Re­de von Hen­rik Peitsch

Wäh­rend un­se­res Fri­days­For­Fu­ture Kli­ma­st­reiks am 18.01.2019 in Os­na­brück hat Herr Hen­rik Peitsch als Ver­tre­ter der Ge­werk­schaft Er­zie­hung und Wis­sen­schaft (GEW) des Kreis­ver­ban­des Os­na­brück-Stadt am Platz der Deut­schen Ein­heit in Os­na­brück ei­ne sehr mo­ti­vie­ren­de und be­kräf­ti­gen­de Re­de vor den strei­ken­den Schüler*innen, Stu­die­ren­den und Azu­bis ge­hal­ten. Wir dan­ken ihm da­für viel­mals!

Lie­be Schü­le­rin­nen und Schü­ler, 
mei­ne Na­me ist Hen­rik Peitsch. Als Mit­glied des Kreis­ver­ban­des der Ge­werk­schaft Er­zie­hung und Wis­sen­schaft – GEW Os­na­brück-Stadt darf euch die Un­ter­stüt­zung des Kreis­ver­ban­des über­mit­teln.

Als ich von eu­ren Pro­tes­ten hör­te muss­te ich so­fort an Sté­pha­ne Hes­sel, ei­nen fran­zö­si­schen Di­plo­ma­ten und po­li­ti­schen Ak­ti­vist, den­ken Er kämpf­te für die Ré­sis­tan­ce ge­gen die Be­set­zung durch die Deut­schen Fa­schis­ten im zwei­ten Welt­krieg und über­leb­te das KZ Bu­chen­wald.
Sei­ne bei­den dün­nen Streit­schrif­ten: Em­pört euch! und En­ga­giert euch! ha­ben mich fas­zi­niert. Er hat sie mit fast 90 Jah­ren ver­fass­te.

Nach sei­ner KZ-Haft wur­de Hes­sel im Jahr 1946 Bü­ro­lei­ter des UN-Vi­ze-Ge­ne­ral­se­kre­tärs. Er war an der For­mu­lie­rung der UN-Men­schen­rechts­char­ta als auch am UN-Ent­wick­lungs­pro­gramm be­tei­ligt.

In ei­nem Rück­blick meint er hin­sicht­lich der Men­schen­rech­te:
„Das war für mich ei­ne enor­me Ge­nug­tu­ung. Ich sag­te mir: Jetzt ha­ben wir ei­nen Weg­wei­ser für die Zu­kunft der Mensch­heit, denn wenn die­se ‚all­ge­mei­ne Er­klä­rung‘ wirk­lich von al­len Mit­glieds­staa­ten ernst ge­nom­men wird – ein­mal –, dann wür­den wir ei­ne wun­der­ba­re, schö­ne Welt vor uns ha­ben. – So­weit sind wir lei­der noch nicht.“

…Im­mer noch nicht!

2010 rief er mit der Streit­schrift „Em­pört Euch“ die Ju­gend zum ge­walt­frei­en Wi­der­stand ge­gen so­zia­le Un­ge­rech­tig­keit, Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen, wu­chern­den Fi­nanz­ka­pi­ta­lis­mus und Um­welt­zer­stö­rung auf. Er er­reich­te da­mit in kur­zer Zeit ein Mil­lio­nen-Pu­bli­kum.

In sei­nem zwei­ten Buch „En­ga­giert euch“ for­der­te er: „Viel we­ni­ger Res­sour­cen pro­du­zie­ren, die den Pla­ne­ten in Ge­fahr brin­gen, viel mehr Res­sour­cen her­stel­len, die den wah­ren Be­dürf­nis­sen der Be­völ­ke­rung ent­spre­chen.“

