Tragödie oder Komödie, das ist hier die Frage!

Dieser Bericht fasst die Kalenderwochen 27-30 zusammen. Die Fortsetzung der Ereignisse in den folgenden Wochen (Unwetter, Katastrophe an der Oder) folgt.

Eindrucksvoll erleben wir den Prolog der Klimakatastrophe. Europa leidet unter einer historischen Hitzewelle, die Wälder brennen, es gibt hunderte Tote. Der Höhepunkt des Dramas könnte die Erhitzung von  drei Grad oder heißer werden, warnt ein internationales Forschendenteam. Die Vereinten Nationen und USA erzielten historische Fortschritte auf dem politischen Weg zur Klimagerechtigkeit,  in Großbritannien drohen gewaltige Rückschritte. Weitere  Szenen sind der Petersberger Klimadialog, die Rettung von Gasunternehmen, die Bohrung nach Gas in der Nordsee und der kommende Globale Streik. Es bleibt die Frage, ob allen Akteuren der Ernst der Lage bewusst ist, und ob ihr gegenläufiges Handeln in der Gesamtschau ausreichend Klimagerechtigkeit ermöglicht, um einen glimpflichen Ausgang aus dem Schauspiel der Klimakatastrophe zu finden oder ungenügend bleibt und wir trotz verzweifelter Versuche,  diese abzumildern, in die Katastrophe steuern werden. Abwendung der Katastrophe und komödiantisches Ende des Dramas oder Tragödie das ist hier die Frage.

Die Klimakrise muss als Katastrophe begriffen  werden

Die Auswirkungen der Klimakrise könnten unterschätzt worden sein. Dies geht aus einem gemeinsamen Artikel von Forschenden der Universitäten Australien National University, Cambridge, Exter, Kiel, Nanjing, Oxford, Washington State University, University of Washington und des Potsdamer Instituts für Klimafolgenforschung hervor, das Journal Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) am 01. August 2022 veröffentlichte. 

Die Autor*innen empfehlen, die Risiken der Erderhitzung jenseits der zwei Grad zu erforschen. Diese fänden in der Forschung bisher zu wenig Beachtung. Die Forschung habe sich auf das 1,5° und 2,0°  Ziel fokussiert, weil man Panikmache verhindern wollte und weil die Vertragsstaaten des Pariser Abkommens sich darauf einigten, die Erderhitzung auf deutlich unter 2,0 Grad zu begrenzen und somit das 1,5-Grad Ziel einzuhalten.

Nun stellt sich heraus, dass diese Ziele wahrscheinlich nicht erreicht werden. Die Welt steuert auf eine Erwärmung von 3,0 Grad bis 4,0 Grad Erwärmung zu.

In dem Artikel heißt es dazu:

„Trotz 30-jähriger Bemühungen und einiger Fortschritte im Rahmen des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC) steigen die anthropogenen Treibhausgasemissionen weiter an. Selbst wenn man die schlimmsten Klimaänderungen außer Acht lässt, ist die Welt auf dem besten Weg, bis zum Jahr 2100 einen Temperaturanstieg zwischen 2,1 °C und 3,9 °C zu erleben (11). Wenn alle für 2030 festgelegten nationalen Beiträge vollständig umgesetzt werden, wird bis 2100 eine Erwärmung um 2,4 °C (1,9 °C bis 3,0 °C) erwartet. Bei Einhaltung aller langfristigen Zusagen und Ziele könnte dies auf 2,1 °C (1,7 °C bis 2,6 °C) reduziert werden (12). Selbst diese optimistischen Annahmen führen zu gefährlichen Entwicklungen im Erdsystem. Temperaturen von mehr als 2 °C über den vorindustriellen Werten hat es auf der Erdoberfläche seit dem Pleistozän (vor mehr als 2,6 Millionen Jahren) nicht mehr gegeben (13).“

Eine solche Erhitzung könne Milliarden Menschen betreffen und katastrophale Folgen haben, so die Autor*innen.

Bis 2070 könnten zwei Milliarden Menschen in Gebieten leben, die von extremer Hitze betroffen seien. Derzeit seien es 30 Millionen Menschen.

