Strei­ken – FAQ

Fra­gen und Ant­wor­ten zum The­ma Strei­ken

All­ge­mein

Wie or­ga­ni­sie­re ich ei­nen Streik in mei­ner Stadt?

Da­zu fin­dest du hier ei­nen Leit­fa­den.

Wich­tig: Es ist rat­sam, den Streik so früh wie mög­lich an­zu­mel­den. Dann kannst du näm­lich bei recht­li­chen Rückfragen/Schwierigkeiten noch Un­ter­stüt­zung be­kom­men.

Wie ver­net­ze ich mich mit an­de­ren?

Gibt es schon ei­ne Grup­pe bei dir? Schau hier mal nach.

Es gibt noch kei­ne Grup­pe bei dir?

  1. Er­stel­le ei­ne Whats­app-Grup­pe für dei­ne Stadt!
  2. Schick den Link dei­ner Stadt in die Grup­pe des Bun­des­lands. Die Grup­pe fin­dest du hier.
  3. Schreib an regional@​fridaysforfuture.​de, dass ihr euch ge­grün­det habt.

Ei­nen Leit­fa­den zur Grün­dung ei­ner Orts­grup­pe fin­dest du auch hier.

Wie er­schei­ne ich in der Pres­se?

Din­ge, die wir dir emp­feh­len, um ei­ne er­folg­rei­che Pres­se­ar­beit zu ga­ran­tie­ren, sind un­ter an­de­rem:

Schrei­be ei­ne Pres­se­mit­tei­lung!

Ei­ne Pres­se­mit­tei­lung ist ein Text von ca. ei­ner drei­vier­tel Sei­te, in dem du eu­ren Streik und die da­zu­ge­hö­ri­gen Pro­tes­te an­kün­digst und ger­ne auch die Pres­se ein­lädst.

Ei­ne Pres­se­mit­tei­lung soll­te die­se Kom­po­nen­ten ent­hal­ten:

  1. Ei­ne kur­ze Ein­lei­tung, die al­le W-Fra­gen wie zum Bei­spiel Wo?, Wann?, Was?, Wie? und auch kurz War­um? zu eu­rem Streik be­ant­wor­tet.
  2. Ein bis zwei „Zi­ta­te“, in de­nen sich Grup­pen­mit­glie­der von euch zu eu­rer po­li­ti­schen Mo­ti­va­ti­on und den Grün­den für den Streik äu­ßern. Die­ser Teil ist prak­tisch da­zu da, das War­um noch ge­nau­er aus­zu­füh­ren!
  3. Falls ihr wollt, ei­nen In­for­ma­ti­ons­block, in dem ihr die Fri­days for Fu­ture Be­we­gung auf in­ter­na­tio­na­ler und na­tio­na­ler Ebe­ne er­klärt.
  4. Ei­ne Ein­la­dung an al­le In­ter­es­sier­ten und die Pressevertreter*innen.
  5. Ein paar An­sprech­part­ner*in­nen (mit Te­le­fon und E-Mail) für die Pres­se. Es ist sehr nütz­lich, wenn die­je­ni­gen Per­so­nen mit den Zi­ta­ten auch Ansprechpartner*innen sind. Au­ßer­dem ist es prak­tisch, wenn die­se An­sprech­per­so­nen wäh­rend des Streiks er­reich­bar sind.
  6. Ver­schi­cke die Pres­se­mit­tei­lung: an dei­ne lo­ka­len Zei­tun­gen, an lo­ka­le Fern­seh- und Ra­dio­sen­der. Au­ßer­dem ist es emp­feh­lens­wert auch an das lo­ka­le Bü­ro der Deut­schen Pres­se­agen­tur zu schrei­ben. Das nächs­te Re­gio­nal­bü­ro fin­dest du hier: https://​www​.dpa​.com/​d​e​/​k​o​n​t​a​k​t​/​r​e​d​a​k​t​i​on/
  7. (wenn du si­cher ge­hen möch­test): Kon­tak­tie­re die Re­dak­tio­nen noch ein­mal te­le­fo­nisch. Er­zäh­le von eu­rem Streik und wei­se auf eu­re E-Mail hin.

Hier fin­dest du ei­ne Bei­spiel-Pres­se­mit­tei­lung, an der du dich ger­ne ori­en­tie­ren kannst.