Hes­sel for­der­te ei­nen Um­bau in­ter­na­tio­na­ler Struk­tu­ren, am liebs­ten die Grün­dung ei­nes Uno-Si­cher­heits­ra­tes für Wirt­schaft und So­zia­les: Ein Gre­mi­um, das ech­te Au­to­ri­tät über die fi­nan­zi­el­len, kom­mer­zi­el­len Draht­zie­her hät­te; ein Gre­mi­um, das be­stim­men könn­te in den Be­rei­chen Ar­beit, So­zia­les und Ge­sund­heit. „Das Sys­tem der Ver­ein­ten Na­tio­nen“, so der ehe­ma­li­ge Uno-Ex­per­te, „hät­te da­mit wirk­lich ei­nen Kopf.“

Dies könn­te auch ein kon­kre­tes Ziel eu­res Pro­tes­tes sein! Denn es geht nicht nur um den Kli­ma­wan­del und die Fol­gen des Kli­ma­wan­dels! Es geht um die glo­ba­le Durch­set­zung der Men­schen­rech­te!

1968 konn­ten uns – den Nach­kriegs­ge­bo­re­nen – die El­tern nicht er­klä­ren, war­um sie in der Zeit von 1933 und 1945 – und auch schon da­vor – still­ge­hal­ten und kei­nen Wi­der­stand ge­leis­tet ha­ben.

Was wer­den wir, was wer­det ihr eu­ren En­keln sa­gen, wenn sie euch fra­gen wer­den:

- Was habt ihr 2019 vom Kli­ma­wan­del und der na­tio­na­len und glo­ba­len un­ge­rech­ten Ver­tei­lung von Ein­kom­men und Ver­mö­gen ge­wusst, von der Miss­ach­tung der Men­schen­rech­te?

- War­um habt euch nicht em­pört und da­ge­gen en­ga­giert?

Wir brau­chen kei­ne hys­te­risch agi­tie­ren­den Pseu­do-Al­ter­na­ti­ven, de­ren Grund­hal­tung nicht nur an­ti­de­mo­kra­tisch son­dern auch of­fen ras­sis­tisch und men­schen­feind­lich ist.
Des­halb ist eu­er Pro­test sehr wich­tig. Ihr setzt da­mit ein deut­li­ches Zei­chen auch ge­gen die Po­pu­lis­ten.

Woll­te man ei­ne Zu­stands­be­schrei­bung der po­li­ti­schen Ver­hält­nis­se un­se­res Lan­des vor­neh­men, so müss­te man fest­stel­len, dass ganz of­fen­sicht­lich die Her­aus­for­de­run­gen des glo­ba­len Kli­ma­wan­dels noch nicht auf der Agen­da un­se­rer Po­li­ti­ker ste­hen.
Die be­reits be­stehen­den Be­dro­hun­gen für vie­le Men­schen so­wie die dra­ma­ti­schen öko­no­mi­schen Fehl­ent­wick­lun­gen ins­be­son­de­re durch den un­ge­hemmt agie­ren­den Fi­nanz­ka­pi­ta­lis­mus und den Wachs­tums­wahn sind Leer­stel­len. 

Auch die Me­di­en tra­gen hier ei­ne be­son­de­re Ver­ant­wor­tung. Al­ler­dings folgt die Lo­gik des Agen­da­set­tings vie­ler Me­di­en eher dem Prin­zip der Auf­la­gen­stei­ge­rung. D.h. Skan­da­li­sie­rung von par­tei­po­li­ti­schen Rand­phä­no­men und der Hys­te­ri­sie­rung von Ne­ben­säch­lich­keit.

Der Die­sel-Be­trugs­skan­dal und des­sen me­dia­le Auf­be­rei­tung und das Han­deln der po­li­ti­schen Klas­se sind ein be­schä­men­des Bei­spiel.

Die Au­to­lob­by hat die Po­li­tik voll im Griff. Die Me­di­en hal­ten sich wei­test­ge­hend zu­rück.

Es ist ein un­be­schreib­li­cher Skan­dal!

