Zen­tral­streik am Frei­tag, dem 25.01.2019 in Ber­lin an­läss­lich der ent­schei­den­den Ta­gung der Koh­le­kom­mis­si­on

Die De­mo war ein rie­sen Er­folg – das Er­geb­nis aber nicht ak­zep­ta­bel! Wäh­rend im Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­te­ri­um die Koh­le­kom­mis­si­on über den Aus­stieg aus der Koh­le­en­er­gie ent­schied, de­mons­trier­ten mehr als 10.000 Schü­ler, Stu­den­ten, Azu­bis und wei­te­re Un­ter­stüt­zer und zo­gen bei ei­si­ger Käl­te vom Mi­nis­te­ri­um zum Bun­des­kanz­ler­amt. Die er­war­te­te Teil­neh­mer­zahl wur­de um das Zehn­fa­che über­trof­fen! Wäh­rend un­se­res Mar­sches wink­ten uns im­mer wie­der vie­le Zu­schau­er aus den Fens­tern und Ge­bäu­de­ver­bin­dungs­brü­cken zu.

Aus ganz Deutsch­land hat­ten Grup­pen ih­re ei­ge­ne An­rei­se or­ga­nis­ert, um sich am Streik zu be­tei­li­gen. Ei­ni­ge Ber­li­ner Ak­ti­vis­ten sorg­ten für Über­nach­tungs­mög­lich­kei­ten für die ex­ter­nen Teil​neh​mer​.Mit Pla­ka­ten, Sprech­chö­ren und Re­den leg­ten wir uns ge­mein­sam ins Zeug und hoff­ten, das Er­geb­nis der Koh­le­kom­mis­si­on im Sin­ne des Kli­ma­schut­zes zu be­ein­flus­sen.

Hun­der­te bun­te Schil­der zeig­ten der Pres­se, Pas­san­ten und Po­li­ti­kern un­miss­ver­ständ­lich, was un­ser An­lie­gen war. Wir pro­kla­mier­ten laut­stark, dass es in Deutsch­land kei­ne Zeit mehr für fos­si­le Brenn­stof­fe ist, weil sie un­se­re Zu­kunft zer­stö­ren. Und das be­kam an die­sem Tag so viel Be­ach­tung wie sel­ten. Da­mit ver­bun­den: Wir, die deut­sche Fri­days For Fu­ture-Be­we­gung, be­kam die größ­te Auf­merk­sam­keit, die wir bis­her ge­win­nen konn­ten. In fast al­len re­le­van­ten Me­di­en wur­de über un­se­re De­mons­tra­ti­on be­rich­tet. Un­zäh­li­ge Fo­tos, TV-Be­rich­te, Vi­de­os, Ar­ti­kel und In­ter­views nut­zen wir da­zu, un­se­re Bot­schaft zu kom­mu­ni­zie­ren. Zu Be­ginn, am En­de und bei ei­ner Zwi­schen­kund­ge­bung vor dem Kanz­ler­amt gab es An­spra­chen und Auf­trit­te von Bul­ly Her­big, Ri­car­da Lang, Ke­vin Küh­nert, Jan­nik B. und an­de­ren, die uns un­ter­stütz­ten. Zwi­schen­drin kam
der Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter Pe­ter Alt­mai­er un­an­ge­kün­digt auf die Büh­ne. Was pas­siert ist, kann man in die­sem Vi­deo se­hen:

Ein Teil­erfolg: Die Koh­le­kom­mi­si­on be­schloss zwar den Aus­stieg aus der schmut­zi­gen En­er­gie­ge­win­nung, tat dies je­doch zu halb­her­zig. Koh­le­aus­stieg 2038: Zu lang­sam, zu zö­ger­lich und schlicht­weg zu spät.Wir kön­nen und wer­den die­se Ent­schei­dung nicht ak­zep­tie­ren. Schließ­lich ist es un­se­re und die Ge­nera­ti­on un­se­rer Kin­der, die die Fol­gen die­ser Ent­schei­dung (er-)tragen muss. Da­her sind wir zu­tiefst ent­täuscht über das Er­geb­nis, denn das 1,5°-Ziel kann so nicht ein­ge­hal­ten wer­den. Des­halb wer­den wir wei­ter­strei­ken; wenn es sein muss noch an 991 Frei­ta­gen bis da­hin!

#kein­kon­sens

Auf die Er­geb­nis­se re­agier­ten wir mit ei­nem of­fe­nen Brief.

Hier ei­ni­ge Re­ak­tio­nen un­se­rer Mit­strei­ter:

„Ich bin zu­tiefst ent­täuscht. Die Koh­le­kom­mis­si­on hat ei­nen Kom­pro­miss ge­gen un­se­re Zu­kunft ge­schlos­sen. Für un­se­re Zu­kunft braucht es ei­nen Koh­le­aus­stieg bis al­ler­spä­tes­tens 2030.“ – Ja­kob Blasel, 18-jäh­ri­ger Schü­ler.

„Das Er­geb­nis ist ein lei­ser An­fang, aber zeigt in al­ler Schär­fe wer am Ver­hand­lungs­tisch ge­fehlt hat: Denn den Preis für wei­te­re 20 Jah­re der Koh­le­ver­stro­mung zahlt nicht nur das Kli­ma. Die Rech­nung geht an uns, an die Men­schen die in 20 Jah­ren mit­ten im Le­ben ste­hen. Denn Koh­le­en­er­gie in 2038 ent­spricht we­der der Kri­sen­rea­li­tät, noch dem Pa­ris Ab­kom­men, un­se­rer ein­zi­gen Zu­kunfts­ga­ran­tie.“ – Lui­sa Neu­bau­er, 22-jäh­ri­ge Mit­or­ga­ni­sa­to­rin der De­mo.

„Das Er­geb­nis ist kein ge­sell­schaft­li­cher Kon­sens, denn wir le­gen ein Ve­to ein. Nach wie vor setz­ten wir auf ei­nen Koh­le­aus­stieg bis 2030.“ – Li­nus Stein­metz, 15-jäh­ri­ger Schü­ler​.

Schulstreik vor dem Kanzleramt, 25.01.2018, Berlin
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Er­gän­zun­gen bit­te per E-Mail an: noah@​dr-​adler.​de