Es sei zu befürchten, dass sich die Entwicklungen, auch über Rückkoplungseffekte, verstärken könnten. Kippunkte könnten eintreten und weitere auslösen. Bestehen Krisen könnten verschärft und neue Konflikte ausgelöst werden. Die Resilienz bestehender Systeme gegen andere Krisen könne beeinträchtigt werden. Die durch die Klimakrise ausgelösten Folgen könnten weltweite Folgen haben. Andere Folgen der Klimakrise, wie zum Beispiel die Beeinträchtigung der Wolkenbildung durch CO2, seien zu wenig untersucht, um sichere Aussagen treffen zu können.

Die Wissenschaftler*innen empfehlen eine Auseinandersetzung mit den Szenarien einer Erwärmung jenseits der 2,0 Grad. Dies aus zwei Gründen: Im schlimmsten Fall müsse man sich auf die Katastrophen, welche die Erderhitzung auslöst, vorbereiten und einstellen. Hierzu sei es wichtig, zu wissen, was wahrscheinlich auf die Menschheit zukommen könnte. Im besten Fall könne die Erkenntnis über das Ausmaß der Klimakrise und die drohenden Szenarien den Ernst der Lage bewusst machen. Die Menschheit könne dann, wie im Falle der nuklearen Aufrüstung, die Proteste zur Folge hatten, die zur Begrenzung der Aufrüstung und Abrüstung führten,  eine der schlimmsten Katastrophen ihrer Zeit abwenden bzw. zumindest abmildern.

Wir hoffen, dass die Menschheit den Ernst der Lage erkennt, sich besinnt und das zweite Szenario eintreten wird. Im Falle des Eintreten des ersten Szenarios,  gnade uns Gott.

Klage gegen Gasbohrungen in Nordsee

Klage gegen Gasbohrungen in Nordsee

Die Deutsche Umwelthilfe, die niederländische Umweltorganisation Mobilisation for the Environment (MOB), die Bürgerinitiative Saubere Luft Ostfriesland und die Inseln Borkum und Juist haben  Klagen gegen die geplanten Gasbohrungen in der Nordsee bei der Rechtbank in Den Haag eingereicht (Gericht erster Instanz). 

In der Nordsee wird vor Borkum ein Erdgasfeld vermutet, das 13 Milliarden Kubikmeter Gas enthalten soll und 1,5 Kilometer vor der deutschen Seegrenze, in unmittelbarer Nähe des Wattenmeers liegen soll. Hier möchten das Unternehmen One Dyas und ein weiteres Unternehmen Gas fördern. Das niedersächsische Wirtschaftsministerium (CDU), das Niedersächsische Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG)  (CDU) und niederländische Behörden hatten diese Pläne zuvor genehmigt. Die Genehmigungen werden heftig kritisiert.

 Die geplanten Bohrungen trügen kurzfristig zur Versorgungssicherheit nicht bei. Zwei deckten die 13  Milliarden Kubikmeter Gas 1/7 des deutschen Jahresverbrauchs. Doch laut Plänen solle erst 2024,  eher 2025 geringe Mengen an  Gas gefördert werden. Diese deckten nur ein bis zwei  Prozent des deutschen Bedarfs. 

Die Bohrungen könnten die Abhängigkeit von fossiler Energie noch weiter voranbringen und geschützte Arten  wie Finte und Schweinswale durch Lärm und der Gefahr der Einleitung wasserschädlicher Stoffe bedrohen . Das ökologische Gleichgewicht des Wattenmeer, sei bereits jetzt von den Folgen der Klimakrise bedroht. Es sei deswegen falsch nach Gas zu bohren, sondern wichtig, erneuerbare Energien auszubauen.

Petersberger Klimadialog

In Berlin kamen Minister*innen aus etwa 40 Ländern zum Petersberger Klimadialog zusammen. Bei dieser Konferenz wird über die Klimakrise und deren Eindämmung diskutiert, ohne am Ende konkrete Beschlüsse fassen zu müssen – also ein reiner Austausch. Der Klimadialog dient als Auftakt zur UN-Klimakonferenz, welche Ende diesen Jahres im ägyptischen Sharm El-Sheikh stattfinden soll. Entsprechend seiner Zielsetzung folgten dem Petersberger Klimadialog keine Ergebnisse. Nichtregierungsorganisationen wie der BUND, Greenpeace, Oxfam oder Germanwatch zeigten sich enttäuscht, dass es keine stärkeren Signale für den internationalen Klimaschutz gab. Damit bleibt auch die Hoffnung auf die UN-Klimakonferenz zunächst verhalten.