Ar­bei­te mit So­ci­al Me­dia!

Es lohnt sich mo­men­tan sehr, wenn ihr euch als Grup­pe So­ci­al Me­dia-Ac­counts an­schafft und die­se Ac­counts auch be­treut. Sol­che Ac­counts emp­feh­len wir euch be­son­ders bei Twit­ter, In­sta­gram und Face­book.

Um mög­lichst viel Reich­wei­te auf die­sen Platt­for­men zu er­rei­chen, könnt ihr Bei­trä­ge von an­de­ren Orts­grup­pen oder von den bun­des­wei­ten Stel­len repos­ten oder eu­re ei­ge­nen Ide­en ins Spiel brin­gen.

Falls ihr noch Fra­gen be­züg­lich der So­ci­al Me­dia-Ar­beit habt, wen­det euch an die So­ci­al Me­dia-Whats­App-Grup­pe auf Bun­des­ebe­ne oder kon­tak­tiert uns per Mail.

Wie über­zeu­ge ich an­de­re, mit­zu­ma­chen?
  1. Um Unterstützer*innen zu fin­den, bringt es meist sehr viel, mit Schü­ler und Stu­die­ren­den­ver­tre­tun­gen in Kon­takt zu tre­ten. Da­für könnt ihr ein­fach Be­kann­te in die­sen Gre­mi­en an­spre­chen oder ei­ne Email schrei­ben. Ei­ne vor­for­mu­lier­te Email, die ihr nut­zen könnt fin­det ihr hier.
  2. Um auf eu­re Streiks und De­mos auf­merk­sam zu ma­chen, könnt ihr Fly­er ver­tei­len und Pla­ka­te auf­hän­gen. Hier kann vor­ge­fer­tig­tes Ma­te­ri­al her­un­ter­ge­la­den wer­den.
  3. Teilt Links zu die­ser Web­site und zu eu­ren und un­se­ren So­ci­al Me­dia-Ac­counts.
  4. Die sim­pels­te Me­tho­de, an­de­re zu über­zeu­gen, ist je­doch mit den Leu­ten in eu­rem Um­feld zu re­den und Dis­kus­sio­nen über das The­ma an­zu­sto­ßen. Dies könnt ihr zum Bei­spiel in eu­rer Schu­le tun.
Was kann ich mei­nen Lehrer*innen schrei­ben?

Hier fin­dest du ei­nen vor­ge­schrie­be­nen Brief, den du nut­zen kannst. Un­er­wähnt soll­te an die­ser Stel­le auch der FFF-Ent­schul­di­gungs­ge­nera­tor nicht sein.

Recht­li­ches

Was ma­che ich, wenn mir mit Bußgeldern/Geldstrafen ge­droht wird?

Wen­de dich mög­lichst schnell an legal@​fridaysforfuture.​de Wir gu­cken, ob wir hel­fen kön­nen.

Ist es mög­lich, le­gal zum Pro­test die Schu­le zu be­strei­ken? Gibt es „Ge­set­zes­lü­cken“, die es zu­las­sen, dass die Schüler*innen wäh­rend der Un­ter­richts­zeit statt in die Schu­le zum De­mons­trie­ren ge­hen?

Du kannst ver­su­chen, dich vom Un­ter­richt frei­stel­len zu las­sen. Da­zu kannst du ein­fach un­se­ren in­ter­ak­ti­ven Ent­schul­di­gungs­ge­nera­tor ver­wen­den:

Jetzt Ent­schul­di­gung ge­ne­rie­ren!

Au­ßer­dem kannst du ver­su­chen, dei­ne Lehrer*innen bzw. dei­ne Schul­lei­tung da­von zu über­zeu­gen, die De­mons­tra­ti­on als Schul­ver­an­stal­tung, qua­si als Ex­kur­si­on an­zu­se­hen.

