People Not Profit – die Hintergründe zum Globalen Klimastreik

Zum elften Mal gehen am Freitag, 23. September 2022, hunderttausende Menschen in Deutschland und der ganzen Welt auf die Straße. Sie streiken – aber warum eigentlich? Dieser Text gibt Antwort auf die dringensten Fragen und erklärt Kernbotschaften und Hintergründe zu den über 275 Streiks und Aktionen, die am großen Streiktag unter dem Motto #PeopleNotProfit in ganz Deutschland stattfinden werden.

Die Klimakrise ist jetzt

Die Klimakrise ist längst eine bittere und vor allem ungerechte Realität. Aber die Regierungen des Globalen Nordens geben keinerlei angemessene Antworten, sondern befeuern die Katastrophen durch ihre fossile und neokoloniale Politik. In Zeiten von brennenden Wäldern, extremer Trockenheit und Klimakrisenfolgen wie der lebensbedrohlichen Flut in Pakistan wirkt die aktuelle fossile Politik wie aus der Zeit gefallen.

Klimagerechtigkeit ist antikolonial

Der Globale Norden hat durch den Kolonialismus und die fossile Ausbeutung des Globalen Südens nicht nur den Grundstein für die Klimakrise gelegt, sondern auch enorme Zerstörung in den betroffenen Regionen angerichtet. Die Forderungen der Aktivist*innen vor Ort müssen umgesetzt werden: Reparationszahlungen für Verluste und Schäden (loss and damage) sowie Ressourcen zur Klimaanpassung sind längst überfällig. Dabei muss klar sein, dass diese Zahlungen weder Kredit noch Wohltätigkeit, sondern die Pflicht der größten Emittenten sind. Diese größten Emittenten sind Länder des Globalen Nordens. Sie tragen die Hauptschuld an der Klimakrise und dennoch müssen die Menschen im Globalen Süden mit den Konsequenzen leben.

Fridays for Future Deutschland unterstützt deshalb die „Debt for Climate” Kampagne: in (-neo)kolonialen und rassistischen Strukturen kann es keine Klimagerechtigkeit geben! Mehr dazu findet ihr unter https://debtforclimate.org/de

Die Ampel versagt

Fridays for Future streikt, weil die Ampel durch uns erkämpfte Fortschritte (z.B. den Kohleausstieg) zurückdreht und damit das ungerechte fossile System nicht nur erhält, sondern weiter ausbaut. Stattdessen brauchen wir jetzt eine sozial und global gerechte Antwort auf die aktuellen Krisen, unter anderem einen rapiden Ausbau erneuerbarer Energien und Mobilität, die zugänglich für alle ist.

100 Milliarden für Klima und Gerechtigkeit 

Fridays for Future fordert das Bereitstellen von 100 Milliarden Euro als Sondervermögen für eine beispiellose Beschleunigung des Ausbaus der Erneuerbaren Energien, für kostengünstige und sozial gerechte Mobilität und Reparationszahlungen. Die Regierung muss Geld in die Hand nehmen für eine echte und gerechte Krisenbewältigung und -prävention. Es ist möglich, aus der Krisenspirale herauszukommen. Mit der Einhaltung der Schuldenbremse und ohne wirksame Umverteilung der Übergewinne und Abschaffung aller fossilen Subventionen wird es dafür jedoch keinen Weg geben. 

Aber warum ein Sondervermögen? Die aktuellen Entlastungspakete der Regierung treffen einen wichtigen Punkt, die konkrete und sofortige Hilfe für die Menschen, aber greifen zu kurz: Sie sind zu unkonkret, um wirklich diejenigen zu entlasten, die es am meisten brauchen. Und: Sie wirken nicht transformativ. Aktuell ist nicht absehbar, dass wir in naher und mittlerer Zukunft weniger von Krisen beherrscht sein werden. Deshalb fordern wir gerade als junge Generation die Aufwendung von Finanzen, um durch echte Krisenprävention eine Chance zu haben, in einer resilienten Gesellschaft zu leben, die alle Menschen mitnimmt. 

Die fossile Politik geht nicht auf

Die aktuellen Krisen belasten die Ärmsten der Gesellschaft am stärksten. Die Angst vor den Nebenkostenabrechnungen ist eine direkte Konsequenz einer Politik, die sich zu lange geweigert hat, eine Energieunabhängigkeit auf Basis günstiger erneuerbarer Energien einzuleiten, die eine sozial gerechte und erfolgreiche Maßnahme wie das 9-Euro-Ticket wieder abschafft und die mit der verhinderten Erhöhung der CO2-Steuer eine gerechte Transformation blockiert. Klimapolitik darf nicht zu Lasten der Ärmsten gehen. Es ist klar, dass Klimagerechtigkeit nur sozial und gemeinsam geht!

Wir organisieren uns

Die Klimakrise schreitet immer weiter voran, die Maßnahmen dagegen reichen bei Weitem nicht aus und deshalb ist es umso wichtiger gemeinsam aktiv zu werden. Es hat sich gezeigt: Wenn wir gemeinsam und geschlossen für etwas kämpfen, können wir unglaublich wirkungsvoll sein. Es braucht uns alle und noch viel mehr, weshalb Fridays for Future alle dazu aufrufen, sich einzubringen. 

Deshalb

Schließt euch dem Globalen Klimastreik an und fordert von Entscheidungsträger*innen, Politik für Menschen statt für Profite zu machen! Wir fordern von unserer Regierung, auf die Stimmen der am stärksten von der Klimakrise betroffenen Menschen zu hören. Und wir erwarten von dieser Regierung, so schnell wie möglich gerechte Klimaschutzmaßnahmen zu ergreifen, sowie für die Finanzierung der durch die Klimakrise entstandenen Schäden und Verluste im Globalen Süden zu sorgen. #PeopleNotProfit!

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