Smi­le For Fu­ture Sum­mit

Eu­ro­päi­sches Tref­fen der Fri­days-For-Fu­ture-Be­we­gung in Lau­sanne, Schweiz

Über 450 jun­ge Kli­ma­st­rei­ken­de aus 37 Län­dern Eu­ro­pas, dar­un­ter 30 Deut­sche, ver­sam­meln sich an­ge­sichts der durch die Kli­ma­kri­se be­droh­ten Zu­kunft der Er­de zu dem in­ter­na­tio­na­len Gip­fel­tref­fen Smi­le For Fu­ture. 

Die Fri­days-For-Fu­ture-Be­we­gung trifft sich in Lau­sanne, um un­se­re Hoff­nung für die Zu­kunft in Ta­ten um­zu­set­zen. Eta­blier­te po­li­ti­sche Sys­te­me ha­ben dar­in ver­sagt, ge­gen die Ur­sa­chen der Kli­ma­kri­se vor­zu­ge­hen. Wir kämp­fen für un­se­re von der Ver­nunft mo­ti­vier­ten For­de­run­gen nach Kli­ma­ge­rech­tig­keit und nach ei­ner wür­di­gen Zu­kunft für al­le Men­schen. In we­ni­gen Mo­na­ten ist un­se­re Be­we­gung auf über an­dert­halb Mil­lio­nen Men­schen, in Deutsch­land auf über 300.000, an­ge­wach­sen, die ge­mein­sam ent­schlos­sen Ver­ant­wor­tung über­neh­men und ein­for­dern.

Die Teilnehmer*innen die­ses ers­ten gro­ßen eu­ro­päi­schen Tref­fens un­se­rer Be­we­gung wer­den in Lau­sanne über das wei­te­re Vor­ge­hen un­se­rer bei­spiel­lo­sen glo­ba­len Be­we­gung nach­den­ken und sich über Stra­te­gi­en be­ra­ten. Sie wol­len sich ge­gen­sei­tig in­spi­rie­ren, Er­fah­run­gen aus ih­ren je­wei­li­gen Län­dern aus­tau­schen und kon­kre­te wei­te­re Schrit­te in Gang set­zen. Es soll un­ter an­de­rem um die in­ter­na­tio­na­le Or­ga­ni­sa­ti­on so­wie die Kon­kre­ti­sie­rung der Wer­te, Zie­le und For­de­run­gen der Be­we­gung ge­hen. 

Auch die Ko­or­di­na­ti­on un­se­res welt­wei­ten fried­li­chen Auf­stan­des von Mil­lio­nen Kli­ma­st­rei­ken­den jeg­li­chen Al­ters im Rah­men der „Week for Fu­ture and Cli­ma­te“ wäh­rend des UN-Kli­ma­gip­fels En­de Sep­tem­ber wird auf dem Pro­gramm ste­hen. In Deutsch­land in­iti­iert zu dem An­lass der Teil­neh­mer Joschua Elbing aus Lü­ne­burg die “#week4climate”. Vom 21.–27. Sep­tem­ber wer­den in Deutsch­land je­den Tag De­mons­tra­tio­nen und Ak­tio­nen zu be­stimm­ten The­men statt­fin­den. 

Die jun­gen Europäer*innen in Lau­sanne wol­len sich in ge­mein­schaft­li­chen Dis­kus­si­ons­run­den mit der Un­ter­stüt­zung wis­sen­schaft­li­cher Expert*innen mit den Pro­ble­men der Kli­ma­kri­se aus­ein­an­der­set­zen. Sie ma­chen sich stark für, den von uns ver­lang­ten, all­ge­mei­nen öko­lo­gisch-so­zia­len Be­wusst­seins­wan­del und for­dern kon­kre­te Ta­ten. Die Be­we­gung setzt auf ei­ne grund­le­gen­de Neu­aus­rich­tung der Po­li­tik und ei­nen ge­sell­schaft­li­chen Wan­del hin bis zu ei­ner glo­ba­len Kli­ma­ge­rech­tig­keit. 

Als Europäer*innen über na­tio­na­le, po­li­ti­sche und wirt­schaft­li­che Gren­zen hin­weg ver­eint, schla­gen die jun­gen Aktivist*innen an­ge­sichts der welt­wei­ten Kli­ma­kri­se und ih­rer schon jetzt spür­ba­ren Kon­se­quen­zen für Men­schen und Um­welt Alarm. Im Na­men un­se­rer Be­we­gung pran­gern sie das feh­len­de En­ga­ge­ment der eta­blier­ten Po­li­tik an, dem wir ei­ne Fül­le an krea­ti­ven Ide­en so­wie ei­ne kon­se­quen­te und wach­sen­de In­itia­ti­ve ent­ge­gen­set­zen. Wir zei­gen mas­si­ven, fried­li­chen zi­vi­len Un­ge­hor­sam, da­mit die Po­li­tik das zen­tra­le The­ma un­se­rer Zeit, die Zu­kunft der Er­de und der Mensch­heit, ernst nimmt.

Isa­bel­le Axels­son aus Stock­holm, Schwe­den, be­merkt:  „Das Tref­fen ist ei­ne ein­ma­li­ge Chan­ce, um an­de­re jun­ge Kli­ma­st­rei­ken­de aus ganz Eu­ro­pa zu tref­fen. Es wird groß­ar­tig sein, sich mit ih­nen über un­se­re ge­mein­sa­men Ak­tio­nen ge­gen die Kli­ma­kri­se aus­zu­tau­schen.“ Wir, die deut­schen teilnehmer*innen se­hen in dem Tref­fen ei­ne tol­le Ge­le­gen­heit zu zei­gen, dass un­se­re Be­we­gung wei­ter­hin be­stehen bleibt, so­lan­ge es not­wen­dig ist.

Ne­ben vie­len lo­ka­len und eu­ro­päi­schen Ak­ti­vis­ten wird Gre­ta Thun­berg, die In­itia­to­rin der Be­we­gung, die gan­ze Wo­che über in Lau­sanne am Tref­fen teil­neh­men. 

Wie kön­nen al­le teil­ha­ben?

Die Ple­nar­sit­zun­gen des Tref­fens (Mon­tag, Mitt­woch und Don­ners­tag) so­wie die Pres­se­kon­fe­ren­zen (Mo 5 Aug 12:30 und Fr 9 Aug 10:00) wer­den live auf In­sta­gram, Face­book und You­tube un­ter den Ac­counts von FFF Eu­ro­pe ge­streamt. Wir freu­en uns auf die Be­tei­li­gung al­ler!

Zu dem ab­schlie­ßen­den Streik am Frei­tag, 9. Au­gust um 15 Uhr in Lau­sanne sind al­le Fri­days­for­Fu­ture-Grup­pen in Deutsch­land herz­lich ein­ge­la­den:
https://​www​.face​book​.com/​e​v​e​n​t​s​/​4​2​1​7​9​9​0​3​8​4​1​8​0​05/
(Ab Ba­sel wird es auch ge­mein­sa­me Zug­fahr­ten ge­ben, s. Kli­ma­be­we­gung Ba­sel auf Face­book!)