Die größten Probleme gibt es nicht bei Bekundungen zur Abschwächung der Erderhitzung, sondern bei  Finanzierungsfragen. Dem globalen Süden wurden beispielsweise ab 2020 von den Industrieländern jährlich 100 Mrd. US-Dollar versprochen, um Klimaschutz und Anpassungen an Klimafolgen zu leisten. Das Geld ist bisher nicht vollständig gezahlt worden und die Verantwortung dafür schwer zu verorten, weil nicht geregelt ist, wie die Summe zustande kommt. Ähnlich ist es bei der Deutschen Klimafinanzierung für den globalen Süden, die bis 2025 von 4 auf 6 Mrd. Euro jährlich ansteigen soll. Weiter ist nichts festgelegt. Für effektiven internationalen Klimaschutz braucht es allerdings ausreichende und verbindliche Zahlungen von wirtschaftlich starken Nationen wie Deutschland. Auch wenn die Messlatte für die UN-Klimakonferenz nun niedrig liegt, ist das kein Ausschlusskriterium für Fortschritte.

Waldbrände in Brandenburg & Sachsen

Der derzeitigen Hitzewelle in Portugal sind bis zum 18. Juli mehr als 1000 Menschen zum Opfer gefallen.  Die Chefin der Gesundheitsbehörde, Graca Freitas macht diesbezüglich, darauf aufmerksam, dass sich das Land zukünftig besser auf kommende Hitzewellen vorbereiten müsse. Temperaturen von über 40 Grad Celsius wurden in Portugal erreicht, durch die Hitzewelle, unter der gerade weite Teile Europas leiden. Neben den Hitzetoten kommt es in vielen Ländern Europas gerade zu Waldbränden in einer Anzahl und Größenordnung, wie sie noch nie da gewesen ist. Binnen einer Woche sind in Spanien mehr als 60.000 Hektar Wald abgebrannt, was Anwohner, Behörden, als auch Rettungskräfte vor große Herausforderungen stellt. Aber auch in Großbritannien wurden Rekordtemperaturen von über 40 Grad Celsius erreicht, was zur Folge hatte, dass der Bahnverkehr, als auch der Flugverkehr, aufgrund von, durch die Hitze beschädigten Landebahnen teils eingestellt und umgeleitet werden musste. Die Temperaturen verursachen jedoch auch hier mehrere Brände rund um London, wodurch die Feuerwehr den Großschadensfall ausrief. Demzufolge konnte sich die Feuerwehr strukturell besser aufstellen. Im Angesicht der derzeitigen Hitzewellen in Europa macht die Weltwetterorganisation darauf aufmerksam, dass sich dieser Trend der immer weiter steigenden Temperaturen bis 2060 weiter fortsetzen wird, unabhängig davon, wie weit unsere Klimaschutzmaßnahmen reichen. Die aktuellen Temperaturen werden uns in den kommenden Jahrzehnten mild erscheinen, betont der Sprecher der WMO-Generalsekretär Petteri Taalas in Genf während einer Pressekonferenz. Die Hitzewellen werden bis mindestens 2060 immer häufiger und immer intensiver vorkommen. Daraufhin macht Taalas noch einmal auf die nötigen Anstrengungen im Klimaschutz aller Staaten aufmerksam. Es müsse, so schnell es geht, aus der Nutzung von fossilen Energien ausgestiegen werden. 

Gleich zwei neue Gaspakete

Im letzten Monat ist auch einiges im Bereich des Gases passiert: Über die Pipeline Nordstream 1 fließt wieder russisches Gas nach Deutschland, allerdings nur zu 40% der eigentlichen Kapazität, was Robert Habeck zu einem neuen Gassparpaket veranlasst hat. Und das ist nicht das einzige Paket bezüglich Gas: Für den strauchelnden Energiekonzern Uniper gibt es ein Rettungspaket, mit welchem dem Unternehmen mit 15 Milliarden (!) Euro geholfen werden soll.

Aber zurück zum ersten Thema und dem Gas-Sparpaket von Habeck: Die Möglichkeit, Haushalten Gas abzudrehen, soll nicht gegeben sein, aber in bestimmten Bereichen sollen private Haushalte Gas sparen und auch im Mietvertrag stehende Mindesttemperaturen können wirkungslos werden. Aber nicht nur private Haushalte sind betroffen: Bestimmte Unternehmen mit Gasspeichern dürfen weniger Gas verbrauchen und auch Firmen müssen sich aufs Sparen einstellen. 

