Tönnies in die Tonne

Über 1500 Corona-Infizierte, ein Landkreis wieder im Lockdown, Schüler*innen wieder Zuhause. Der Fall Tönnies, auf den gerade ganz Deutschland blickt, ist ein Parade–Beispiel für den zerstörerischen Lobbyismus in der deutschen Politik.

Die Fleisch-Branche bringt Deutschland sehr viel Geld und ist maßgeblich für unseren Wohlstand verantwortlich – doch zu welchem Preis? Die Antwort auf diese Frage wird uns in den Medien gerade gegeben und anhand der Opfer der Massentierhaltung aufgezeigt.

Dass die Fleisch-Indutrie in Deutschland nur auf Kosten der Tiere, des Klimas und auch der Arbeiter*innen ökonomisch so“erfolgreich“ sein kann, ist nicht erst seit ein paar Tagen bekannt. Jetzt tut die Politik jedoch so, als sei sie schockiert über die Misststände in der Branche. In diesen Zeiten wird deutlicher denn je – auf diesem Fundament der Unterdrückung und Schädigung ist diese ganze Industrie aufgebaut. Und zwar Hand in Hand mit der Politik, denn nur so konnten die Lobbyist*innen dieser schmutzigen Branche es soweit bringen. Jahrelang hat die Politik extreme Schäden an Umwelt, Klima, Menschen und Tieren für den „Erfolg“ der Deutschen Wirtschaft billigend in Kauf genommenund unter den Tisch gekehrt.
Dass Fleisch unglaublich schädlich für das Klima und unsere Umwelt ist, sollte mittlerweile jeder*m klar sein.

Es fängt damit an, dass es deutlich ressourcendschonender wäre das Futter, mit welchen die Tiere versorgt werden, direkt zu nutzen. Ein Schwein beispielsweise braucht mindestens 2,5 Kilogramm Futter um 1 Kilogramm Körpergewichtzuzulegen. Insgesamt gehen dabei mehr als 40% der Getreideernte in der Tierindustrie verloren – mit diesem Getreide könnte man auch Menschen ernähren und somit unser Hungerproblem reduzieren!

Des Weiteren gehen viele wertvolle Wald- undGrünflächen verloren, da sie zu Äckern oder Weideflächen umfunktioniert werden – und das nur, um unseren Fleischbedarf zu decken. Erschwerend hinzu kommt natürlich noch, dass die Tiere auchselbst Treibhausgase emmitieren und damit zum Klimawandel beitragen. So gibt zum Beispiel ein einzelenes Rind am Tag 200 Liter Methangas in die Atmosphäre ab, das den 25-fachen Treibhauseffekt von CO2 verursacht! Insgesamt verursachte damit jede*r Deutsche innerhalb von 10 Jahren nur durch den persönlichenFleischkonsum 5.785 kg CO2-Äquivalente – und trägt somit mäßgeblich zum menschengemachten Klimawandel bei.

Über diese Misstände wurde in der Vergangenheitstrikt geschwiegen und jetzt zahlen mal wieder die Bürger*innen den Preis für diese Profitgier. Nun, da die Auswirkungen der Vorfälle bei Tönnies ganz Deutschland betreffen, wird diese schmutzige Branche unter die Lupe genommen. Jedoch wird nicht einmal eine Lupe benötigt, um die miserablen Zustände dieser Industrie sehen zu können.

Es ist grauenhaft, dass erst etwas so verheerendes geschehen musste, damit die Presse auf diese skandalöse Situation aufmerksam macht, die breite Masse ihr entsetzen zeigt und die öffentlichen Debatteendlich diese unmenschlichen Zustände infrage stellt.

Die derzeitige Situation hält der Politik den Spiegel vor und zeigt deutlich, was in den letzten Jahren alles schief gelaufen ist. Wir können nur hoffen, dass die derzeitigen Geschehnisse eine Lehre sind und in Zukunft ein stärkerer Blick auf die oft zu enge Zusammenarbeit der klimaschädlichen und menschenverachtenden Unternehmen geworfen wird.

Nur Transparenz und das damit einhergehende Vertrauen in die Politik kann uns den Weg in eine klimafreundliche und vor allem klimagerechte Zukunft ebnen und nächsten Generationen eine Zukunft sichern, die es wert ist, gelebt zu werden!

Ein Sonderbericht von Nils

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