Pro­mi­nen­te Gäs­te des Tref­fens

Als wei­te­re Unterstützer*innen des Tref­fens kom­men nach Lau­sanne un­ter an­de­rem Prof. Dr. Ernst von Weiz­sä­cker, Eh­ren­prä­si­dent des Club of Ro­me, Prof. Dr. Jac­ques Du­bo­chet, No­bel­preis­trä­ger in Che­mie und von Be­ginn an Un­ter­stüt­zer der Be­we­gung, Ro­ger Hallam und Dr. Ru­pert Read, der Grün­der und der Pres­se­spre­cher von Extinc­tion Re­bel­li­on so­wie Prof. Dr. Jean-Pas­cal van Yper­se­le, Kli­ma­to­lo­ge und ehe­ma­li­ger Vi­ze­prä­si­dent des IPCC.

25 Kommentare zu „Smi­le For Fu­ture Sum­mit

  1. Hal­lo, ich fin­de eu­re Be­we­gung toll.
    Was mir nicht ge­fällt, dass ihr zu tau­sen­den­den Smart­pho­nes, Ta­blets und Lap­tops wäh­rend eu­ren Ak­tio­nen ver­wen­det und da­mit si­cher­lich auch Such­ma­schi­nen welt­weit in Gang setzt, die wie­der­um Un­men­gen an C02 ver­ur­sa­chen. Hier fän­de ich es gut, wenn man mal da­zu auf­ruft, die­se Din­ger nicht zu be­nut­zen. Das gilt üb­ri­gens auch für mich. Ich neh­me z. B. mein Smart­pho­ne nicht mit an die Ar­beit und auch sonst nut­ze ich es we­nig.
    Aber wahr­schein­lich hört ihr das nicht zum ers­ten Mal. LG Bet­ti­na

  2. Freut mich sehr, dass der Club of Ro­me pro­mi­nent ver­tre­ten sein wird!

    Ich war noch ein Kind, als sei­ne ein­dring­li­che War­nung ver­öf­fent­licht wur­de. Was ist seit­her, seit ei­nem hal­ben Jahr­hun­dert (!) pas­siert? Nichts, was dem Club-of-Ro­me-Be­richt an­ge­mes­sen ge­we­sen wä­re! Es ging im­mer nur um Ge­winn­ma­xi­mie­rung und Ge­biets­an­sprü­che, ganz egal, was das für Kli­ma, Um­welt und Men­schen­rech­te be­deu­tet hat. So kann und darf das nicht wei­ter­ge­hen! Al­le ver­nünf­ti­gen Men­schen die­ser Welt müs­sen nun ei­ne gro­ße ge­mein­sa­me Kraft­an­stren­gung un­ter­neh­men, da­mit für die­sen ein­zi­gen Pla­ne­ten, den wir ha­ben, ei­ne nach­hal­ti­ge Ord­nung ge­schaf­fen wird!

    LG Ar­min

  3. Ich, 57 Jah­re alt, bin froh und dank­bar – und auch rich­tig stolz – dass un­se­re jun­gen Leu­te mo­bil ma­chen und da­mit die bis­her eher un­schein­bar ge­blie­be­nen Be­mü­hun­gen de­rer ins rech­te Licht rü­cken, die schon lan­ge be­reit sind, sich und ih­rer Welt zu­lie­be ver­nünf­tig zu agie­ren.
    Es ist auch mei­ne Zu­kunft, um die es da geht, und ich möch­te end­lich nicht wei­ter ohn­mäch­tig auf die un­zäh­li­gen Zu­stän­de bli­cken müs­sen, die uns un­säg­li­ches Ver­der­ben ein­brin­gen wer­den, wenn nicht end­lich JETZT et­was ge­schieht.
    Po­li­ti­ker, die um­fas­sen­de Ver­än­de­run­gen auf die lan­ge Bank schie­ben wol­len, sind für mich de­fi­ni­tiv nicht mehr wähl­bar. Und ich hof­fe sehr, dass mög­lichst al­le Men­schen „fau­le Zu­kunf­st­plä­ne und Aus­re­den“, die wie­der nur dem Pro­fit die­nen, ziel­si­cher ent­lar­ven wer­den.

    1. Frau Sand­küh­ler,
      ich be­wun­de­re Sie.
      Mein Mann ist 46, ich bin 59.
      Wir neh­men an den De­mos teil so­fern es un­se­re Dienst­plä­ne zu­las­sen.
      War­um?
      Die Ju­gend­li­che von heu­te sind die Er­wach­se­nen von mor­gen.
      Die Zu­kunft kann und darf uns nicht egal sein.

