#week4CLIMATE

Was ist die #week4CLIMATE?

Da am 20. Sep­tem­ber das Kli­ma­ka­bi­nett der Bun­des­re­gie­rung tagt und am 23. Sep­tem­ber der Cli­ma­te Ac­tion Sum­mit der UN statt­fin­det, streikt Fri­days for Fu­ture Deutsch­land ei­ne Wo­che lang vom 21. Sep­tem­ber bis zum 27. Sep­tem­ber 2019 un­ter dem Na­men #week4CLIMATE. Da­bei wird an je­dem Tag zu ei­nem un­ter­schied­li­chen The­ma de­mons­triert. Je­der Buch­sta­be des Wor­tes „cli­ma­te“ steht für ein The­men­ge­biet. Die The­men­ge­bie­te fin­det ihr mit kur­zer Er­klä­rung un­ten.

Mit der Ak­ti­ons­wo­che for­dern wir ei­ne kon­se­quen­te­re Kli­ma­po­li­tik. Das Mot­to der #week4CLIMATE lau­tet: „Sie­ben Ta­ge – sie­ben The­men – ein Ziel: die Ret­tung der Er­de“. Je­den Tag ver­an­stal­ten wir in je­weils ei­ner oder meh­re­ren Städ­ten ei­ne so­ge­nann­te Fo­kus­de­mons­tra­ti­on, die ei­nen the­ma­ti­schen Be­zug zum je­wei­li­gen The­men­ge­biet hat und zu der wir pro­mi­nen­te Gäs­te ein­la­den. Mit Ak­tio­nen wie Work­shops, Film­aben­den, Lern­spie­len oder Po­di­ums­dis­kus­sio­nen wol­len wir auf­zei­gen, wie fa­cet­ten­reich und schön die Er­de ist und in­wie­weit sie vom Men­schen zer­stört wird.

C wie Clean oceans

Der Auftakt der #week4CLIMATE findet unter dem Motto "Clean oceans" am Samstag, den 21. September, in der Küstenstadt Stralsund statt.

Stralsund hat einen direkten Zugang zur Ostsee, welche ein beliebtes touristisches Ziel ist. Dabei gilt die Ostsee als eines der verschmutztesten Meere der Welt: Bis zu 25 Prozent des Meeresbodens ist biologisch tot, das bedeutet, dass kein Sauerstoff mehr dorthin gelangt. Neben Plastik, Pestiziden und industriellen Abfällen befinden sich auch radioaktive Schadstoffe im Wasser. Besonders große Mengen Phosphor, Stickstoff und Schwermetalle schaden dem lokalen Ökosystem sehr. Stark davon betroffen ist der Schweinswal, welcher keine natürlichen Fressfeinde besitzt, aber durch anthropogene Bedrohungen wie Fischernetze, Verschmutzung durch Plastik, Industriemüll, laute Schiffe und Offshore-Parks bereits vom Aussterben bedroht ist. Viele dieser Umweltgifte gelangen durch die Nahrung des Schweinswals in den Organismus. Andere Schweinswale verwechseln Plastik mit Plankton, welches sich langfristig anlagert. So entstehen auf Dauer Mutationen, Unfruchtbarkeit oder Krankheiten.

Der Klimawandel hat an der Ostsee schon zu einem Meeresspiegelanstieg geführt und damit zu häufigeren Sturmfluten. Das Wasser erwärmt sich, wodurch Fische ihren Lebensraum verlieren. Die Ozeane sind das grundlegende Ökosystem unserer Erde, die Grundlage der meisten Nahrungsketten. Sie beherbergen unzählige schützenswerte Tierarten, Korallenriffe und Mikroorganismen. All dies muss dringend geschützt werden. Nicht nur Plastik vermutzt unsere Ozeane. 

Aufgrund der außerordentlich wichtigen Rolle, die die Meere auf unserem Planeten einnehmen, läuten wir die #week4CLIMATE mit einer Fokusdemonstration in Stralsund ein.

L wie Life-giving forests

Der zweite Tag der #week4CLIMATE, der 22. September, wird sich mit dem Thema "Life-giving forests" beschäftigen und die Bedeutung der grünen Lungen unserer Erde hervorheben. Wälder können CO2-Quellen und -Speicher sein. Aktuell wird jährlich eine Waldfläche in der Größe Österreichs abgeholzt. Das ist äquivalent zu ca. zehn Prozent der jährlich weltweit ausgestoßenen Treibhausgase. Dabei könnten mit dem Aufforsten von Wäldern gut zwei Drittel der gesamten emittierten Treibhausgase gebunden werden. Damit ist die Aufforstung von Wäldern die aktuell beste Methode zur Bekämpfung der Klimakrise. Um die CO2-speichernde Wirkung der Wälder zu nutzen, muss die Rodung gestoppt und ein Ausbau der Waldflächen angestrebt werden. Der Hambacher Forst bei Köln ist eines der letzten natürlichen Wälder in Deutschland und soll für die Verbrennung von Kohle weichen. Dabei ist der Hambacher Wald in den letzten Jahren zu einem der größten Symbole für Klimagerechtigkeit geworden. Das ist doppelt schädlich fürs Klima! Darauf wollen wir am Tag der "Life-giving forests" aufmerksam machen.

