Offener Brief an die bayerische Landesregierung

von Fridays For Future Bayern an die Landesregierung aus CSU und Freien Wählern

Sehr geehrter Herr Dr. Söder und Herr Glauber,
Sehr geehrte Ministerinnen und Minister,
Sehr geehrte Fraktionsmitglieder der regierenden Fraktionen,

nach zahlreichen neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen, schreitet die globale Klimaerwärmung noch schneller voran, als befürchtet. Die Dringlichkeit der Situation nimmt immer drastischere Ausmaße an, trotzdem lässt noch immer nichts darauf schließen, dass von Seiten der Politik ausreichende Maßnahmen ergriffen werden. Kultusminister Michael Piazolo forderte kürzlich dazu auf, die Teilnahme an den freitäglichen Demonstrationen von Fridays For Future zu beenden, da die Bewegung ihr Ziel erreicht habe. Dies sehen wir leider ganz und gar nicht so. Seit fast einem Jahr gehen weltweit Menschen für effektiven und konsequenten Klimaschutz auf die Straße, doch seit Monaten antwortet die Politik nur mit leeren Worten und von handfesten Ergebnissen ist nach wie vor nichts zu sehen. Es liegt an Ihnen, dafür zu sorgen, dass in Bayern die Rahmenbedingungen für die Einhaltung des 1,5°C-Ziels geschaffen werden. In Gesprächen mit Ihnen wurde zugesichert, bis Ende des Jahres 2019 in Bayern ein Klimaschutzgesetz auf den Weg zu bringen. Bisher wurde dazu jedoch nichts veröffentlicht, jegliche Entwürfe sind der Öffentlichkeit und Experten nicht zugänglich. Dies lässt keine Chance zu der demokratischen Mitarbeit, die für derartige Vorhaben unerlässlich ist.
Wir fordern Sie daher zu Folgendem auf:

  • Der von Ihnen erarbeitete Maßnahmenkatalog wird unverzüglich veröffentlicht. Die Situation, ein unzureichendes Paket lediglich aufgrund Zeitmangels zu verabschieden, muss ausgeschlossen werden.
  • Bei jeder Maßnahme wird transparent angegeben, welches Einsparpotential damit einhergeht. Nur so kann nachverfolgt werden, ob das CO2-Budget Bayerns eingehalten wird und die angewendeten Maßnahmen ausreichen.
  • Der Wandel hin zu einem klimaneutralen Freistaat Bayern muss deutlich vor dem Jahr 2040 vollzogen werden. Ihre Zielsetzungen müssen dementsprechend angepasst werden.

Den entsprechenden Beitrag zur Abwendung der drohenden Klimakatastrophe zu leisten, hat oberste Priorität. Mit jedem weiteren Jahr, das ohne die Einführung und schnellstmögliche Umsetzung eines umfassenden Klimaschutzgesetzes verstreicht, ist wertvolle Zeit, die bereits nicht mehr bleibt! Ihre Aufgabe ist es, einen ausreichenden Maßnahmenkatalog zu erstellen und schnelleres Handeln voranzutreiben.

Fridays for Future Bayern: E-Mail: bayern@fridaysforfuture.de

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13 Kommentare zu „Offener Brief an die bayerische Landesregierung

  1. Danke für diese klaren Worte. Herr Söder, Herr Glauber, Herr Aiwanger etc., wir haben lang genug auf das versprochene bayerische Paket gewartet. In vollsten Vertrauen auf wirkungsvolle und quantifizierbare Maßnahmen.
    Your turn.

  2. Das ist ja nicht nur in Bayern so sondern ich kenne kaum ein Bundesland das nicht beim Thema Klimaschutz mauert? Daher ist der Brief unbedingt notwenig und ich finde es schade das man überhaupt fast ein Jahr streiken muss um das man ein kleines Päckchen schnürt? Die Dringlichkeit der Situation scheint vielen nicht geläufig zu sein und damit beziehe ich mich nicht nur auf Bayern sondern bundesweit! Der Druck muss weiterhin bestehen bleiben nur leider verlieren wir solange die Politik nichts tut Zeit die wir nicht oder kaum noch haben? Danke!