  4. Viel­leicht in­ters­siert Euch das über die AKTUELLE Po­li­tik in der EU::
    Pres­se­infor­ma­ti­on: EU-Land­wirt­schaft nicht zu­kunfts­fä­hig
    Nr. 143 – 01.08.2019 – Ge­org-Au­gust-Uni­ver­si­tät Göt­tin­gen
    For­scher ana­ly­sie­ren Re­form­plä­ne der EU-Kom­mis­si­on zur Ge­mein­sa­men Agrar­po­li­tik
    (pug) Die ak­tu­el­len Re­form­vor­schlä­ge der EU-Kom­mis­si­on zur Ge­mein­sa­men Agrar­po­li­tik (GAP) las­sen kei­ne Ver­bes­se­run­gen beim Um­welt­schutz er­war­ten. Das kon­sta­tiert ein For­scher­team un­ter der Lei­tung des Deut­schen Zen­trums für in­te­gra­ti­ve Bio­di­ver­si­täts­for­schung (iDiv), des Helm­holtz-Zen­trums für Um­welt­for­schung (UFZ) und der Uni­ver­si­tät Göt­tin­gen in der Fach­zeit­schrift Sci­ence. Zwar be­ken­ne sich die EU zu mehr Nach­hal­tig­keit, in den GAP-Re­form­vor­schlä­gen spie­ge­le sich dies je­doch nicht wi­der, so die Au­toren. Sie zei­gen, wie der lau­fen­de Re­form­pro­zess wis­sen­schaft­li­chen Er­kennt­nis­sen und öf­fent­li­chen For­de­run­gen nach mehr Um­welt- und Kli­ma­schutz ge­recht wer­den kann.
    174 Mil­lio­nen Hekt­ar, 40 Pro­zent der ge­sam­ten Flä­che, wer­den in der EU land­wirt­schaft­lich ge­nutzt – in Deutsch­land sind es so­gar über 50 Pro­zent. Die In­ten­si­vie­rung der Land­nut­zung ist laut Welt­bio­di­ver­si­täts­rat IPBES Ur­sa­che Num­mer eins für den Rück­gang der bio­lo­gi­schen Viel­falt. Von die­ser Viel­falt hängt maß­geb­lich das Wohl­erge­hen der Men­schen ab.
    Die Eu­ro­päi­sche Uni­on, und da­mit auch Deutsch­land, ha­ben sich in ver­schie­de­nen in­ter­na­tio­na­len Ab­kom­men zu ei­ner nach­hal­ti­gen Land­wirt­schaft zum Schutz der Bio­di­ver­si­tät und des Kli­mas ver­pflich­tet. Die Ge­mein­sa­me Agrar­po­li­tik der Eu­ro­päi­schen Uni­on ist da­bei ei­nes der wich­tigs­ten Po­li­tik­fel­der, um die­se in­ter­na­tio­na­len Ver­pflich­tun­gen um­zu­set­zen. „Doch ge­ra­de hier ist we­nig von die­ser Ab­sicht zu er­ken­nen“, kri­ti­siert das For­scher­team um Dr. Guy Pe’er (iDiv, UFZ) und Dr. Se­bas­ti­an Lak­ner (Uni­ver­si­tät Göt­tin­gen).
    Die For­sche­rin­nen und For­scher ha­ben den ak­tu­el­len Re­form­vor­schlag der EU-Kom­mis­si­on zur GAP nach 2020 ana­ly­siert. Da­bei stan­den drei Fra­gen im Vor­der­grund: Ist der Re­form­vor­schlag mit den UN-Nach­hal­tig­keits­zie­len (Sustainab­le De­ve­lop­ment Goals, SDGs) ver­ein­bar, re­flek­tiert er die ge­sell­schaft­li­che Dis­kus­si­on über die Land­wirt­schaft und bringt er ei­ne Ver­bes­se­rung der GAP? Grund­la­ge war ei­ne um­fas­sen­de Li­te­ra­tur­stu­die von rund 450 Pu­bli­ka­tio­nen, die die ak­tu­el­le GAP nach Kri­te­ri­en wie Ef­fek­ti­vi­tät, Ef­fi­zi­enz und Re­le­vanz be­wer­ten. Ihr Er­geb­nis: Die neu­en Vor­schlä­ge stel­len ei­nen kla­ren Rück­schritt ge­gen­über den bis­he­ri­gen Re­ge­lun­gen dar.„Sollte die EU es mit ih­rer Ver­pflich­tung auf die SDGs ernst mei­nen, müss­ten die­se sich auch in der Land­wirt­schafts­po­li­tik wie­der­fin­den und ent­spre­chen­de In­di­ka­to­ren zur Er­folgs­mes­sung de­fi­niert wer­den“, sagt Öko­lo­ge Pe’er. „Das ist nicht der Fall.“ Da­bei hät­te die GAP laut der For­scher das Po­ten­zi­al, zur Er­rei­chung von min­des­tens neun der sieb­zehn SDGs bei­zu­tra­gen. Der­zeit tra­ge sie nur zur Er­rei­chung von zwei SDGs bei.
    Die For­scher kri­ti­sie­ren dar­über hin­aus, dass die EU In­stru­men­te er­hal­ten wol­le, die sich nach­weis­lich als in­ef­fi­zi­ent, kli­ma- und um­welt­schäd­lich so­wie so­zi­al un­ge­recht her­aus­ge­stellt hät­ten. Ein Bei­spiel sind die Di­rekt­zah­lun­gen im Rah­men der so­ge­nann­ten Säu­le eins der GAP. Rund 40 Mil­li­ar­den Eu­ro (et­wa 70 Pro­zent des GAP-Bud­gets) be­kom­men Land­wir­te al­lein auf Grund­la­ge der be­wirt­schaf­te­ten Flä­che. Dies führt zu ei­ner un­glei­chen För­de­rung: 1,8 Pro­zent der Emp­fän­ger be­kom­men 32 Pro­zent des Gel­des.
    „Für die­se 1992 pro­vi­so­risch ein­ge­führ­ten Aus­gleichs­zah­lun­gen fehlt in­zwi­schen je­de wis­sen­schaft­li­che Be­grün­dung“, sagt Agrar­öko­nom Lak­ner von der Uni­ver­si­tät Göt­tin­gen. Die Di­rekt­zah­lun­gen tra­gen nach Ana­ly­se der For­scher auch we­nig zum Er­rei­chen ge­sell­schaft­li­cher Zie­le bei. Die­se Kri­tik ist nicht neu und wur­de von der EU 2010 mit dem so­ge­nann­ten „Gree­ning“ der Di­rekt­zah­lun­gen auf­ge­grif­fen. Die ent­spre­chen­den Auf­la­gen sei­en je­doch po­li­tisch auf­ge­weicht wor­den und hät­ten sich als weit­ge­hend wir­kungs­los her­aus­ge­stellt, so die For­scher.
    Doch die EU-Kom­mis­si­on will an den Di­rekt­zah­lun­gen fest­hal­ten und bie­tet als Re­ak­ti­on auf die brei­te Kri­tik ei­ne „Grü­ne Ar­chi­tek­tur“ an. Die­se um­fasst ei­ne Aus­wei­tung der Kri­te­ri­en der „Gu­ten land­wirt­schaft­li­chen Pra­xis“ so­wie neue frei­wil­li­ge Um­welt­schutz­maß­nah­men in Säu­le eins. Au­ßer­dem wur­de ein Teil des CAP-Bud­gets als kli­ma­freund­lich de­fi­niert. Laut den For­schern feh­len aber ge­eig­ne­te Maß­nah­men für ei­nen ef­fek­ti­ven Kli­ma­schutz.
    Mit Säu­le zwei will die EU Um­welt- und Kli­ma­schutz­maß­nah­men so­wie die Ent­wick­lung länd­li­cher Räu­me för­dern. Die­se Säu­le soll künf­tig je­doch er­heb­lich ge­kürzt wer­den, ob­wohl ihr Vo­lu­men schon heu­te nur rund ein Zehn­tel von Säu­le eins be­tra­ge. Den Grund für die Um­welt­de­fi­zi­te se­hen die For­scher in ei­nem un­aus­ge­wo­ge­nen Re­form­pro­zess, der mäch­ti­gen Lob­by­ver­bän­den weit­ge­hen­de Ein­fluss­mög­lich­kei­ten er­öff­ne und wich­ti­ge Ak­teu­re aus Wis­sen­schaft und Ge­sell­schaft aus­schlie­ße.
    „Der EU fehlt of­fen­sicht­lich der Wil­le, der öf­fent­li­chen For­de­rung nach ei­ner nach­hal­ti­gen Land­wirt­schaft nach­zu­kom­men und ih­re mit­be­schlos­se­nen glo­ba­len Um­welt- und Ent­wick­lungs­zie­le um­zu­set­zen“, so Pe’er. „Lob­by-In­ter­es­sen wie­gen nicht nur schwe­rer als Fak­ten, son­dern auch schwe­rer als der öf­fent­li­che Wil­le.“ Laut ei­ner EU-Um­fra­ge be­schei­ni­gen 92 Pro­zent der be­frag­ten Bür­ger und 64 Pro­zent der Land­wir­te der EU-Kom­mis­si­on zu we­nig En­ga­ge­ment im Um­welt- und Kli­ma­schutz in der GAP.
    Ei­ne ef­fek­ti­ve Maß­nah­me zur Kor­rek­tur der GAP se­hen die For­scher in der Ein­stel­lung der Di­rekt­zah­lun­gen. Statt­des­sen sol­le Säu­le zwei ge­stärkt und Maß­nah­men un­ter­stützt wer­den, die sich als för­der­lich für das Er­rei­chen der SDGs er­wie­sen hät­ten.
    Ei­ne gro­ße Chan­ce, den Re­form­pro­zess im Sin­ne der Be­völ­ke­rung und der in­ter­na­tio­na­len Ver­pflich­tun­gen zu ge­stal­ten, se­hen Pe’er und Lak­ner im neu ge­wähl­ten EU-Par­la­ment: „Es gibt aus­rei­chend wis­sen­schaft­li­che Evi­denz dar­über, was im Um­welt­be­reich ge­tan wer­den muss. Es soll­te im In­ter­es­se der EU-Kom­mis­si­on lie­gen, dass Steu­er­mit­tel in der Land­wirt­schaft ef­fi­zi­ent und ziel­ge­rich­tet ein­ge­setzt wer­den“, sagt Se­bas­ti­an Lak­ner. Un­um­gäng­lich hier­für sei ein ech­ter Re­form­pro­zess, der al­le be­trof­fe­nen In­ter­es­sens­grup­pen glei­cher­ma­ßen ein­be­zie­he und wis­sen­schaft­li­che Be­fun­de be­rück­sich­ti­ge. Die fi­na­le Run­de der GAP-Ver­hand­lun­gen zwi­schen EU-Kom­mis­si­on, Eu­ro­päi­schem Rat und EU-Par­la­ment be­ginnt vor­aus­sicht­lich im Herbst.
    Ori­gi­nal­ver­öf­fent­li­chung: Guy Pe’er et al. A gree­ner path for the EU Com­mon Agri­cul­tu­ral Po­li­cy. Sci­ence 2019. Doi: 10.1126/science.aax3146.