Deswegen findet am 22. September die Fokusdemonstration in Köln mit anschließenden Aktionen am Hambacher Wald statt. Die Menschen, die seit Jahren für den Erhalt der Bäume dort kämpfen, haben schon im Herbst 2018 viel erreichen können und sind weiterhin ein wichtiger Teil der globalen Klimagerechtigkeitsbewegung.

Mehr Infos zum Hambacher Forst: https://hambacherforst.org/

I wie Ice landscapes

Der dritte Tag der #week4CLIMATE, der 23. September, dreht sich um das Thema "Ice landscapes" - Eislandschaften. 

Zu den Eislandschaften zählen die Arktis, die Antarktis und Gletscher. Sie sind für die Erde und ihre Bewohner von großer Bedeutung, da sie große Mengen an Süßwasser speichern und somit unsere Wasserversorgung sichern. Zudem wird an ihrer weißen Oberfläche das auf die Erde treffende Sonnenlicht reflektiert. Durch diesen Albedo-Effekt schützen Eis und Schnee die Erde vor der Erwärmung.

Außerdem ist die Region Heimat für viele, faszinierende Tiere. In der Arktis existiert das größte auf dem Land lebende Raubtier - der Eisbär. In der Antarktis ist Krill zu finden, welches die Lebensgrundlage für Pinguine, Wale und Robben darstellt. 

Durch den Klimawandel und die daraus folgende Erderwärmung schmelzen das Eis und der Schnee in einem rasanten Tempo. Dadurch können die Oberflächen das Sonnenlicht nicht mehr reflektieren und die Erde heizt sich immer weiter auf. Außerdem tauen die Permafrostböden auf, was einen starken Effekt auf das Klima hat: Es wird Methan freigesetzt, welches 25-mal so schädlich wie CO2 ist. 
Auch die Tierwelt ist in Gefahr, denn die Eisbären, Pinguine etc. verlieren ihren Lebensraum und ihre Nahrungsgrundlage.

Die Fokusdemo am 23. September wird in Berchtesgaden stattfinden, da sich dort der "Blaueisgletscher" befindet, der aufgrund des Klimawandels in 20 bis 30 Jahren geschmolzen sein wird.Die Alpen sind beliebte Urlaubsziele und viele Touristen schätzen die Natur. Deswegen muss ihr endlich gebührender Schutz zukommen und wir können nicht mehr tatenlos bei der Zerstörung zusehen.

M wie Marshlands

Am vierten Tag der #week4CLIMATE, am 24. September, soll es um das Thema "Marshlands", also Moore und Feuchtgebiete, gehen. Moore bieten einen wichtigen Lebensraum für vom Aussterben bedrohte Pflanzen- und Tierarten wie z.B. den Hochmoor-Laufkäfer, die Alpen-Smaragdlibelle oder das Zierliche Wollgras. Obwohl sie mit etwa vier Millionen Quadratkilometern Fläche nur ca. drei Prozent der weltweiten Fläche ausmachen, speichern sie doppelt so viel Kohlenstoff wie alle Wälder der Welt zusammen. Durch die Trockenlegung der Moore, die wir in den letzten Jahrzehnten, Jahren und leider auch heute noch erleben, oxidiert der in den Feuchtgebieten gespeicherte Kohlenstoff und gelangt als klimaschädliches CO2 in die Atmosphäre. Auch etwa 300-mal klimaschädlicheres Lachgas wird bei der Entwässerung der Moore freigesetzt.

Die Demonstration in Coburg wird an diesem Tag im Fokus stehen, da sich das Moor bei Rottenbach in der Nähe befindet und weiterhin geschützt werden muss. Auch im Rottenbacher Moor gibt es viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten wie bspw. die Moosbeere, den Sonnendau, die Schafgarben sowie verschiedene Libellen- und Spechtarten. Das Moor ist mit 8,2 Hektar das größte Hochmoor Deutschlands und steht bereits aus oben genannten Gründen unter Naturschutz. Während der Neuzeit streckten sich Moore ganz über das Coburger Land. Es liegt am südlichen Rand des Thüringer Waldes.

