Statement: Merz muss über fossilen Schatten springen – Fridays for Future zur UN-Prognose 2,8 Grad Erderhitzung

Laut dem heute veröffentlichten Emissions Gap Report des UN-Umweltprogramms steuert die Welt auf eine Erderhitzung von 2,8 Grad bis 2100 zu. Bei Umsetzung aller angekündigten Maßnahmen wären es demnach 2,6 Grad. Das bestmögliche Szenario im Bericht prognostiziert eine Erderhitzung von 1,7 bis 1,8 Grad bei der Umsetzung radikaler Maßnahmen.

Nele Evers von Fridays for Future Deutschland kommentiert den Bericht:

„2015 wurde das Pariser Klimaabkommen geschlossen. Elf Jahre später rückt die Welt immer weiter vom Kurs auf unter 1,5 Grad Erhitzung ab. Statt konsequenter und gerechter Klimaschutzmaßnahmen erleben wir ein neues fossiles Projekt nach dem anderen: Tankrabatt, Gaskraftwerke, Autobahnen. Das ist unfassbar und verantwortungslos. Die Klimakrise auf 1,5 Grad zu begrenzen ist keine nette Empfehlung, keine ausgedachte Zahl, sondern die äußerste Grenze des Aushaltbaren. Wie können Regierungen auf dieser Welt es verantworten, diese Grenze so enorm zu reißen? Bei all diesen Szenarien geht es nicht um ein bisschen wärmere Temperaturen. Jedes Zehntelgrad entscheidet darüber, wie hoch das Risiko für tödliche Fluten, extreme Hitzesommer oder unbewohnbare Regionen auf der Welt ist. Es geht darum, ob Ernten eingefahren werden können, ob Häuser stehen bleiben, ob unzählige Menschen überleben.

Dieser UN-Bericht ist ein riesiges Alarmsignal, dass die Bundesregierung nicht ignorieren darf. Friedrich Merz und seine Regierung müssen sich zusammenreißen und über ihren fossilen Schatten springen. Die anstehende Weltklimakonferenz muss das Pariser Klimaabkommen bestärken und endlich einen klaren Plan für den Ausstieg aus den fossilen Energien verabschieden. Dafür muss die Bundesregierung liefern, was sie versprochen hat: endlich ausreichend Gelder für internationale Klimamaßnahmen bereitstellen! Die Länder, die am wenigsten zur Klimakrise beigetragen haben, tragen schon heute ihre härtesten Folgen. Ihnen wurde finanzielle Unterstützung zugesagt, bekommen haben sie bisher nur leere Worte. Dafür gehen wir am 13. November auf die Straße! Für eine Politik, die die Menschen schützt und nicht die Krise weiter anheizt!“

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