    In­ter­net: http://​www​.uni​-goet​tin​gen​.de/​d​e​/​2​4​7​5​0​.​h​tml
    Bio­lo­gi­sche Viel­falt in der Land­wirt­schaft. Laut den For­schern schwä­chen die EU-Re­form­plä­ne den Um­welt­schutz.

    Mit herz­li­chen Grü­ßen, es ist so wun­der­bar, dass es EUCH gibt!!!
    Jut­ta Gil­les

  5. Ne­ben den gro­ßen eu­ro­päi­schen Zu­sam­men­künf­ten bit­te nicht das lo­ka­le En­ga­ge­ment vor Ort aus den Au­gen las­sen. Wir kämp­fen zum Bei­spiel in Kö­nigs­win­ter für den Er­halt des Stadt­gar­tens, der ei­nem Wohn­klotz wei­chen soll. Wir be­nö­ti­gen drin­gend mehr Auf­merk­sam­keit für un­se­re On­line-Pe­ti­ti­on bei Chan​ge​.org. Un­ter­stützt uns bit­te un­ter

    chng​.it/​X​f​s​g​x​ZpP

    Bes­ten Dank – denn Je­der Baum zählt

  6. Hal­lo, erstein­mal gro­ßes Kom­pli­ment für Eu­er kon­se­quen­tes Vor­wärts­ge­hen! Ich, als et­was
    Äl­te­rer neh­me auch an den De­mos teil und ani­mie­re Mit­strei­te­rin­nen und Mit­strei­ter un­se­rer
    BI mit­zu­ma­chen. Um auf die of­fi­zi­el­le Po­li­tik mehr Druck aus­zu­üben, hal­te ich es für not­wen­dig, noch mehr Öf­fent­lich­keit in die Pro­tes­te ein­zu­bin­den, Ich ma­che hier ein­mal den
    Vor­schlag von Stadtteil/Stadtversammlungen im öf­fent­li­chen Raum (in Frankfurt/M. z.B.
    in der Pauls­kir­che und auf öf­fent­li­chen Plät­zen) um da­durch auch brei­te­re Be­völ­ke­rungs-
    schich­ten in die Dis­kus­sio­nen ein­zu­bin­den und zum HANDELN auf­zu­for­dern. z.B. ein
    The­men­vor­schlag: Wachs­tum für Pro­fi­te = NEIN
    Wachs­tum für´s Ge­mein­wohl = JA
    um da­durch auch auf die Chan­cen neu­er, nach­hal­ti­ger Ar­beits­plät­ze hin­zu­wei­sen.
    Was hal­tet Ihr da­von?

    So­li­da­ri­sche Grü­ße
    Uli

    1. Lie­ber Uli, grü­nes Wachs­tum ist ein My­thos, den nie­mand ver­wirk­li­chen kann. Wir brau­chen De­growth – wir müs­sen das Wachs­tum stop­pen und schäd­li­che durch nach­hal­ti­ge Tech­ni­ken er­set­zen, aber ins­ge­samt muss es WENIGER statt MEHR hei­ßen.

      1. Den­ke auch, dass es wich­tig ist, mehr Fo­kus auf Nach­hal­tig­keit zu set­zen und sich – vllt. nicht all­zu lang­sam & vor al­lem si­cher – von rei­nen Wachs­tums­fi­xie­run­gen zu lö­sen … wie auch vom Kopf-in-den-Sand-Ver­hal­ten.
        Der Mensch kann das, WENN er will.

        Das setzt ei­ni­gen Be­quem­lich­kei­ten ein En­de. Ja und? Selbst­über­win­dung macht sel­ten un­glück­lich 😉

        Emp­feh­le die Betrachtungen/Überlegungen von Pierre Rabhi zu le­sen („Glück­li­che Ge­nüg­sam­keit“ z. B.)