Es ge­nügt nicht, Stroh­hal­me, Plas­tik­tü­ten und Kaf­fee­be­cher zu ver­bie­ten und Müll zu tren­nen und über­schüs­si­ge Klei­dung zu sam­meln. Auch der Ein­kauf im Bio­La­den reicht nicht. Die­se Ak­ti­vi­tä­ten ha­ben sehr häu­fig nur Ali­bi­funk­ti­on.

Wir brau­chen ei­ne Trans­for­ma­ti­on der Ge­sell­schaft,

- es muss Schluss sein mit der Zer­stö­rung un­se­rer Um­welt

- und der un­ge­rech­ten Ver­tei­lung der Fol­gen des Kli­ma­wan­dels

- die glo­ba­le Wert­schöp­fung muss ge­recht ver­teilt wer­den

- die Über-Nut­zung der end­li­chen Res­sour­cen auf un­se­ren Pla­ne­ten muss schleu­nigst be­en­det wer­den

Wir ha­ben nur noch we­nig Zeit. Un­se­re Le­bens­sti­le tö­ten Men­schen!

Die Trans­for­ma­ti­on er­for­dert den Ein­satz von uns al­len. Sie er­schöpft sich nicht in der Än­de­rung von All­tags­prak­ma­ti­ken, die ich eben bei­spiel­haft ge­nannt ha­be.

Sie er­for­dert grund­sätz­li­che Ver­än­de­run­gen un­se­rer po­li­ti­schen Hal­tung und Ver­ant­wor­tung und ei­ne an­de­re Po­li­tik!

Ich möch­te euch im Na­men der GEW nicht nur Mut zur Em­pö­rung ma­chen, son­dern al­le Os­na­brü­ck­e­rin­nen und Os­na­brü­cker auf­for­dern, sich euch an­zu­schlie­ßen und sich für die Er­hal­tung un­se­res Pla­ne­ten und ein ge­rech­tes Le­ben für al­le Men­schen zu en­ga­gie­ren!

Wer, wenn nicht wir, wann, wenn nicht jetzt?

4 Kommentare zu „Re­de von Hen­rik Peitsch

  1. Ich hof­fe, es wer­den al­le Wan­del-Be­weg­ten und Tran­si­ti­on-In­itia­ti­ven sich mit fri­days­for­fu­ture so­li­da­ri­sie­ren und ver­bün­den, ..auch um die pas­sen­den Im­pul­se wei­ter zu rei­chen, denn der Wan­del hin zu ei­ner glo­bal-freund­li­chen Kul­tur ist durch ‚uns‘ und so­li­da­risch mit al­len pas­sen­den Kräf­ten zu rea­li­sie­ren, muss und kann nur ge­mein­sam ge­stämmt und rea­li­siert wer­den.
    .. Ich ha­be Eu­re In­itia­ti­ve be­reits in die Krei­se der Wan­del-Be­weg­ten und Tran­si­ti­on-In­itia­ti­ven ein­ge­tra­gen. Viel­leicht geht auch Ihr auf die­se In­itia­ti­ven zu.
    https://​kar​te​von​mor​gen​.org/ + http://​bil​dungs​agen​ten​.org/​k​a​r​t​e​v​o​n​m​o​r​g​e​n​/​#​U​n​s​e​r​_​I​m​p​a​c​t​_​F​ilm + https://​ta​ten​fu​er​mor​gen​.de/ + http://​fu​e​rei​ne​bes​se​re​welt​.in​fo + https://​green​net​pro​ject​.org/ + http://​ma​ker​s4hu​ma​ni​ty​.org/​m​4​h​-​l​a​b​2​0​1​9​.​h​tml + https://​nach​hal​tig​keits​rat​.de/​a​k​t​u​e​l​l​es/ + https://​hu​man​-con​nec​tion​.org/ + https://​sustainab​le​-de​sign​-cen​ter​.de/ + https://​bil​ress​.de/ + https://​tran​si​ti​on​-in​itia​ti​ven​.org/ + https://​com​mu​ni​ty​.we​mo​ve​.eu/​t​/​b​i​l​d​u​n​g​-​i​s​t​-​d​e​r​-​s​c​h​l​u​e​s​s​e​l​-​f​u​e​r​-​d​a​s​-​e​r​f​i​n​d​e​n​-​b​i​l​d​e​n​-​e​i​n​e​r​-​g​l​o​b​a​l​-​f​r​e​u​n​d​l​i​c​h​e​n​-​k​u​l​t​ur/ +…
    Ich hof­fe auf bal­di­ge Ko­ope­ra­tio­nen. 😊

