Fridays for Future ruft zu einer bundesweiten Protestwoche gegen die Energiepolitik von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche auf. Auftakt sind Großdemonstrationen am Samstag, den 18. April 2026 in Berlin, Hamburg, Köln und München. Darauf folgen dezentrale Proteste in über 50 Städten am Freitag, den 24. April 2026. Die Aktivist*innen fordern eine konsequente Energiewende und den Ausstieg aus fossilem Gas. Kritisiert werden die Pläne von Katherina Reiche, den Ausbau von Wind- und Solarkraft einzuschränken und in neue Gaskraftwerke zu investieren.
„Die Energiekrise trifft viele Menschen hart. Aber Energiekrisen löst man nicht, indem man immer mehr Geld in fossile Energien und Konzerne steckt – doch genau das versucht die Bundesregierung. Alle ihre Pläne bremsen bewusst den Ausbau der Erneuerbaren und gefährden eine saubere, sichere und bezahlbare Energiezukunft. Das ist gefährlich, rücksichtslos und fahrlässig – denn all das ist und bleibt teuer und zerstört das Klima!„, sagt Nele Evers von Fridays for Future.
Die aktuelle Energiepolitik setzt laut Fridays for Future falsche Anreize, indem fossile Energien kurzfristig entlastet werden, statt den Umstieg auf erneuerbare Lösungen zu beschleunigen. Eine nachhaltige Krisenstrategie müsste auf den schnelleren Ausbau erneuerbarer Energien und eine Reduktion fossiler Abhängigkeiten setzen, wie es Länder wie Frankreich bereits als Reaktion auf die Energiekrise tun. Durch Tankrabatt, neue Gaskraftwerke und Abkehr vom Verbrenner-Aus mache Wirtschaftsministerin Katherina Reiche Deutschland allerdings auf Jahrzehnte abhängig von den fossilen Energien, die für die Preisschocks verantwortlich sind.
Hintergrund ist unter anderem das Spritpreis-Paket, welches von führenden Ökonom*innen deutlich kritisiert wird. Ähnlich wie der Tankrabatt der Ampelregierung wird diese Maßnahme als ineffizient und sozial ungerecht bewertet, da sie breit streut und klimapolitisch falsche Anreize setzt. Statt kurzfristiger Entlastungen ohne Lenkungswirkung brauche es strukturelle Reformen. Dem setzt Fridays for Future 25 eigene Vorschläge entgegen, welche sozial gerechte und klimafreundliche Entlastungen ermöglichen sollen. Mit Maßnahmen wie der Wiedereinführung des 9€ Tickets, der Auszahlung eines Energiegeldes oder einer Privatjetsteuer könntenschnelle und unbürokratische Unterstützungen erfolgen und gleichzeitig der Öl- und Gasverbrauch reduziert werden.
“Katherina Reiche betreibt eine scheinheilige Energiepolitik, die komplett an der Realität vorbeigeht. Ihre Argumente lässt sie direkt von Gaskonzernen schreiben und untergräbt damit jegliche Vorstellung von einer Energiepolitik für alle Menschen. Mit jedem dreckigen Gasdeal und jeder Blockade bei den Erneuerbaren befeuert Reiche ohne zu zögern die Klimakrise weiter. Die Wirtschaftsministerin hat wieder und wieder deutlich gemacht, dass ihr die Klimaziele und damit eine gerechte Zukunft egal sind – das nehmen wir nicht hin!“, kommentiert Yasin Hinz von Fridays for Future.
In folgenden Städten finden am 18.04.2026 Demos statt
– Berlin (Invalidenpark), 12:00 Uhr
– Hamburg (Jungfernstieg), 12:00 Uhr
– Köln (Heumarkt), 12:00 Uhr
– München (Siegestor), 12:00 Uhr
Eine Übersicht mit Aktionen am 24.04.2026 ist hier zu finden (https://fridaysforfuture.de/aktionstag-24-4-2026/)
Wir laden alle Journalist*innen herzlich ein, die Proteste am 18. sowie am 24. April vor Ort zu begleiten. Gerne stellen wir Kontakt zu den Organisator*innen vor Ort her.