        1. Zum The­ma Wachs­tum: Fragt man ei­nen Po­li­ti­ker da­nach, be­kommt man, mit aus­nah­men, in der Re­gel die Ant­wort: Wachs­tum für Be­schäf­ti­gung für (mehr) Wohl­stand. Fragt man ei­ne Un­ter­neh­mer, sagt der, wenn er ehr­lich ist, zur Ge­winn­ma­xi­mie­rung. Kos­ten (zu for­derst Per­so­nal) ste­hen aber der Ge­winn­ma­xi­mie­rung ent­ge­gen, kön­nen al­so nur zeit­wei­lig und räum­lich be­grenzt zu mehr Be­schäf­ti­gung füh­ren. Zu­dem wird die Di­gi­ta­li­sie­rung das al­les noch ver­schär­fen. Wachs­tum führt glo­bal und in Sum­me nicht zu mehr Wohl­stand (wor­un­ter i.d.R. nur Ein­kom­men ver­stan­den wird). Wenn in ei­nem durch Nach­fra­ge (Kauf­kraft) be­grenz­ten Sys­tem ir­gend­was wächst, schrumpft wo an­ders was oder geht un­ter. Um­ver­tei­lung. Fragt man ei­nen BWL-er nach dem Ziel des Wirt­schaf­tens, dann ist es aber we­der Ge­winn noch Wachs­tum noch Arbeit(splätze) son­dern die Pro­duk­ti­on von Gü­tern zur Be­dürf­nis­be­frie­di­gung der Men­schen (Be­völ­ke­rung). Schrumpf­ten Be­völ­ke­rungs­zahl, Kauf­kraft oder Be­dürf­nis­se, gibt es Wachs­tum nur noch zu Las­ten an­de­rer (Län­der, Un­ter­neh­men usw.). Be­vor das hier ein Auf­satz wird: Die Na­tur dul­det kein un­be­schränk­tes Wachs­tum, was zeit­wei­lig zu groß wird, schrumpft wie­der oder geht un­ter. Das gilt für je­de Po­pu­la­ti­on, auch für die Mensch­heit mit ih­rer Wirt­schafts­wei­se. Kei­ne Er­mes­sens­fra­ge. Das Ziel al­ler Ent­wick­lung ist Gleich­ge­wicht, in der Na­tur wie am Markt (An­ge­bot und Nach­fra­ge). Al­so brau­chen wir ein Sys­tem, das auf Aus­ge­wo­gen­heit zielt, wenn uns der Wachs­tums­wahn nicht ei­nes Ta­ges Zwangs­re­du­zie­ren soll. Das gilt für Kli­ma, Um­welt, Le­bens­qua­li­tät und Wirt­schaft. Lasst Euch al­so nichts von Wachs­tum als Grund­la­ge von Wohl­stand er­zäh­len. In Eu­ro­pa und den USA ha­ben wir schon lan­ge Über­pro­duk­ti­on. Wir brau­chen ei­ne fun­da­men­tal an­de­re Lö­sung, nicht nur aber auch we­gen des Kli­mas.

  7. Lie­be Freun­din­nen, lie­be Freun­de,

    ihr seid tap­fer und kämpft auch oh­ne Er­mü­dungs­er­schei­nun­gen die­sen wich­ti­gen Kampf wei­ter. Eu­re Ar­gu­men­te sind sach­lich fun­diert und ent­spre­chen ganz of­fen­sicht­lich dem Stand der wis­sen­schaft­li­chen Er­kennt­nis­se. Ich ver­mis­se auf Eu­ren De­mons­tra­tio­nen die Stu­den­tin­nen und Stu­den­ten. Wor­an kann das lie­gen, dass die Mas­se der Stu­die­ren­den sich so zu­rück­hält? Könn­ten Eu­re ört­li­chen Grup­pen nicht ge­zielt ein­zel­ne Uni­ver­si­tä­ten und Hoch­schu­len an­spre­chen und für den Sep­tem­ber auf­ru­fen?
    Auch wenn ich schon 63 Jah­re alt bin ich kom­me na­tür­lich zu Eu­rer nächs­ten De­mons­tra­ti­on im Sep­tem­ber.

    1. Hal­lo Joa­chim,

      ge­nau die Fra­ge stel­le ich mir auch, war­um nicht die Stu­die­ren­den viel mehr En­ga­ge­ment zei­gen?

      Ich ver­mu­te, es ist der Druck des Bo­lo­gna-Pro­zes­ses, Ver­kür­zung und Ver­dich­tung des Stu­di­ums, An­we­sen­heits­kon­trol­len/-pflicht, wirt­schaft­li­cher Druck, Zeit­man­gel, Ar­bei­ten ne­ben dem Stu­di­um, exis­ten­zi­el­le Ängs­te ei­nes je­den ein­zel­nen Stu­die­ren­den usw.

      Es ist ein har­ter Kern an Idea­lis­ten, die sich für die In­ter­es­sen der Stu­die­ren­den ein­set­zen und be­tei­li­gen, so ha­be ich es als Spät­stu­die­ren­de an der Ham­bur­ger Uni­ver­si­tät vor ca. 6 Jah­ren wahr­ge­nom­men.

      Ne­ga­tiv be­trach­tet, viel­leicht auch ei­ne Por­ti­on Ego­is­mus, Ei­gen­nutz und Ei­gen­in­ter­es­sen, das Stu­di­um mög­lichst zü­gig zu be­en­den und als Ziel vor­ran­gig zu ver­fol­gen. Es macht sich gut im Le­bens­lauf, das Stu­di­um mög­lichst in der Re­gel­stu­di­en­zeit zu ab­sol­vie­ren. Aber viel­leicht auch Gleich­gül­tig­keit.

      Kon­kur­renz und Wett­be­werb sind zen­tra­le An­triebs­mo­del­le in dem Bil­dungs­sys­tem. Se­lek­ti­ve hier­ar­chi­sche Struk­tu­ren sind in den Lan­des­schul­ge­setz­ge­bun­gen in al­len 16 Bun­des­län­der in­di­vi­du­ell ze­men­tiert und die Schul­pflich­t/-zwang schließt bis heu­te ein Streik­recht nach Art. 9 GG für Kin­der- und Ju­gend­li­che aus. Die Rech­te der Kin­der und Ju­gend­li­chen nach der UN Kin­der­rechts­kon­ven­ti­on, die am 20. No­vem­ber 2019 30 Jah­re alt wird, sind im­mer noch nicht Be­stand­teil im Grund­ge­setz und fin­den sich auch nicht in den Schul­ge­setz­ge­bun­gen ge­nü­gend wie­der.

      Auch wenn vie­le von den jun­gen Stu­die­ren­den die Ak­tio­nen FfF ver­mut­lich gut fin­den, reicht es als Mo­ti­va­ti­on nicht aus, sich an den De­mons­tra­tio­nen von FfF zu be­tei­li­gen.

      Nied­rig­lohn, pre­kä­re Be­schäf­ti­gung der wis­sen­schaft­li­chen Fach­kräf­te an Uni­ver­si­tä­ten ist All­tag. Die GEW – in der ich Mit­glied bin – tut nichts für die­se Ziel­grup­pe. Per­so­nal­ver­knap­pung und Dritt­mit­tel­ein­wer­bung en­gen die freie un­ab­hän­gi­ge Wis­sen­schaft im­mer stär­ker ein und neh­men Ein­fluss auf die Lehr­plä­ne und Stu­di­en­in­hal­te. Das Stu­di­um ist sehr ver­schult. Die Qua­li­tät des Stu­di­ums sinkt. Angst und Un­si­cher­heit be­stim­men die Wis­sen­schaft. Und Ein­stiegs­ge­häl­ter nach ei­nem Stu­di­um sind – auch in Ver­bin­dung der ver­kürz­ten Stu­di­en­zei­ten – ge­sun­ken. Par­al­lel ver­las­sen je­des Jahr 50.000 Schü­le­rin­nen und Schü­ler das Schul­sys­tem oh­ne ei­nen Schul­ab­schluss. Wis­sen­schaft­lich er­wie­sen ist auch, das die Schü­le­rin­nen und Schü­ler le­dig­lich 4 – 8 % der ge­lern­ten In­hal­te am En­de der Schul­lauf­bahn noch wis­sen. Es stellt für mich das ge­sam­te Sys­tem in Fra­ge. Und vie­le Schü­le­rin­nen und Schü­ler sind un­zu­frie­den mit den Lern­in­hal­ten, der Lern­um­ge­bung, den Lern­vor­aus­set­zun­gen usw.