Um das zu er­rei­chen, kannst du z.B. mit den Schul­ge­set­zen bzw. dem Bil­dungs­auf­trag der Schu­len in dei­nem Bun­des­land ar­gu­men­tie­ren. Pas­sen­de Stel­len kannst du hier her­aus­su­chen: https://​www​.kmk​.org/​d​o​k​u​m​e​n​t​a​t​i​o​n​-​s​t​a​t​i​s​t​i​k​/​r​e​c​h​t​s​v​o​r​s​c​h​r​i​f​t​e​n​-​l​e​h​r​p​l​a​e​n​e​/​u​e​b​e​r​s​i​c​h​t​-​s​c​h​u​l​g​e​s​e​t​z​e​.​h​tml

Hier ein Bei­spiel aus Nie­der­sach­sen:

Nach § 2 Nie­der­säch­si­sches Schul­ge­setz (NSchG) sol­len die Schüler*innen u.a. fä­hig wer­den, die Grund­rech­te für sich und je­den an­de­ren wirk­sam wer­den zu las­sen, die sich dar­aus er­ge­ben­de staats­bür­ger­li­che Ver­ant­wor­tung zu ver­ste­hen und zur de­mo­kra­ti­schen Ge­stal­tung der Ge­sell­schaft bei­zu­tra­gen, öko­lo­gi­sche Zu­sam­men­hän­ge zu er­fas­sen und für die Er­hal­tung der Um­welt Ver­ant­wor­tung zu tra­gen. Die Schu­le soll Schüler*innen hier­für auch den er­for­der­li­chen Er­fah­rungs­raum und die er­for­der­li­che Ge­stal­tungs­frei­heit bie­ten (§ 2 Abs. 2 NschG).

Recht­lich kann aber nicht da­ge­gen vor­ge­gan­gen wer­den, wenn dei­ne Schu­le so­wohl die Be­ur­lau­bung als auch den Wunsch nach ei­ner Schul­ver­an­stal­tung ab­lehnt.

Wel­che Fol­gen kann es für die Schüler*innen und/oder Stu­die­ren­den ha­ben, wenn sie, statt in den Un­ter­richt zu ge­hen, für das Kli­ma strei­ken und de­mons­trie­ren?

Auf un­ent­schul­dig­tes Feh­len kann die Schu­le zu­nächst ein­mal mit päd­ago­gi­schen Maß­nah­men re­agie­ren. Ty­pi­sche Bei­spie­le für sol­che Er­zie­hungs­maß­nah­men sind Er­mah­nun­gen, Straf­ar­bei­ten oder Nach­sit­zen.

Bei dau­er­haf­tem un­ent­schul­dig­ten Feh­len kann die Schu­le zu for­mel­len Er­zie­hungs- und Ord­nungs­maß­nah­men bis hin zum Schul­aus­schluss grei­fen. So weit darf aber nur ge­gan­gen wer­den, wenn der nor­ma­le Schul­be­trieb durch dein Han­deln auf Dau­er be­hin­dert wer­den wür­de. (Da wir ja nur frei­tags strei­ken, hal­ten wir es für un­wahr­schein­lich, dass es so weit kom­men wür­de.)

Die de­tail­rei­chen Re­ge­lun­gen zu En­de und Be­frei­un­gen von der Schul­pflicht un­ter­schei­den sich in den Bun­des­län­dern und kön­nen hier nicht voll­stän­dig dar­ge­stellt wer­den.

In ei­ni­gen Län­dern ist der Ver­stoß ge­gen die Schul­pflicht nicht nur für El­tern, son­dern auch für die Schüler*innen ei­ne Ord­nungs­wid­rig­keit (z.B. nach § 92 Abs. 1 Nr 1 i.V.m. § 72 Abs. 3 Schul­ge­setz für Ba­den-Würt­tem­berg; § 176 Abs. 1 Nr. 1 Nie­der­säch­si­sches Schul­ge­setz). In hart­nä­cki­gen Fäl­len kann dann ge­gen Schul­pflich­ti­ge ab 14 Jah­ren auch ei­ne Geld­bu­ße ver­hängt wer­den.

Ob ei­ne An­we­sen­heits­pflicht bei Lehr­ver­an­stal­tun­gen an Hoch­schu­len gilt, ist ab­hän­gig von Bun­des­land und der je­wei­li­gen Prü­fungs­ord­nung der Hoch­schu­le. Mög­li­che Kon­se­quen­zen rich­ten sich dann eben­falls nach der je­wei­li­gen Prü­fungs­ord­nung. Ei­ne Ord­nungs­wid­rig­keit ist die Ver­let­zung ei­ner An­we­sen­heits­pflicht für Stu­die­ren­de ei­ner Hoch­schu­le aber nicht. Ih­nen dro­hen al­so kei­ne Buß­gel­der.