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    particularly in our cities,” he said.v

  4. Es wäre mehr als wichtig, diese irrsinnige Abstandsregelung für den Bau von Windrädern sofort zu ändern, denn die bisherige Regelung verhindert schlicht und ergreifend, das neue Windräder gebaut werden können.
    Karin Schwalm

  5. Liebe Nachbarn,

    auch wir in Tirol „freuen“ uns – besonders hinsichtlich des schon lange überhand genommenen Transitverkehrs – über die vielen treuherzigen Versprechungen mit darauffolgendem Nichtstun der politisch Verantwortlichen. Wenigstens einzelne Schritte konnte unsere Landesregierung inzwischen setzen und hat sich endlich eine gewisse Sturheit und Dickfelligkeit gegen herrische „Mia san mia!!“–Anwürfe aus nördlichen Gefilden zugelegt.

    Aber die großen gewollten Trägheiten und Hindernisse liegen teils bei unseren Wiener Zentralstellen, ebenso wie bei solchen in Bayern, Berlin und Rom sowie schließlich in Brüssel. Über die fachliche und politische Kompetenz von Ministern der FPÖ und CSU im Verkehrsressort möchte ich mich lieber nicht genauer äußern … |–{}

    Hier ein Hinweis auf eine Sendung im 3sat vom 08.11.2019, abend (Verfügbar bis: 08.11.2020)

    „Gesellschaft; Dicke Luft! – Der Kampf gegen den Transitverkehr“
    https://www.3sat.de/gesellschaft/politik-und-gesellschaft/dicke-luft-transitverkehr-100.html

    Das ist ja auch ein schon seit Jahrzehnten (!!) übel schwärendes Problem, speziell in Nord– und Südtirol. Der Beitrag zeigt zweierlei: Zum Einen die ziemlich miese Verlogenheit der politischen Entscheidungen oder besser: vorsätzlicher Unterlassungen und Liebdienerei für verantwortungslose Lobbies, und zum Anderen, daß hartnäckiger Protest und Einsatz doch einiges bewegen kann.

  6. Wir von der Regierung (Land/ Bund) tun nichts was der Wirtschaft schadet und stimmen uns eng mit dieser ab. Sofern Bedenken hinsichtlich Gesetzesvorhaben bestehen, werden wir lange überlegen wie wir diese zugunsten unserer Wirtschaft lösen können. Erst anschließend berücksichtigen wir unsere Wähler geschweige denn unsere Jugend. Das ist nun mal so, der Wirtschaftsstandort hat oberste Wichtigkeit, sagt der uns wenigstens. Wenn wir das Wort ‚Zukunft‘ hören meinen wir die Zukunft unserer Wirtschaft.

  7. Hallo zusammen,

    in eurem ersten Satz schreibt ihr „nach zahlreichen neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen, schreitet die globale Klimaerwärmung noch schneller voran“. Welche Erkenntnisse genau sind das und auf welche Studien und Wissenschaftler bezieht ihr euch?

    Vg
    Kirsten

  8. Das, was ihr wollt, übersteigt für viele Familien das Machbare, weil einfach zu teuer! Ihr habt keine Ahnung, was wir (Rentnerin 71 Jahre alt) oder mein Mann (86 Jahre alt) verdient haben und nun als Rente einen Bruchteil bekommen. Kindererziehungszeiten wurden erst viel später generiert! Ihr solltet euch mal überlegen, was ihr von Normalbürgern fordert, die keine Gutverdiener waren!!Ich fordere einfach mehr Rente!

    1. Sehr geehrte Frau Albrecht, der offene Brief und seine enthaltenen Forderungen richtet sich an die Bayerische Landesregierung, er fordert also von Ihnen gar nichts. Was meinen Sie also mit „was ihr wollt“ usw.? Diese Kinder und Jugendlichen (und auch viele Erwachsene wie z. B. ich) stellen doch keine egoistischen Forderungen, bei denen es nur um ihr Wohlergehen geht! Nein, es geht doch um unser aller Welt, auf der wir (und auch die zukünftigen Generationen) wenigstens noch einigermaßen angenehm leben wollen.
      Dass Sie mehr Rente fordern, verstehe ich (mit meinem Verdienst bekomme ich später auch nur Grundrente), aber das hat doch hiermit nichts zu tun. Dafür sind nicht die „Fridaysforfuture“-Demonstranten verantwortlich, also lasten Sie doch bitte diesen nicht Ihre zu niedrige Rente an! Sie könnten ja auch mit Gleichgesinnten auf die Straße gehen, offene Briefe schreiben usw. und eine andere Rentenpolitik fordern.
      Freundliche Grüße, Claudia Noack