  2. 1. Auf­ruf zur Kli­ma-Ret­tung
    Wir ste­hen am Schei­de­weg!
    Die Kli­ma­kri­se hat dra­ma­ti­sche Di­men­sio­nen an­ge­nom­men. Sie ver­än­dert welt­weit schon jetzt Jah­res­zei­ten, Wet­ter und Ober­flä­che un­se­rer Er­de und da­mit un­se­re einst sta­bi­len Le­bens­grund­la­gen. Or­ka­ne, Stark­re­gen­fäl­le, Über­schwem­mun­gen, Dür­ren und Wald­brän­de wer­den im­mer häu­fi­ger und stär­ker. Wüs­ten­bil­dung, das Auf­tau­en der Per­ma­frost-Bö­den, das Schmel­zen von Glet­schern so­wie gi­gan­ti­scher Pol- und In­lands­eis­flä­chen – al­le die­se Pro­zes­se ge­sche­hen im­mer schnel­ler
    Spä­tes­tens seit der „Club of Ro­me“ 1972 sei­ne Stu­die „Die Gren­zen des Wachs­tums“ ver­öf­fent­lich­te, weiß die Mensch­heit um das Pro­blem der Be­grenzt­heit und rück­sichts­lo­sen Über­nut­zung un­se­rer Res­sour­cen.
    Seit 40 Jah­ren ken­nen wir den men­schen-ge­mach­ten „Treib­haus­ef­fekt“ als Ur­sa­che der Erd­er­wär­mung durch un­se­re Ver­feue­rung fos­si­ler Brenn­stof­fe und als Fol­ge die Emis­si­on vom Haupt-Kli­ma­kil­ler CO2,
    Le­ben wir – auch nur an­nä­hernd – so wei­ter wie ge­habt, dann le­gen wir die un­um­kehr­ba­ren Grund­la­gen zur groß­räu­mi­gen Zer­stö­rung der Er­de mit ih­rer Tier- und Pflan­zen­welt – un­se­rer al­ler Um­welt – durch den Kli­ma­kol­laps. Nein, durch uns!.
    Für Kli­ma, Um­welt und Na­tur heißt es schon jetzt: „Ret­ten, was noch zu ret­ten ist!“
    Die ein­zi­ge Al­ter­na­ti­ve zur bis­he­ri­gen blind-zer­stö­re­ri­schen De­vi­se des „Au­gen zu und durch!“ lau­tet: So­fort Ver­ant­wor­tung über­neh­men, so­fort und kon­se­quent al­le drin­gend not­wen­di­gen Maß­nah­men er­grei­fen, um die schlimms­ten Zer­stö­run­gen und Ver­schmut­zun­gen von Na­tur und Um­welt, von Luft, Was­ser und Bö­den zu brem­sen, zu stop­pen so­wie, wo im­mer mög­lich, et­was wie­der gut zu­ma­chen.
    Noch kön­nen wir, mit welt­weit ver­ein­ten Kräf­ten die Erd­er­wär­mung brem­sen und stop­pen!
    Mit ver­ein­ten Kräf­ten kön­nen und müs­sen wir für die kom­men­den Ge­nera­tio­nen die Er­de ret­ten!
    Hier­für ha­ben wir kei­ne ein­zi­ge Wahl-Mög­lich­keit: Denn ent­we­der ge­ben wir un­se­ren wun­der­vol­len und ein­zig­ar­ti­gen Pla­ne­ten der end­gül­ti­gen Zer­stö­rung preis duch den Ego­is­mus der Kon­zer­ne, rück­sichts­lo­ser Ul­tra-Rei­cher und un­ein­sich­ti­ger Mit­bür­ger. Oder wir än­dern ra­di­kal un­ser al­ler Le­ben und da­mit auch die Auf­ga­ben, Funk­tio­nen und Struk­tu­ren un­se­rer zer­stö­re­ri­schen – weil na­he­zu aus­schließ­lich auf ma­xi­ma­les Wachs­tum und Pro­fit aus­ge­rich­te­ten – durch-di­gi­ta­li­sier­ten In­dus­trie­na­tio­nen. Die Aus­wir­kun­gen von un­ge­brems­tem Tur­bo­ka­pi­ta­lis­mus, Glo­ba­li­sie­rung und Neo­li­be­ra­lis­mus de­ge­ne­rier­ten un­se­re Ge­sell­schaft