Be­kom­men Schüler*innen un­ent­schul­dig­te Fehl­stun­den an­ge­rech­net, falls sie sich am Streik be­tei­li­gen?

Wenn du un­ent­schul­digt fehlst, ja. Sieh dir da­zu die oben auf­ge­führ­ten Mög­lich­kei­ten an.

In­wie­weit kann und wird die Po­li­zei oder das Ord­nungs­amt ein­grei­fen, um Schüler*innen da­zu zu be­we­gen, ih­re Schul­pflicht wahr­zu­neh­men?

Es ist sehr un­ge­wöhn­lich und bei un­se­ren Streiks noch nie vor­ge­kom­men, dass Schu­len die Po­li­zei dar­um bit­ten, Schüler*innen zum Un­ter­richt zu zwin­gen.

Prin­zi­pi­ell ent­hal­ten aber fast al­le Schul­ge­set­ze Re­ge­lun­gen über den Schul­zwang. Un­ent­schul­digt der Schu­le fern­blei­ben­de Schüler*innen kön­nen da­her von der Po­li­zei auch mit un­mit­tel­ba­rem Zwang zum Be­such des Un­ter­richts ge­zwun­gen wer­den.

Wie sind Schüler*innen wäh­rend des Streiks ver­si­chert?

Un­fäl­le wäh­rend des un­ent­schul­dig­ten Feh­lens sind nicht über die Schu­le ver­si­chert. Dei­ne ge­setz­li­che Kran­ken­ver­si­che­rung greift aber wei­ter­hin.

Was müs­sen die Schüler*innen be­ach­ten, wenn sie an­de­re Schüler*innen da­zu auf­ru­fen, sich am Schul­streik für das Kli­ma zu be­tei­li­gen?

Wenn du aus­drück­lich da­zu auf­rufst, un­ent­schul­digt vom Un­ter­richt fern­zu­blei­ben, ist das als Auf­ruf zu ei­ner Ord­nungs­wid­rig­keit selbst ei­ne Ord­nungs­wid­rig­keit. Das gilt, wenn der Auf­ruf in ei­ner Ver­samm­lung (z.B. auf ei­ner De­mo) oder durch das Ver­brei­ten von Schrif­ten, Bild­trä­gern, Ab­bil­dun­gen er­folgt (§ 116 OWiG).

Auch oh­ne Auf­ruf in ei­ner Ver­samm­lung oder oh­ne Ver­brei­ten von Schrif­ten ist die An­stif­tung zu ei­ner Ord­nungs­wid­rig­keit ei­ne Ord­nungs­wid­rig­keit, wenn es tat­säch­lich zu ei­nem un­ent­schul­dig­ten Feh­len kommt (§ 14 OWiG).

Bei­de Va­ri­an­ten kön­nen für Ju­gend­li­che ab 14 Jah­ren da­her ein Buß­geld nach sich zie­hen.

Wir den­ken al­so, dass du For­mu­lie­run­gen wie z.B. „Ich strei­ke mit hun­der­ten An­de­ren am XX.XX am Ort X“ nut­zen kannst.

Wie ist die all­ge­mei­ne Si­tua­ti­on be­züg­lich der Be­wer­bung ei­nes Strei­kes und dür­fen wir in der Schu­le Wer­bung ma­chen?

Grund­sätz­lich gilt das Recht auf freie Mei­nungs­äu­ße­rung auch für Schüler*innen in der Schu­le. Die Mei­nungs­frei­heit kann aber ein­ge­schränkt wer­den, wenn das zur Er­fül­lung des schu­li­schen Bil­dungs- und Er­zie­hungs­auf­tra­ges er­for­der­lich und in der Wahl der Mit­tel an­ge­mes­sen ist.