  9. Tatsächlich ist es so, dass wir uns entscheiden müssen, entweder billiges Fleisch haben zu wollen – und dann teures Trinkwasser, weil dies verstärkt entgiftet werden muss. Oder wir wollen klares, günstiges Wasser und kaufen dafür selten und dann biologisches Fleich.
    Das will ich nicht nur behaupten, es gibt eine Quelle dazu:
    Auswirkungen der Agrarpolitik z. B auf das Wasser (also unser Trinkwasser) Gülle macht das Trinkwasser teurer. https://correctiv.org/top-stories/2017/06/13/irrsinn-der-agrarpolitik/ , 15.11.2019.
    Weiter ist es nun mal so, dass die Hälfte der Schweine, die gehalten werden (2019 sind es 25,9 Millionen) getötet werden muss (13 Millionen), schon bevor sie überhaupt auf dem Markt sind.
    Quelle dazu: 13 Millionen Schweine werden jährlich weggeworfen, bevor sie beim Kunden landen (Achtung beim Klicken auf die Quelle, heftige Fotos!):
    https://utopia.de/schweine-fleisch-animal-rights-watch-13-millionen-84312/ , 15.11.2019.

    Ich denke, dass Menschen, die wenig Geld haben (und auch die viel Geld haben) sehr gut auf Fleisch verzichten können, denn dieses ist beim Einkauf mit das Teuerste. Es würde sehr viel Leid ersparen. Das Günstigste beim Einkauf ist Gemüse.

    Auch kann man mit schmaler Geldbörse durchaus wählen gehen und für die Erholung der Erde stimmen.

  10. Und hier sind Quellen zu Erkenntnissen und Studien.
    Klimawandel keine Glaubenssache:
    https://www.uni-hamburg.de/newsroom/im-fokus/2019/09-27-klimaleugner.html , 29.10.19.

    Weltklimarat. Link zum IPCC-Sonderbericht zu Ozean und Kryosphäre SROCC (Englisch, abrufbar ab 25. September 2019):
    https://www.ipcc.ch/srocc/home/ , 29.10.19.

    Artenvielfalt schwindet schneller als angenommen:
    https://www.uni-hamburg.de/newsroom/presse/2019/pm56.html , 29.10.19.

    Sehr, sehr gute Rechercheseite zu den Wasserständen:

    https://correctiv.org/aktuelles/steigende-meere/2019/06/03/land-unter-das-meer-bedroht-drei-millionen-menschen-an-deutschen-kuesten ,15.11.2019.

    Vom Spiegel über neue Erkenntnisse, besonders im Mittelmeerraum:
    https://m.spiegel.de/wissenschaft/natur/klima-studie-mittelmeerregion-stark-vom-klimawandel-betroffen-a-1291019.html ,15.11.2019.

    Die Tagesschau zum Klimawandel und zum Wald:
    https://www.tagesschau.de/ausland/klimawandel-regional-101~_origin-bcd186ab-0e1d-4119-a37a-fc0cd19e4325.html , 15.11.2019.

    https://www.tagesschau.de/inland/waldgipfel-109.html , 15.11.2019.

    Cornelia Cornels-Selke

  11. Sehr geehrter Herr Peter,

    der Link aus Ihrem Beitrag vom 11. November funktioniert leider nicht. Überhaupt kann ich mir schwer vorstellen, wie Windkraftanlagen das Klima signifikant erwämen sollen. Noch weniger kann ich mir dann vorstellen, dass sie es mehr erwärmen als fossile oder nukleare Anlagen. Vielleicht erwärmt sich ja der Wind durch Reibung beim Überstreichen der Rotorblätter?

    Gruss

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