­hen. Die Schä­den des Nichts­tuns wer­den be­reits jetzt auf bis zu 62 Mil­li­ar­den Eu­ro bis 2030 ge­schätzt – al­lein für Deutsch­land [1]. Die Kli­ma­kri­se wird je­doch nicht nur Geld, son­dern auch un­zäh­li­ge Men­schen­le­ben kos­ten, wenn wir nicht jetzt han­deln.

Des­halb for­dern wir nach­drück­lich, in Sach­sen sämt­li­che Maß­nah­men zu er­grei­fen, die zu ei­nem grund­le­gen­den Struk­turum­bruch im Sin­ne des Kli­ma­schut­zes füh­ren. Da­bei ist es un­ab­ding­bar, dass die Maß­nah­men nicht zu Las­ten der Be­trof­fe­nen ins­be­son­de­re von Men­schen im länd­li­chen Raum und fi­nan­zi­ell schwä­cher Ge­stell­ten um­ge­setzt wer­den, son­dern, dass sie zu ei­ner so­zi­al ge­rech­ten Zu­kunft bei­tra­gen – nur so sind Kli­ma­schutz­maß­nah­men trag­fä­hig und zu­kunfts­taug­lich.

Wir sind Fri­days For Fu­ture, ei­ne Be­we­gung, die vor al­lem von jun­gen Men­schen ge­tra­gen wird, doch es ist nicht al­lein die Auf­ga­be der Ju­gend, Kli­ma­schutz und Kli­ma­ge­rech­tig­keit ein­zu­for­dern. Es darf nicht al­lein die Ju­gend sein, die die­se Ka­ta­stro­phe ver­hin­dert. Statt­des­sen sind sämt­li­che Politiker*innen und die Re­gie­rung des Frei­staats Sach­sen ge­fragt.

Lie­be Politiker*innen,

die Kli­ma­kri­se ist die größ­te Her­aus­for­de­rung der Ge­gen­wart und Zu­kunft. Das pla­ne­ta­re Gleich­ge­wicht ge­rät aus den Fu­gen, wäh­rend ihr ta­ten­los zu­schaut. 

Es ist 3vor12 – ACT NOW!

For­de­run­gen:

Um ei­ne jähr­li­che Sen­kung der Treib­haus­gas­emis­sio­nen um 23 % im Ver­gleich zum Vor­jahr be­gin­nend 2020 zu er­rei­chen, braucht Sach­sen: 

  • ein Kli­ma­schutz­ge­setz und ei­ne Neu­auf­la­ge des ver­al­te­ten En­er­gie- und Kli­ma­pro­gramms. Die­ses muss bis En­de 2019 er­ar­bei­tet und bis spä­tes­tens Au­gust 2020 ver­ab­schie­det wer­den. Die fol­gen­den For­de­run­gen müs­sen da­bei um­ge­setzt wer­den:

…KOHLEAUSSTIEG:

Wir for­dern den sach­sen­wei­ten Koh­le­aus­stieg bis spä­tes­tens 2030, Ab­schal­tung der Blö­cke N und P des Kraft­werks Box­berg bis En­de 2019.

WÄRMEWENDE:

Wir for­dern die Be­schleu­ni­gung der Wär­me­wen­de in Sach­sen.

ERNEUERBARE ENERGIEN

Wir for­dern den weit­rei­chen­der Aus­bau von Wind­kraft­an­la­gen und ei­ne ver­pflich­ten­de In­stal­la­ti­on von Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen auf al­len ge­eig­ne­ten Neu­bau­ten.

VERKEHR

Wir for­dern den kli­ma­schäd­li­chen In­di­vi­du­al­ver­kehr durch kli­ma­freund­li­chen öf­fent­li­chen Per­so­nen­ver­kehr zu er­set­zen

LANDWIRTSCHAFT

Wir for­dern die Aus­rich­tung der Land­wirt­schaft und der Fleisch­pro­duk­ti­on am 1,5°C Ziel durch ei­ne so­for­ti­ge Agrar- und Er­näh­rungs­wen­de

BIODIVERSITÄT

Wir for­dern die Ver­ab­schie­dung ei­nes ver­schärf­ten Na­tur­schutz­ge­set­zes bis 2020 mit dem Ziel, das sechs­te Mas­sen­aus­ster­ben zu stop­pen.

BILDUNG

Wir for­dern die kon­se­quen­te Um­set­zung des Prin­zips von „Bil­dung für Nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung (BNE)“ ent­spre­chend der UN-Vor­ga­ben bis En­de 2020

JUGENDBETEILIGUNG

Wir for­dern die Stär­kung der Ju­gend­be­tei­li­gung in Sach­sen durch die Sen­kung des Wahl­al­ters und Schaf­fung ei­nes säch­si­schen Ju­gend­par­la­ments mit In­itia­tiv­recht bis spä­tes­tens 2021

BUNDESEBENE

Wir for­dern, dass sich die Lan­des­re­gie­rung auf Bun­des­ebe­ne für die Um­set­zung der bun­des­wei­ten „Fri­days for Fu­ture“- For­de­run­gen  ein­setzt.

Al­le Maß­nah­men und Fort­schrit­te im Sin­ne die­ser For­de­run­gen müs­sen trans­pa­rent ge­macht und in ei­nem jähr­lich ver­öf­fent­lich­ten Kli­ma­schutz­be­richt mit Fo­kus auf die CO2-Re­duk­ti­on do­ku­men­tiert wer­den. Die­ser Be­richt muss im Be­son­de­ren die So­zi­al­ver­träg­lich­keit der um­ge­setz­ten Maß­nah­men und ih­ren Ein­fluss auf Ge­nera­tio­nen- und glo­ba­le Kli­ma­ge­rech­tig­keit er­fas­sen.

Es ist 3vor12. Jetzt ist das Zeit­fens­ter, et­was in Be­we­gung zu set­zen. Jetzt lässt sich die Kli­ma­kri­se noch auf­hal­ten. Nicht in 10 Jah­ren, nicht in 5 Jah­ren. Jetzt!

Wei­te­re In­for­ma­tio­nen