Da­her kann die Schu­le Auf­ru­fe zu Schul­streiks bzw. Un­ter­richts­boy­kotts als rechts­wid­ri­ge Stö­rung des Schul­be­triebs un­ter­bin­den und dar­auf mit an­ge­mes­se­nen päd­ago­gi­schen Maß­nah­men re­agie­ren. (Sie­he da­zu den Tipp bei der vo­ri­gen Fra­ge)

Schü­ler­zei­tun­gen sind von al­lein Schüler*innen ei­gen­ver­ant­wort­lich her­aus­ge­ge­be­ne pe­ri­odi­sche oder auch ein­ma­li­ge Druckerzeug­nis­se. Sie un­ter­fal­len der grund­recht­lich ge­schütz­te Pres­se­frei­heit. Ei­ne Vor­zen­sur ist ver­fas­sungs­recht­lich un­zu­läs­sig, dei­ne Schu­le kann al­so ei­ne Ver­öf­fent­li­chung nicht ver­hin­dern. Ein­zel­hei­ten zu Schü­ler­zei­tun­gen re­geln die Schul­ge­set­ze der ein­zel­nen Bun­des­län­der.

Wie kann si­cher­ge­stellt wer­den, dass die Per­son, die ei­ne Schüler*innen-Demonstration an­ge­mel­det hat, nicht we­gen des Auf­ru­fes zu ei­ner Ord­nungs­wid­rig­keit zur Ver­ant­wor­tung ge­zo­gen wer­den kann?

Ei­ne De­mons­tra­ti­on an­zu­mel­den ist nicht ord­nungs­wid­rig! Das heißt aber auch, dass deut­lich ge­macht wer­den muss, dass die Per­son, wel­che die De­mons­tra­ti­on an­mel­det, sie eben nur an­mel­det, aber nicht gleich zum un­er­laub­ten Feh­len vom Un­ter­richt auf­ruft. Es ist al­so wich­tig zu be­to­nen, dass die Per­son ein­zig und al­lein ei­ne De­mons­tra­ti­on an­mel­det und nicht zum „Schwän­zen“ auf­ruft.

Gibt es ei­nen Hin­weis, der auf Fly­er oder die Web­site ge­setzt wer­den soll­te, um deut­lich zu ma­chen, dass die Schüler*innen/Studierenden sel­ber ver­ant­wort­lich sind und um sich ge­gen den Vor­wurf des Auf­rufs zu ei­ner Ordnungswidrigkeit/Straftat zu schüt­zen?

Wie be­reits oben er­läu­tert, geht es um den gro­ßen Un­ter­schied zwi­schen Streik- und De­mons­tra­ti­ons­auf­ru­fen. Ide­al wä­re es da­her, wenn al­le Ma­te­ria­li­en, die zu den De­mons­tra­tio­nen auf­ru­fen, mög­lichst nicht (ex­pli­zit) zum di­rek­ten „Un­ter­richts­boy­kott“ mo­bi­li­sie­ren, son­dern zu De­mons­tra­tio­nen auf­ru­fen.

An Hoch­schu­len dro­hen kei­ne Ord­nungs­wid­rig­kei­ten, so dass sich die­se Pro­ble­ma­tik dort nicht stellt.

Dür­fen die SV’en (Schüler*innen-Vertretungen) Wer­bung für den Streik ma­chen? Wel­che Kon­se­quen­zen könn­ten auf sie zu­kom­men?

Die SV kann zur Wahr­neh­mung ih­rer Auf­ga­ben die Schüler*innen über re­le­van­te Vor­gän­ge in­for­mie­ren. Ein Streik­recht, wie es Ar­beit­neh­mer ha­ben, gibt es in der Schu­le nicht. In ei­ni­gen Bun­des­län­dern gibt es zum Auf­ruf von Streiks und ähn­li­chen Ver­an­stal­tun­gen al­ler­dings noch ge­setz­li­che Son­der­re­ge­lun­gen. In der Ver­gan­gen­heit ha­ben al­ler­dings be­reits meh­re­re SV’en zu Streiks auf­ge­ru­fen und wur­den ju­ris­tisch nicht be­langt.

Dür­fen AS­ten aus Bun­des­län­dern, in de­nen sie aus­drück­lich kein all­ge­mein­po­li­ti­sches Man­dat ha­ben (son­dern sich ei­gent­lich nur mit hoch­schul­po­li­ti­schen Sa­chen be­schäf­ti­gen dür­fen), zum Streik aufrufen/Werbung ma­chen? Wel­che Lü­cken kann man nut­zen, wel­che Kon­se­quen­zen dro­hen?