    in­zwi­schen von der So­zia­len Markt­wirt­schaft zu ei­ner voll­kom­men un­so­zia­len Markt­wirt­schaft.
    Um das Kli­ma zu ret­ten und gleich­zei­tig den not­wen­di­gen Um­bau der Ge­sell­schaft zu star­ten, müs­sen wir so­fort da­mit be­gin­nen, die Nut­zung fos­si­ler Brenn­stof­fe und den Strom­ver­brauch in al­len Le­bens­be­rei­chen dras­tisch zu re­du­zie­ren. Jeg­li­cher Ver­brauch von Strom und fos­si­lem Brenn­stoff muss mit Be­wusst­sein und Über­le­gung er­fol­gen und mög­lichst ge­ring so­wie nur kurz­zei­tig sein.
    Wir al­le müs­sen ei­ni­ges von un­se­rem ge­wohn­ten Le­bens­stil auf­ge­ben und – in al­ler­ers­ter Li­nie – jeg­li­chen Stra­ßen-, Flug- und Schiffs­ver­kehr schnells­tens auf ein ab­so­lut un­um­gäng­li­ches, Mi­ni­mum be­schrän­ken. Glei­ches gilt auch für´s Hei­zen, Mo­to­ren-, Ma­schi­nen-, Ge­rä­te- aber – so­gar drin­gend – auch die In­ter­net-Nut­zung und un­se­ren Kon­sum. Je­der kann hier so­fort und mit vie­len frei­wil­li­gen Boy­kot­ten be­gin­nen!
    Das bis­lang gül­ti­ge un­ein­ge­schränk­te Recht auf jeg­li­chen auch un­nö­ti­gen En­er­gie­ver­brauch für z.B. Leucht­re­kla­me, Zu­brin­ger- und Fest­be­leuch­tung, Schau­fens­ter, Kli­ma­an­la­gen, Ge­blä­se, leer­lau­fen­de Mo­to­ren usw., usw. muss um­ge­hend ge­setz­lich be­schränk­bar wer­den. Dies muss für al­les gel­ten, was nicht un­mit­tel­bar der Si­cher­heit und Ge­sund­heit der Bür­ger im öf­fent­li­chen und im pri­va­ten Be­reich dient und da­her da­für zwin­gend not­wen­dig ist,
    Wir soll­ten auch „Le­bens­qua­li­tät“ für uns kom­plett neu de­fi­nie­ren: Hier­für soll­ten wir er­ken­nen, dass uns Ma­te­ri­el­les – wie Geld und kauf­ba­re Din­ge – kei­ne ech­te Zu­frie­den­heit bringt. Ide­el­les hin­ge­gen bie­tet Po­si­ti­ves – wie Zeit für Ge­mein­schaft oder Hob­by, für Mu­ße und Ler­nen. Ei­ne Ori­en­tie­rung an ide­el­len Wer­ten bie­tet ei­ne re­el­le Chan­ce, zu­frie­de­ner oder so­gar glück­li­cher zu wer­den.
    An­statt die bes­ten Jah­re un­se­res kur­zen Le­bens blind­lings und gänz­lich ei­nem – oft­mals – ent­frem­de­ten Ar­beits­platz zu op­fern, soll­ten wir er­ken­nen, dass ver­kürz­te ei­ge­ne Ar­beits­zeit nicht nur Ar­beits­plät­ze schafft, son­dern – für uns selbst – auch mehr freie, selbst­be­stimm­te Le­bens­zeit. Auch dar­in liegt ei­ne ech­te Chan­ce für uns al­le, in un­se­rem kur­zen Le­ben wie­der zu­frie­de­ner und glück­li­cher zu wer­den. Für im­mer mehr Men­schen ist da­her „Stadt­flucht“ ver­bun­den mit Le­ben und Ar­bei­ten von, auf und mit dem Lan­de die bes­te Op­ti­on für ein ge­sün­de­res und zu­frie­de­ne­res Le­ben.
