Klimagerechtigkeit heißt Menschlichkeit | #WirHabenPlatz

Das Geflüchtetenlager Moria existiert schon seit 2015 auf der griechischen Insel Lesbos. Ursprünglich war es für 2.800 Personen ausgelegt, die aufgrund von Kriegen und politischer Verfolgung aus ihrem Heimatland geflüchtet sind. Seit dem EU-Türkei-Abkommen ist das Lager jedoch dauerhaft überfüllt. Zurzeit lebten dort etwa 13.000 Menschen. Schon seit Jahren gibt es Beschwerden über die Lebenssituation der Menschen im Lager, denn die Menschen leben auf viel zu engem Raum, die Wasser- und Lebensmittelzufuhr sind nicht ausreichend und die gesundheitliche Versorgung ist nicht genügend gewährleistet. 

Deshalb gab es in den letzten Jahren immer wieder Aufforderungen zur Evakuierung und es wurde vor allem seit der Verbreitung des Coronavirus in Europa häufiger vor dem möglichen Ausbruch von Krankheiten in Moria gewarnt. Durch die unwürdigen Zustände im Lager, unter anderem durch zu wenig Raum und nicht ausreichende hygienischen Mitteln kann die Verbreitung bei einem Ausbruch nicht mehr verhindert werden.

 Jedoch wurde das Lager nicht evakuiert und die Zahl der Bewohner*innen blieb zu hoch.Anfang September 2020 brach in dem Camp auf Lesbos das Covid-19-Virus aus. Einige Tage nachdem eine zweiwöchige Ausgangssperre verhängt wurde, wurde das Lager durch einen Brand nahezu vollständig zerstört. Die 13.000 Bewohner*innen verloren ihre Unterkunft und sind nun obdachlos, dementsprechend sind sie noch stärker dem Coronavirus COVID-19 ausgesetzt. Die Eindämmung und Behandlung des Virus sind in dieser Situation nach den hierzulande empfohlenen Hygienemaßnahmen wie das Abstandhalten, gründliches Händewaschen, oder aber auch die Isolierung von Risikopatientin kaum möglich, da sie in Moria nicht in der Form umgesetzt werden können – mit tödlichen Folgen. 

Doch was hat Moria mit Klimagerechtigkeit zu tun?

Viele Menschen sind auf der Flucht, weil sie in ihrer ursprünglichen Heimat durch Folgen des Klimawandels wie Überschwemmungen, Dürren und Wetterextreme nicht mehr leben können. Während wir hauptsächlich für unsere Zukunft demonstrieren bekommen diese Regionen und Ländern die Auswirkungen des Klimawandels schon jetzt deutlich zu spüren. 

Als Länder des globalen Nordens tragen wir durch unseren Beitrag am Klimawandel auch Mitschuld für die teils katastrophalen wirtschaftlichen Verhältnisse und Kriege im globalen Süden, die unter anderen durch lokale Ressourcenkriege und grenzüberschreitende Wasserkonflikte ausgelöst werden. Durch die Ausbeutung der Umwelt für wirtschaftliche Zwecke tragen wir nicht zur globalen Erwärmung und dem Leid der dortigen Bevölkerung bei, sondern auch zur Verstärkung gesellschaftlicher Repressalien wie Rassismus oder Sexismus.

Als Klimagerechtigkeitsbewegung fordern wir gemeinsam die Einhaltung der Menschenrechte, humanitäre Hilfestellungen vor Ort und die Aufnahme der Geflüchteten von Europa, denn es liegt an uns, diese und zukünftige Krisen zu verhindern – streikt deshalb mit uns am 25. September für Klimagerechtigkeit und die Verhinderung verheerender Fluchtursachen, die von dem Klimawandel ausgelöst werden!

Ein Kommentar zu „Klimagerechtigkeit heißt Menschlichkeit | #WirHabenPlatz

  1. Ich glaube in dem Satz fehlt eine Wort:
    (Nicht nur…., sondern auch….) 😉

    „Durch die Ausbeutung der Umwelt für wirtschaftliche Zwecke tragen wir nicht zur globalen Erwärmung und dem Leid der dortigen Bevölkerung bei, sondern auch zur Verstärkung gesellschaftlicher Repressalien wie Rassismus oder Sexismus.“

    Sonst sehr treffender Satz!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Beachte, dass dein Kommentar nicht sofort erscheint, da wir die Kommentare moderieren, um eine konstruktive Diskussion zu ermöglichen. Formuliere deinen Kommentar am besten freundlich und achte darauf, dass er zum Thema des Beitrags passt.