Wir emp­feh­len, sich die Zu­stän­dig­kei­ten der Stu­die­ren­den­schaft in den Hoch­schul­ge­set­zen der Län­der ge­nau­er an­zu­schau­en. Es gibt zum Bei­spiel grund­le­gend ver­schie­de­ne Po­si­tio­nen und Aus­sa­gen im Ham­bur­ger und im Bay­ri­schen Hoch­schul­ge­setz. In der Re­gel ist es AS­ten al­ler­dings frei­ge­stellt, über Ak­tio­nen zu in­for­mie­ren. Im Fal­le ei­nes Auf­ruf­ver­bo­tes soll­te hier­bei aber zu­min­dest for­mal die Neu­tra­li­tät der Mit­tei­lung ge­wahrt wer­den.

Wel­che Kon­se­quen­zen kann es für die Lehrer*innen ha­ben, wenn sie zum Streik auf­ru­fen?

Die Auf­for­de­rung zu un­ent­schul­dig­tem Fern­blei­ben vom Un­ter­richt wi­der­spricht den Dienst­pflich­ten der Lehrer*innen und kann zu Dis­zi­pli­nar­maß­nah­men füh­ren. Ein ge­neh­mig­ter Klas­sen­aus­flug oder der Be­such als Maß­nah­me der po­li­ti­schen Bil­dung hin­ge­gen müs­sen nicht zwin­gend so ge­wer­tet wer­den. Trotz al­le­dem ra­ten wir zu gro­ßer Vor­sicht der Lehr­kräf­te.

Ist Krei­de­ma­le­rei auf der Stra­ße, dem Geh­weg oder ei­nem öf­fent­li­chen Platz Sach­be­schä­di­gung? Könn­ten Schüler*innen da­zu ver­pflich­tet wer­den, sie zu ent­fer­nen?

Die Ver­än­de­rung des Er­schei­nungs­bil­des ei­ner Sa­che ist nur dann als Sach­be­schä­di­gung straf­bar, wenn das Er­schei­nungs­bild nicht nur un­er­heb­lich und nicht nur vor­über­ge­hend ver­än­dert wird (§§ 303 Abs. 2, 304 StGB). Bei Krei­de, die sich beim nächs­ten Re­gen von al­lei­ne wie­der löst oder mit Was­ser und Be­sen leicht zu ent­fer­nen ist, ist das nicht der Fall. Es ist al­so nicht als Sach­be­schä­di­gung straf­bar.

In vie­len Städ­ten gibt es al­ler­dings Ge­fah­ren­ab­wehr­ver­ord­nun­gen und Son­der­nut­zungs­sat­zun­gen, nach de­nen auch das Be­schrif­ten und Be­ma­len von öf­fent­li­chen Stra­ßen und öf­fent­li­chen An­la­gen oder Ein­rich­tun­gen ver­bo­ten ist und als Ord­nungs­wid­rig­keit mit Buß­gel­dern ge­ahn­det wer­den kann.

Je­den­falls groß­flä­chi­ge und sys­te­ma­ti­sche Krei­de­ma­le­rei­en oder Krei­de­ma­le­rei­en zu (auch po­li­ti­schen) Wer­be­zwe­cken auf öf­fent­li­chen Stra­ßen und We­gen kön­nen ei­ne (oh­ne vor­he­ri­ge Ge­neh­mi­gung) un­zu­läs­si­ge Son­der­nut­zung der Stra­ße sein.

Krei­de­ma­le­rei­en oh­ne Ge­neh­mi­gung sind je nach kon­kre­tem Stra­ßen- und We­ge­ge­setz des Bun­des­lan­des dann u.U. auch ord­nungs­wid­rig und kön­nen mit Buß­gel­dern ge­ahn­det wer­den. Ge­gen Wild­pla­ka­tie­ren ist un­ter die­sem Ge­sichts­punkt schon vor­ge­gan­gen wor­den.

Weil die Be­ma­lung das Ei­gen­tum be­ein­träch­tigt, kann, auch wenn die Be­ma­lung nicht straf­bar oder ord­nungs­wid­rig ist, der Ei­gen­tü­mer ver­lan­gen, die Krei­de­ma­le­rei zu ent­fer­nen, bzw. die Rei­ni­gungs­kos­ten zu er­stat­ten.