    Für all dies müs­sen wir selbst­ver­ständ­lich auch un­se­ren „Le­bens­stil„ über­den­ken. Der bis­he­ri­ge un­sin­ni­ge und um­welt­zer­stö­ren­de Kon­sum muss vom nach­hal­ti­gen Ein­kauf des Not­wen­digs­ten ab­ge­löst wer­den. Sai­so­na­les Ost und Ge­mü­se so­wie al­le an­de­ren Ba­sis­pro­duk­te müs­sen, wo mög­lich, aus der Nä­he kom­men. Sie kön­nen und müs­sen Im­por­te, Weit-Trans­por­tier­tes und Nicht-Sai­so­na­les er­set­zen. Und – wo im­mer mög­lich und zu­mut­bar – soll­ten wir Ma­schi­nen wie­der mit un­se­rer ei­ge­nen Ar­beits­kraft künf­tig wie­der er­set­zen und da­für ein Stück­chen der
    ge­wohn­ten Be­quem­lich­keit auf­ge­ben,
    Wir müs­sen auch end­lich den Ver­such auf­ge­ben, un­se­re Na­tur zu be­herr­schen, sie nur als un­er­schöpf­li­chen Roh­stoff­lie­fe­ran­ten zu se­hen und da­mit zu zer­stö­ren. Statt­des­sen müs­sen wir die Tier- und Pflan­zen­welt als un­er­setz­li­ches gro­ßes Wun­der be­grei­fen und die Na­tur mit all ih­ren Le­be­we­sen be­schüt­zen statt sie zu be­nüt­zen. Wir soll­ten die Na­tur so lie­be- und re­spekt­voll be­han­deln wie un­se­re Nächs­ten, Freun­de und Nachbarn,so lie­be- und re­spekt­voll
    wie al­le un­se­re Mit­men­schen al­ler Völ­ker die­ser Er­de.
    To­le­ranz und Groß­zü­gig­keit soll­ten dau­er­haft die ak­tu­el­le ego­is­ti­sche El­len­bo­gen­men­ta­li­tät ab­lö­sen. Wir brau­chen So­li­da­ri­tät statt Kon­kur­renz­den­ken, Ko­ope­ra­ti­on statt Wett­be­werb, Öff­nung statt Ab­gren­zung, To­le­ranz statt Tun­nel­blick, Lie­be statt Hass.
    Wir brau­chen so­li­da­ri­sches Mit­ein­an­der statt Ge­gen­ein­an­der!
    Um un­se­re Zie­le durch­zu­set­zen, müs­sen wir al­le po­li­ti­schen We­ge nut­zen und dür­fen die Aus­ein­an­der­set­zung mit der er­starr­ten Wirt­schafts- und Fi­nanz­welt nicht scheu­en. Den Weg in ei­ne bes­se­re Zu­kunft soll­ten wir kei­nes­falls al­lei­ne ge­hen: Je­der für sich kann zwar den Auf­bruch zum nach­hal­ti­gen Le­ben be­gin­nen. Aber wir soll­ten auf un­se­rem Weg mög­lichst vie­le (vor al­lem jun­ge!) Gleich­ge­sinn­te fin­den, ge­mein­sam Nicht-Über­zeug­te von un­se­rem Ziel über­zeu­gen, sie beim Be­wusst­wer­dungs­pro­zess so­wie im Durch­hal­te­ver­mö­gen un­ter­stüt­zen und sie als Ge­fähr­ten für den Weg in ei­ne bes­se­re Zu­kunft ge­win­nen.
    Lasst uns ge­mein­sam auf­bre­chen! Und lasst uns ge­mein­sam ei­ne neue, ei­ne bes­se­re Ge­sell­schaft grün­den! Ar­beits­ti­tel für die „Neue Ge­sell­schaft“: ? Bit­te Vor­schlä­ge!
    (Von Pe­ter (66) ver­fasst am 3. Ja­nu­ar und über­ar­bei­tet am 23. Ja­nu­ar 2019)

