Zeit für Klimagerechtigkeit #KeinGradWeiter – Teil I: Was ist Klimagerechtigkeit?

Am 25.09. gehen wir weltweit auf die Straße und protestieren unter anderem für Klimagerechtigkeit – doch was genau meinen wir eigentlich, wenn wir von Klimagerechtigkeit sprechen? Und warum ist es so wichtig, Klimagerechtigkeit zu verstehen und umzusetzen? Das lernst du in unserer Artikelreihe zu Klimagerechtigkeit!

In diesem ersten Teil klären wir, warum die Klimakrise ungerecht ist und wie und warum wir die Frage nach der Verantwortlichkeit stellen müssen!

Was ist Klimagerechtigkeit?

Die Klimakrise ist eine Gerechtigkeitskrise, denn auch wenn es nicht denn Anschein macht, sitzen wir nicht alle im gleichen Boot – wir tragen alle die Konsequenzen der Klimakrise, jedoch trifft sie uns nicht alle gleich. Manche Menschen können sich nämlich besser vor den Folgen der Klimakrise schützen als andere, was vor allem eine Frage von finanziellen Mitteln und von gesellschaftlichen Machtverhältnissen ist – dies allein ist hochgradig ungerecht, da jeder Mensch das Recht auf Leben, Gesundheit und Sicherheit hat.

Dazu kommt, dass diejenigen, die am wenigsten für die Klimakrise verantwortlich sind weder die Mittel noch den Einfluss haben, diese Krise aufzuhalten und trotz dessen am meisten davon betroffen sind: Für viele Menschen im Globalen Süden hat die Klimakrise bereits jetzt schon weitreichende und bedrohliche Folgen, wie stärkere Überschwemmungen und Dürren, die die Lebensmittelsicherheit gefährden. Kinder und Jugendliche auf der ganzen Welt werden in Zukunft mit den Folgen einer heruntergewirtschafteten Planeten, der Erderwärmung und strukturellen Ungerechtigkeit wie Rassismus, Sexismus und soziale Ungerechtigkeit kämpfen müssen, die nochmals von der Klimakrise verstärken werden.

Klimagerechtigkeit bedeutet, dass wir das 1,5°C Ziel erreichen müssen, um die schlimmsten Folgen der Erderwärmung zu verhindern. Es liegt in unserer Verantwortung, die durch die Klimakrise verstärkten Ungerechtigkeitsverhältnisse anzuerkennen, auszugleichen und sozioökonomische Machtverhältnisse zu überwinden.

Das Verursacherprinzip

Dass wir uns überhaupt in dieser Krise befinden und uns nun die Zeit wegläuft, wenn wir nicht schnell und radikal handeln, liegt daran, dass seit Jahrzehnten Treibhausgase in unsere Atmosphäre emittiert wurden, auch dann als schon längst bekannt war, dass es eine menschengemachte Erderwärmung gibt und das sie gefährliche Folgen haben würde. Bereits 1979 kam es aufgrund besorgter Wissenschaftler*innen zu der ersten Weltklimakonferenz. Aber seitdem wurde nicht genug getan, um die Erderwärmung tatsächlich zu begrenzen und nun haben wir nur noch wenige Jahre um unser gesamtes Wirtschafts- und Gesellschaftssystem so zu verändern, dass wir 1,5°C-Ziel nicht überschreiten und so den schlimmsten Folgen des Klimawandels zu entgehen.

Wenn man die Werte seit Beginn der systematischen Aufzeichnungen der CO2-Emissionen 1850 vergleicht, wird ersichtlich, wer die Hauptverursacher*innen der aktuellen Klimakrise sind: Auf Platz eins landet die USA und auf Platz zwei die EU. Generell haben Länder mit einem größeren Pro-Kopf-Einkommen auch ein höheren CO2-Ausstoß pro Person.

Es sind also vor allem die Industrieländer, die historische Verantwortung für die Erderwärmung tragen. Diese Länder und vor allem der finanziell besser gestellte Teil ihrer Bevölkerung, haben über Jahrzehnte davon profitiert, dass natürliche Ressourcen ausgebeutet und Treibhausgase weiterhin ausgestoßen wurden. Nun, da sich die Konsequenzen diese Art des Wirtschaftens und Lebens zeigen, sollten sie daher auch die Ersten sein, die Verantwortung übernehmen und ihre Treibhausgase drastisch senken – das ist die Idee hinter dem Verursacherprinzip und regelmäßiges Streitthema bei den internationalen Klimakonferenzen.

Wir nehmen die Verursacher*innen in die Verantwortung, jetzt zu handeln, denn uns läuft die Zeit weg: Streik mit uns am 25. September für Klimagerechtigkeit und eine sozioökonomische Wende!

In Teil II unserer Artikelserie gehen wir darauf ein, was Klimagerechtigkeit im globalen Kontext bedeutet.

Ein Kommentar zu „Zeit für Klimagerechtigkeit #KeinGradWeiter – Teil I: Was ist Klimagerechtigkeit?

  1. Bitte diesen Kommentar nicht veröffentlichen:

    In eurem Artikel nutzt ihr den Begriff „1,5° Ziel“.
    Dieser sollte besser durch „Einhaltung der 1,5° Grenze“ ersetzt werden.
    Es ist ja nicht unser Ziel das Klima auf 1,5° zu erwärmen, sondern es bestmöglich zu begrenzen.

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