      Viel­leicht könn­te es hel­fen, wenn Schüler*Innen und Stu­die­ren­de ei­nen Fri­days For Fu­tur ‑Tag nut­zen, um in al­len Bun­des­län­dern ein­mal vor den Kul­tus­mi­nis­te­ri­en zu strei­ken, um auf die Bil­dungs­kri­se hin­zu­wei­sen und For­de­run­gen an die Kul­tus­mi­nis­ter zu stel­len. Es kä­men vie­le un­ter­schied­li­che Grup­pen zu­sam­men. Auch das Lehr­per­so­nal ist un­zu­frie­den und El­tern und Groß­el­tern sind un­zu­frie­den mit dem Sys­tem.

      Die Kli­ma­kri­se ist auch durch die welt­wei­te Bil­dungs­kri­se mit be­för­dert und ent­stan­den. Bil­dungs­kri­se – Wirt­schafts-/Fi­nanz­kri­se – so­zia­le Kri­se – Kli­ma­kri­se. Die Zu­sam­men­hän­ge trans­pa­rent zu ma­chen, um da­durch noch mehr Men­schen auf die Stra­ße zu lo­cken, das wä­re mein gro­ßer Wunsch.

      Wie vie­le Grup­pen gibt es von der Ki­ta bis zur Hoch­schu­le, die ex­trem un­zu­frie­den sind mit dem ge­sam­ten Bil­dungs­sys­tem? Es wer­den im­mer mehr Men­schen, an­ge­fan­gen bei den Schü­le­rin­nen und Schü­lern im Schul- und Hoch­schul­sys­tem kör­per­lich und see­lisch krank. Wor­an liegt das? War­um gibt es dar­über kei­ne of­fi­zi­el­len Zah­len und küm­mert sich kein Ver­ant­wort­li­cher um die­se starkt zu­neh­men­de be­sorg­nis­er­re­gen­de Ent­wick­lung. Das Bil­dungs­sys­tem ar­bei­tet be­reits an Grund­schu­len mit Druck ab Stu­fe 3. Es macht Kin­dern Angst und im­mer mehr jun­ge Men­schen krank. Öf­fent­lich wird es nicht the­ma­ti­siert. Ein Grund zu Strei­ken vor den Kul­tus­mi­nis­te­ri­en.

      3,5 % der Ge­samt­be­völ­ke­rung muss vom So­fa hoch kom­men, da­mit Po­li­tik und Ge­sell­schaft han­delt und die Me­di­en dem The­ma Kli­ma­kri­se und die Zu­sam­men­hän­ge zu an­de­ren Po­li­tik­fel­dern (Bil­dung, Fi­nan­zen) fach­lich mehr Auf­merk­sam­keit schen­ken. Es ist ein wis­sen­schaft­lich er­mit­tel­ter Wert. 2,9 Mio. Men­schen müs­sen sicht­bar ih­re Un­zu­frie­den­heit zum Aus­druck brin­gen, dann ist die Po­li­tik ge­zwun­gen zu han­deln und der Schnee­ball be­wegt sich und noch viel mehr Men­schen wer­den für das The­ma ge­won­nen?

      Stel­len wir ei­ne Ver­bin­dung zu un­se­ren ge­sell­schaft­li­chen Struk­tu­ren her, die gro­ße Un­zu­frie­den­hei­ten aus­lö­sen und mit die Ur­sa­che für un­ser heu­ti­ges Kli­ma sind, dann ge­lingt es viel­leicht noch mehr Men­schen auf die Stra­ße zu lo­cken. Viel­leicht auch die Stu­die­ren­den …

      Herz­li­che Grü­ße,
      Do­ris Roh­de

  8. Mei­ne Hoff­nung, dass wir un­se­re Welt noch ret­ten kön­nen war sehr klein. Mit der FFF Be­we­gung ha­be ich neu­en Mut ge­schöpft. Die jun­gen Men­schen die sich hier en­ga­gie­ren wer­den es schaf­fen das Be­wusst­sein al­ler und ins­be­son­de­re un­se­rer Po­li­ti­ker auf den Kern al­ler un­se­rer Pro­ble­me zu fo­kus­sie­ren. Die Men­schen sind nur ein win­zi­ger Teil un­se­rer un­vor­stell­bar kom­ple­xen Welt, aber sie tra­gen die al­ler­größ­te Ver­ant­wor­tung durch ihr Han­deln, das ge­prägt sein muss vom Ziel für un­be­ding­te Nach­hal­tig­keit. Bit­te bleibt stark und hal­tet an den Zie­len fest. Die Po­li­ti­ker fan­gen an uns ernst­haft wahr­zu­neh­men, aber Sie än­dern ih­re Zie­le noch nicht. Wir müs­sen un­be­irrt wei­ter ma­chen! Am En­de wer­den wir Er­folg ha­ben.

    1. Hal­lo Hans-Pe­ter, Zie­le ha­ben die Po­li­ti­ker mehr oder we­ni­ger ge­nug, auch zum Kli­ma­schutz.
      Das Pro­blem ist das NICHT um­setz­ten. Wenn ich so ar­bei­ten wür­de, wä­re ich nicht lan­ge Er­werbs­tä­tig. Schon in den 80-ern und 90-ern gab es Um­welt- und Kli­ma­zie­le. Al­le ver­fehlt. War­um? We­gen Grup­pen­in­ter­es­sen in der Wirt­schaft, die er­folg­reich Po­li­tik be­ein­flusst ha­ben. Deutsch­land war mal füh­rend in den Tech­no­lo­gi­en der Er­neu­er­ba­ren En­er­gi­en. Zwi­schen 2010 und 12 hat die Bun­des­re­gie­rung das er­folg­rei­che Mo­dell EGG zer­trüm­mert, weil klar wur­de, dass bei an­hal­ten­dem Zu­wach wie 2005–2010 Koh­le heu­te über­flüs­sig wä­re. Statt um­zu­steu­ern und in Net­ze und Spei­cher zu in­ves­tie­ren wur­de die­se In­dus­trie aber zer­schla­gen, ‑80000 Ar­beits­plät­ze, da­mit die En­er­gie­kon­zer­ne wei­ter dre­cki­ge „Koh­le“ ma­chen kön­nen und die Chi­ne­sen heu­te mit un­se­rem Know How in­ter­na­tio­nal Geld ver­die­nen. Vor­wand: zu teu­er!? Nur 1 Bei­spiel, Lis­te ist noch soo lang. Des­halb re­de ich auch nicht von „ver­schla­fen“. Be­wusst ver­hin­der­ter Kli­ma­schutz seit den 70-igern. Klei­ne Aus­nah­me die SPD/Grüne Re­gie­rung An­fang des Jahr­tau­sends mit we­nigs­tens dem ernst­haf­ten Ver­such (EEG). An­sons­ten, wenn über­haupt, dann um mit Frau Mer­kel zu re­den, nur „Pil­le­pal­le“ zur Selbst- und Volks­be­ru­hi­gung.