  3. Kli­ma­schutz und Men­schen­rech­te be­din­gen ein­an­der.
    Am 20. No­vem­ber 2019 wird die UN Kin­der­rechts­kon­ven­ti­on 30 Jah­re alt. Vie­le ken­nen die UN-Kin­der­rechts­kon­ven­ti­on mit 54 Ar­ti­keln von 192 Staa­ten un­ter­schrie­ben nicht. Vie­le Kin­der­schutz-or­ga­ni­sa­tio­nen for­dern seit zwei Jahr­zehn­ten, dass die Rech­te für Kin­der und Ju­gend­li­che im Grund­ge­setz ver­an­kert wer­den. https://​www​.netz​werk​-kin​der​rech​te​.de/​u​p​l​o​a​d​s​/​t​x​_​n​e​w​s​/​H​i​n​t​e​r​g​r​u​n​d​p​a​p​i​e​r​_​K​i​n​d​e​r​r​e​c​h​t​e​_​i​n​s​_​G​r​u​n​d​g​e​s​e​t​z​.​pdf
    Kin­der wer­den der­zeit n i c h t als Rechts­sub­jekt im GG ge­nannt. Die Re­gie­rung lehnt es ab. Das zu for­dern, dass an­er­kannt wird, das die Be­dürf­nis­se von Kin­dern und Ju­gend­li­chen ent­wick­lungs­be­dingt von Er­wach­se­nen un­ter­schied­lich sind und dies auch ge­setz­lich be­ach­tet wer­den muss, wä­re ein wich­ti­ger Schritt. Es han­delt sich um Art. 3 Wohl des Kin­des der UN KRK.
    Die Fort­ent­wick­lung der Men­schen­rech­te be­deu­tet wei­ter­ge­dacht Kli­ma­schutz. Die Auf­nah­me des Kin­des als Rechts­sub­jekt mit ei­ge­nen, sich von Er­wach­se­nen (asym­me­trisch) ab­wei­chen­den Be­dürf­nis­sen, wür­de den Ge­setz­ge­ber, die Wirt­schaft, staat­li­che In­sti­tu­tio­nen (B: Schu­len) und uns als Ge­sell­schaft in die Pflicht neh­men, al­le er­denk­li­chen Maß­nah­men, Ent­schei­dun­gen, Or­ga­ni­sa­ti­ons­struk­tu­ren so­wie sämt­li­che Ge­setz­ge­bun­gen, die das Kind be­tref­fen, im­mer zu­for­derst auf die Kin­des­wohl­fra­ge zu prü­fen.
    Ei­ne Ver­bin­dung zum Kli­ma­schutz fin­det sich in Art. 24, Abs.2, c UN KRK. Im Zu­sam­men­hang mit der Ge­sund­heits­vor­sor­ge heisst es hier: „(…) wo­bei die Ge­fah­ren und Ri­si­ken der Um­welt­ver­schmut­zung zu be­rück­sich­ti­gen sind.“ Wer­den die Kin­der­rech­te (Schutz-/För­der-/Be­tei­li­gungs­rech­te) ernst ge­nom­men, dann müss­te auch das Bil­dungs­sys­tem über­prüft wer­den. Und da­zu zählt eben­so die Ver­wirk­li­chung ei­ner „In­klu­si­ven Ge­sell­schaft“, die in Ki­ta und Schu­le ganz we­sent­lich be­gin­nen muss.