A wie Asymmetry global north vs. global south

Das Thema des fünften Tages, dem 25. September, lautet ,,Asymmetry global north vs. global south". Dabei geht es um globale Klimagerechtigkeit. 80 Prozent aller bisherigen Treibhausgasemissionen wurden von lediglich 20 Prozent der Weltbevölkerung ausgestoßen. Diese 20 Prozent sind zudem die Wohlhabensten der Welt. Der Wohlstand Europas und Nordamerikas fußt auf dem Verbrennen fossiler Energieträger und damit dem Ausstoßen von Treibhausgasen. Deshalb kommt dem globalen Norden eine besondere Verantwortung zu. Gleichzeitig sind heute die ersten Auswirkungen der Klimakrise in Regionen des globalen Südens spürbar. Extremere Dürren, Meeresspiegelanstieg und zunehmende Extremwetterereignisse kosten heute schon Existenzen und Leben. Auf dieses Missverhältnis von Ursache (Norden) und Folgen (Süden) wollen wir an Tag fünf aufmerksam machen!

Die Fokusdemonstration dazu wird in Frankfurt am Main stattfinden. Frankfurt ist eine der internationalsten Städte Deutschlands. 2017 überstieg der Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund erstmals die 50-Prozent-Marke. 90 Prozent aller Nationalitäten der Welt sind in Frankfurt zu finden. Aus diesem Grund ist der Asymmetrie-Tag dort einer der wichtigsten Tage der gesamten Aktionswoche. Wir wollen die Vielfalt der Menschen der Stadt und die Vielfalt ihrer Bezüge zu den ökologischen Problemen unserer Welt zeigen. 

T wie Trustworthiness of governments

Am sechsten Tag, dem 26. September, beschäftigen wir uns mit dem Thema "Truthworthiness of governments". An diesem Tag lautet die Leitfrage: Sind unsere Regierungen noch vertrauenswürdig?Die letzten Bundesregierungen unter Angela Merkel versprachen, Wege zu finden, um bis 2020 die deutschen Treibhausgasemissionen um 40 Prozent zu senken, doch die CDU vernachlässigte diese Ziele. Außerdem unterstützt Frau Merkel angeblich die Fridays-for-Future- Bewegung, wehrt sich aber dagegen, den Klimaschutz zum Kernthema der EU-Strategie zu machen.

In der letzten Zeit wurde der Klimawandel und -schutz zwar immer öfter auch von Politiker*innen erwähnt, doch nur in zahlreichen Debatten. Wirkungsvolle Handlungen folgten noch nicht. Außerdem soll Deutschland erst im Jahr 2050 klimaneutral werden, das ist 15 Jahre zu spät! Im Pariser Klimaabkommen haben sich die Unterzeichner*innen nicht nur auf das 1,5°C-Ziel festgelegt, sondern auch die Verantwortung für die existenzielle Krise ganz klar den Industrienationen zugeschrieben. Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, haben sich die reichen Staaten verpflichtet, früh genug klimaneutral (im Falle Deutschlands 2035) zu werden, sodass anderen Schwellenländern genug Zeit bleibt. Die Umstellung zu erneuerbaren Energien muss auch dort bewerkstelligt werden -  ohne dringende Maßnahmen wie Ausbau medizinischer Versorgung und Infrastruktur vernachlässigen zu müssen. Die deutsche Bundesregierung hat dieses Abkommen unterzeichnet und muss es endlich einhalten.

Passend zum Thema finden die Fokusdemonstrationen in den Hauptstädten der Bundesländer statt, denn Klimaschutz beginnt auf lokaler Ebene. Ganz nach dem Motto 'Think global, act local' fordern wir jedes Bundesland, jede Stadt und Kommune auf, Vorreiter auf dem Weg zu konsequentem Klimaschutz zu werden.

E wie Earth

Das Finale der Streikwoche am Freitag, den 27. September, verknüpft alle vorherigen Themen. Mit besonderen Aktionen soll auf den Facettenreichtum und die Schönheit der Erde aufmerksam gemacht werden. Die Erde verbindet eine Reihe einzigartiger Umstände, die überhaupt erst jegliches Leben in dieser Form möglich machen. Wir 7,6 Milliarden Menschen sollten uns bewusst sein, dass wir mit unserem aktuellen Konsumverhalten nur nachhaltig handeln würden, wenn wir mehr als 1,7 Erden hätten. Dem sollten sich die Menschen wieder zusehends bewusst werden und für den Erhalt ihrer Lebensgrundlage einstehen. Am 27. September wird in vielen Ländern der Earth Strike stattfinden und auch in Deutschland schließen sich viele Organisationen diesem Thema an. 

Auch Fridays for Future greift diese Thematik auf und ruft zu deutschlandweiten Aktionen auf. Die Fokusdemonstrationen werden an diesem Tag in Bonn, Nürnberg und Verden stattfinden. Dies sind drei verschieden große Städte, wobei jede in gewisser Weise für alle von Bedeutung ist. Klimaschutz muss überall passieren, ob Stadt oder Land, Westen oder Osten, Norden oder Süden, im Kleinen wie im Großen.An diesem Tag muss der internationale Zusammenhalt unserer Bewegung deutlich gemacht werden; wir müssen zeigen, dass die Klimakrise ein globales Problem ist und somit globales Handeln erfordert.

Weitere Infos: https://www.earth-strike.com/en/mission/