      Mit Do­ris Roh­de oben: hof­fent­lich schaf­fen wir dies­mal die 3,5% für Ver­än­de­rung nö­ti­gen Be­völ­ke­rungs­an­teil. (ca. 2,8 Mio al­ler Deut­schen) 300.000 Fri­days + 2,5 Mio El­tern und Groß­el­tern und auch Stu­die­ren­den… al­so wei­ter, Ten­denz gut…

  9. Su­per !!!! Ich freue mich sehr über den Kampf­geist von FFF ! Und fin­de es rich­tig dass ihr als APO par­tei­un­ab­hän­gig seid. Da­mit hal­tet ihr Euch die Lob­by­is­ten aus der Wirt­schaft hof­fent­lich vom Leib. Ich hof­fe dass die Dring­lich­keit die­ser An­lie­gen von al­len so­zia­len Schich­ten und Al­ters­grup­pen er­kannt wird. Tho­mas Ma­os / Mu­si­ker

  10. Lie­be (Mit)Menschen,
    viel wird auf das Ver­sa­gen des po­li­tit­schen Sys­tems hin­ge­wie­sen.
    Auf ei­ne Wei­se scheint mir die­ses Ver­sa­gen kei­ne Über­ra­schung, ja zu er­war­ten.
    Denn: wie sol­len mit fest­le­gen­den Par­tei­mei­nun­gen und ‑pro­gram­men Pro­ble­me ge­löst wer­de, die sich je­der Par­tei­mei­nung ent­zie­hen? Das geht nicht und ist wi­der die Ver­nunft. Pro­ble­me kön­nen nicht mit den Denk­wei­sen ge­löst wer­den, die sie her­bei­ge­führt ha­ben (frei nach A. Ein­stein). Ich glau­be fest dar­an, dass viel mehr Ver­nunft un­ter uns Men­schen „wal­tet“, wenn wir end­lich auf­hö­ren, De­mo­kra­tie und Po­li­tik in Par­tei­en zu den­ken und zu or­ga­ni­sie­ren. Löst der Ge­dan­ke Angst aus, die Par­tei­en ab­zu­schaf­fen und We­ge zu su­chen, die de­mo­kra­ti­sche Wil­lens­bil­dung oh­ne Par­tei­en zu or­ga­ni­sie­ren?
    Ich ste­he mit die­ser Fra­ge fest auf dem Grund­ge­setz.
    Gu­te Kräf­te und Ide­en wün­sche ich!

  11. Ich fin­de Eu­er En­ga­gen­ment so be­wun­derns­wert und er­mu­ti­gend und vor al­lem un­glaub­lich wich­tig. Ihr habt das „Kli­ma“ in der Po­li­tik ver­än­dert. Aber noch pas­siert nicht ge­nug.

    Ich fin­de den Streik am 20. bzw. 27.9. ex­trem wich­tig und freue mich, end­lich Auf­ru­fe von Euch da­zu zu se­hen.
    Das Tref­fen in Lau­sanne hilft hof­fent­lich noch zu Ein­satz von ein­fluss­rei­che­ren Mul­ti­pli­ka­to­ren!
    Es gibt noch so vie­le, die gar nichts da­von wis­sen.
    Könnt Ihr mir sa­gen, wer da­für An­sprech­part­ner ist?

    Ich bin 53 und ich hof­fe sehr, dass noch mehr aus mei­ner Ge­nera­ti­on sich aus ih­ren Schne­cken­häu­sern her­aus lo­cken las­sen. Ich ken­ne vie­le, die sich seit ih­rer ei­ge­nen Schul­zeit ganz pri­vat wirk­lich sehr um mög­lichst öko­lo­gi­sches Le­ben be­mü­hen, aber von Po­li­tik und Öf­fent­lich­keit ein­fach gar nichts mehr er­war­ten. Und trotz öko­lo­gi­schem Ge­wis­sen auch in den letz­ten Jahr­zehn­ten in der Flut von Be­quem­lich­kei­ten und all­zu selbst­ver­ständ­li­chem Kon­sum mit­ge­schwom­men sind. Die müs­sen erst noch mit­krie­gen, dass JETZT der Mo­ment ist, ge­mein­sam LAUT zu sein.

  12. Ant­wort an Kat­ja v.5.8.19
    Lie­be Kat­ja,
    um noch ein­mal zu ver­deut­li­chen, was ich mei­ne: Wachs­tum für das Ge­mein­wohl heißt
    z.B.: die ärzt­li­che Ver­sor­gung auf dem Land ver­bes­sern; deut­li­cher Aus­bau des Öf­fent­li­chen
    Personen‑u Gü­ter­ver­kehrs; Aus­bau re­gio­na­ler Ver­sor­gungs­struk­tu­ren, etc. ABER da­für:
    ab­so­lut WENIGER In­di­vi­du­al­ver­kehr; Um­struk­tu­rie­rung der kon­kur­renz­ge­trie­be­nen Wirt-
    schaft, die ja zig­fach par­al­lel das Glei­che pro­du­ziert im Über­fluß und auf früh­zei­ti­gen Ver-
    schleiß, etc. In der SUMME wird dann deut­li­cher we­ni­ger Wachs­tum ge­ne­riert, zu­dem
    kön­nen die Ar­beits­zei­ten ver­rin­gert wer­den.
    Noch­mal: was hal­tet Ihr von den Stadt­ver­samm­lun­gen???
    Hier könn­ten näm­lich ge­nau die­se The­men dis­ku­tiert wer­den.

    So­li­da­ri­sche Grü­ße
    Uli

    1. Hal­lo Ul­li,
      ich ha­be auch ganz­schön an dem Wachs­tums­ding rum­ge­nör­gelt. So ge­meint kann ich es aber un­ter­schrei­ben. Bei der Stei­ge­rungs­ra­te der Ar­beits­pro­duk­ti­vi­tät kön­nen wir nicht nur, wir müs­sen Ar­beits­zeit re­du­zie­ren, wenn wir nach dem Durch­bruch der KI nicht Mil­lio­nen Ar­beits­lo­se ha­ben wol­len. Ich ar­beit ak­tu­ell schon mit künst­li­cher In­tel­li­genz zu­sam­men. Wir ah­nen nicht an­satz­wei­se, was da auf uns zu­kommt. Mit paar Klicks ge­ne­rie­re ich mir nach Be­darf ei­nen di­gi­ta­len Mit­ar­bei­ter, spre­che Zie­le und Rah­men mit Ihm ab und dann legt er/sie/es? los. In Licht­ge­schwin­dig­keit, 24 Stun­den, Sie­ben Ta­ge die Wo­che. Lernt ei­ni­ge Ta­ge bis Wo­chen und dann leis­tet er/sie/es enor­mes, de­zen­tral und welt­weit… Der muss nicht mit dem Au­to auf Ar­beit je­den Tag, der ist ein­fach im­mer über­all, braucht aber enorm viel Energie..auch im­mer und überall…womit wir wie­der beim Strom sind.
      Ich hal­te die Idee von Stadt­ver­samm­lun­gen für gut.