    Die UN Be­hin­der­ten­rechts­kon­ven­ti­on jährt am 26. März 2019 im 10. Jahr (in Kraft ge­tre­ten). Der Ge­dan­ke ist, schaf­fen wir es rück­sichts­vol­ler und hu­ma­ner un­se­re Ge­sell­schaft zu or­ga­ni­sie­ren, dann sind wir we­ni­ger weit ent­fernt vom Kli­ma­schutz. Und vie­les be­ginnt in Ki­ta, Schu­le und Hoch­schu­le https://www.institut-fuer-menschenrechte.de/monitoring-stelle-un-brk/staatenpruefung-2018–2020/positionen-der-monitoring-stelle/inklusive-bildung. Hier wä­re es wich­tig „rie­si­ge Schrit­te“ zu un­ter­neh­men, da­mit un­ser (Schubladen-)Denken sich ver­än­dert und wir eben­so un­se­re Um­welt wert­schät­zend be­han­deln, Kli­ma­fra­gen nicht in die Fer­ne schie­ben, son­dern be­ar­bei­ten …
    Das In­sti­tut für Men­schen­rech­te for­dert: „Kli­ma­po­li­tik muss men­schen­rechts­ori­en­tiert sein“: https://​www​.in​sti​tut​-fu​er​-men​schen​rech​te​.de/​a​k​t​u​e​l​l​/​n​e​w​s​/​m​e​l​d​u​n​g​/​a​r​t​i​c​l​e​/​k​l​i​m​a​p​o​l​i​t​i​k​-​m​u​s​s​-​m​e​n​s​c​h​e​n​r​e​c​h​t​s​o​r​i​e​n​t​i​e​r​t​-​s​e​in/.
    Vor­ste­hen­de Zei­len sol­len ei­ne An­re­gung sein für For­de­run­gen auf De­mons­tra­tio­nen Fri­days­for­fu­ture .…

  4. Die Men­schen­rech­te sind in is­lam­si­chen Staa­ten der Schari’a un­ter­ge­ord­net. Die Kai­ro­er Er­klä­rung der Men­schen­rech­te im Is­lam ist ei­ne 1990 be­schlos­se­ne Er­klä­rung der Mit­glieds­staa­ten der Or­ga­ni­sa­ti­on der Is­la­mi­schen Kon­fe­renz, wel­che die Scharīʿa als al­lei­ni­ge Grund­la­ge von Men­schen­rech­ten de­fi­niert. Die Er­klä­rung wird als is­la­mi­sches Ge­gen­stück zur All­ge­mei­nen Er­klä­rung der Men­schen­rech­te ge­se­hen. Und was in der Schari’a so al­les ‚er­laubt‘ ist, steht im dia­me­tra­len Ge­gen­satz zum deut­schen Grund­ge­setz und zu den von der UN ver­ab­schie­de­nen Men­schen­rech­ten. Von ‚Kin­der­re­che­ten‘ ist im Is­lam über­haupt kei­ne Re­de. Und ‚Kli­ma­schutz‘ ist in is­la­mi­schen Staa­ten – so­weit mir be­kannt ist – auch kein The­ma.

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