  13. Lie­be FFF-ler,

    was ich als nächs­te (mei­ner Mei­nung nach not­wen­di­gen!) Schrit­te ver­mis­se ist die The­ma­ti­sie­rung der Ab­ga­se durch die Con­tai­ner­schif­fe, die Wa­ren um die hal­be Welt schip­pern, so­wie ei­nen Boy­kott des aus­ufern­den On­line­han­dels.

    Think glo­bal buy lo­cal soll­ten wir fa­vo­ri­sie­ren.

    Ich boy­kot­tie­re schon lan­ge Wa­ren ma­de in Asia und der On­line­han­del geht auch an mir vor­bei.

    Herz­li­che Grüs­se
    An­net­te Mah­le
    (Jahr­gang 1960)

  14. Mehr Fleisch aus den USA im­por­tie­ren. Ei­ne Be­stä­ti­gung, daß die Po­li­tik im­mer noch nicht auf den Kli­ma­wan­del re­agiert. Wei­ter­ma­chen! Auch ich schaf­fe es bald mal vom So­fa und kom­me zur De­mo. Es wer­den im­mer mehr

  15. Die ver­gan­gen Jah­re ha­ben ge­zeigt, dass Re­den nicht hilft. Das Pro­blem ist auch nicht, dass es am Wis­sen oder der Ein­sicht fehlt. War­um sich so we­nig und vor al­lem viel zu lang­sam et­was än­dert ist die Tat­sa­che, dass vie­le Po­li­ti­ker durch den Lob­by­is­mus ge­steu­ert wer­den-al­so durch das lie­be Geld. Da­her ist Geld der rich­ti­ge und ver­mut­lich lei­der ein­zi­ge He­bel.

    Die Mehr­heit der Po­li­ti­ker ver­ste­hen vor al­lem die Spra­che des Gel­des ‑ da­her müs­sen wir ver­mut­lich die­se Spra­che spre­chen. Da­her bit­te ich Euch, for­dert al­le Friday’s for Fu­ture Un­ter­stüt­zer auf:
    1. Das Geld den Ban­ken zu ge­ben, die sich er­wie­se­ner­ma­ßen für Nach­hal­tig­keit ein­set­zen.
    2. krea­tiv sein: z.B. Bü­cher bei Platt­for­men kau­fen, die sich für so­zia­le und nach­hal­ti­ge Pro­jek­te ein­set­zen, Re­pair-Ca­fe grün­den, .… Die Ide­en sind doch schon al­le da:
    „Stell Dir vor es herrscht Ka­pi­ta­lis­mus und kei­ner kauft!!!“
    3. sucht Ver­bün­de­te. Scha­de, wenn sie noch nicht auf Euch zu­ge­kom­men sind (die Mit­glie­der an der Ba­sis des BUND und des Na­Bu ge­hö­ren si­cher da­zu, schein­bar nicht die Füh­rung!?

    An der Re­ak­ti­on der Po­li­ti­ker wer­det ihr er­ken­nen, ob dies die rich­ti­ge Spra­che ist 😉
    Re­den hilft nicht mehr, da­her müs­sen Ta­ten her!!

    Ich wün­sche Euch von gan­zem Her­zen viel Er­folg!!

  16. Hal­lo, heu­te Chef über­zeugt,
    ma­chen die Fir­ma am 20. mit­tags zu und ge­hen al­le zur De­mo. Sind 1 On­Line­Han­del und wer­den un­se­re Kun­den in­for­mie­ren, war­um sie in der Zeit „al­lei­ne“ ein­kau­fen müs­sen (Hot­line, E‑Mails uws.) Noch bes­ser: Streik statt Shop­ping, zum Ein­kau­fen gibt es ja noch 6 an­de­re Ta­ge die Wo­che. (PS: Wir ver­trei­ben nur lang­le­bi­ge, nach­hal­ti­ge und voll re­cy­c­le­ba­re Pro­duk­te und un­ser Strom kommt zu 100% aus Pho­to­vol­ta­ik.

  17. zu :
    „Beim ers­ten wich­ti­gen eu­ro­päi­schen Kon­gress von „Fri­days for Fu­ture“ im Schwei­zer Lau­sanne “ und Eu­rem ers­ten Streit .. ha­be ich auf Face­book das ge­pos­tet und schrei­be es auch hier her­ein :
    Hal­lo wer­te Ju­gend­li­che der „Fri­days for Fu­ture“ – Be­we­gung , Ihr habt nun schon Eu­ren ers­ten Streit hin­ter Euch oder seit noch da­bei .. ,
    ich hof­fe aber das Eu­rer Streit fried­lich bleibt , ver­tragt Euch !
    denn vie­le Mil­li­ar­den Men­schen und auch ich schau­en auf Euch , ob Ihr nun aus Afri­ka, Asi­en , Ame­ri­ka oder Eu­ro­pa kommt !
    Ihr seit fried­lich auf­ge­stan­den und de­mons­triert je­den Frei­tag auf der Er­de für ein bes­se­res Le­ben , für ein bes­se­res Kli­ma ,
    für die Tie­re ge­nau­so wie für uns Men­schen und da­zu ge­hört auch Ihr !

    da­her hört auf … Eu­re Zieh­per­so­nen aus­ein­an­der zu neh­men , dann näm­lich ha­ben all die an­de­ren Bes­ser­wis­ser und Po­li­ti­ker ge­won­nen ,
    die­se glau­ben wei­ter so ma­chen zu kön­nen ! al­so ver­tragt Euch !!!!!!!!!!!
    bleibt Fried­lich auf den Stra­ßen , nur so wer­det Ihr als „Ju­gend der Kli­ma­wen­de“ auch ver­stan­den ! fangt Ihr an zu Pol­tern auf den Stra­ßen .. ,
    nur weil es Euch nicht schnell ge­nug geht , ver­spielt „Ihr“ den fried­li­che Ge­dan­ken an der Kli­ma­wen­de und „Ihr“ wer­det Euch da­bei nicht gut füh­len ,
    wer­det Kopf-und Bauch­schmer­zen be­kom­men , wenn „Ihr“ schon al­lei­ne dar­an denkt .. et­was zer­schla­gen zu ha­ben !

    in der Hoff­nung ver­blei­be ich mit freund­li­chen Grü­ßen Bernd Knape

  18. und noch ei­nes ! macht wei­ter fried­lich so ! denn nur durch ver­steht es die im­mer noch schla­fen­de all­mäh­lig auf­wa­chen­de Po­li­tik das sie“ was ma­chen muss !

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