Dem Düsseldorfer Gasunternehmen Uniper geht es gleichzeitig finanziell gar nicht gut, weshalb die Deutsche Regierung ihm mit einem Rettungspaket von 15.000.000.000 (Milliarden) Euro unter die Arme greift. Dabei übernimmt der Bund auch 30% der Anteile des Unternehmens. 

Übrigens, nur zur preislichen Einordung: Das 9€-Ticket hat den Staat für die drei Monate „nur“ 2,5 Milliarden Euro gekostet – ein deutlich günstigerer Deal also – sollte dort nicht eher weiter an einer Verlängerung gearbeitet werden? 🙂

Earth Overshoot Day 28.07.2022

In diesem Jahr fällt der globale Earth Overshoot Day auf den 28. Juli. Dabei handelt es sich um den Tag im Jahr, ab welchem mehr Ressourcen verbraucht werden, als in einem Jahr regeneriert werden können. Jeder weitere Verbrauch geht auf Kosten unserer Erde und folglich den kommenden Generationen.

Während 1961 nur etwa 75 Prozent der jährlich verfügbaren Ressourcen bis zum Jahresende aufgebraucht wurden, wurden diese 1970 zum Jahresende vollständig aufgebraucht und dieses Jahr bereits Ende Juli. 

Der Verbrauch ist dabei global gesehen nicht gleichmäßig verteilt. So war der Earth Overshoot Day in Katar aufgrund des ressourcenintensiven Lebensstils bereits Anfang Februar. Doch auch der Konsum in Deutschland ist kritisch zu betrachten. So wäre der deutsche Konsum nur bis Mai nachhaltig, während Länder wie Ecuador oder Indonesien bis Dezember nachhaltig konsumieren. Dieser wachsende Ressourcenverbrauch stellt laut Weltbiodiversitätsrat gemeinsam mit der Klimakrise die größte Bedrohung für die Artenvielfalt unserer Erde dar. 

Schande der Ehrung,  Danaergeschenk in London

„Ich fürchte Boris Johnson, vor allem, wenn er zurücktritt“,  hätte Homer wohl Laokon ausrufen lassen, wenn er heute gelebt und um die Tradiditon der „Prime Minister’s Resignation Honours“ gewusst hätte.

Gerne hätten wir den Rücktritt Johnsons wohl Großbritabnniens bekanntester Antisemit, Rassist und Sexist, in die Liste der erfreulichen Nachrichten aufgenommen. Der 07. Juli 2022 schien für Großbritannien mit dieser Nachricht gut zu beginnen. Doch die Freude über den Rücktritt währte nur kurz. Nicht nur, dass Johnson den sofortigen Rücktritt ausschloss, er scheint trotz des Rücktritts noch großen Schaden anrichten zu können. Und es ist zu befürchten, dass er dies machen wird. Dies ermöglicht die Tradition der „Prime Minister’s Resignation Honours“. Der zurücktretende Premierminister kann der Kabinettskomission des Oberhauses beliebig viele Vorschläge für die Verleihung von Ehren an Personen machen (und diese so zu adeln, z.B. durch die Ernennung zu Peerages, Rittern oder Damehoods).  Das berechtigt zu der Mitgliedschaft im britischen Oberhaus (House of Lords), dessen Einfluss auf die Politik in Großbritannien nicht unterschätzt werden darf.  Etwa zehn Prozent der 800 Mitglieder des Oberhauses sollen Johnson schon ihren Sitz im Oberhaus verdanken. Es wird befürchtet, dass Johnson weitere Parteifreunde vorschlagen könnte. Dies würde die Mehrheitsverhältnisse im Oberhaus so verschieben, dass die Konservativen profitieren würden und künftig leichter Gesetze durchsetzen könnten. Genau dies soll die Beratungsfirma Crosby Textor den Tories bereits vorgeschlagen haben. Demnach solle Johnson bis zu 50 konservative Lords ernennen, um es den die Tories die Durchsetzung ihrer Politik zu ermöglichen. 

Wohin die Reise gehen könnte, könnte die Wahl der Person, die Johnson nachfolgen soll, zeigen. Es konkurrieren Rishi Sunak und Liz Truss. Sunak, welche sich für die Bekämpfung der Klimakrise und Wirtschaftswachstum einsetzt. 

Liz Tuss hingegen verfolgt einen menschenverachtenden Egoismus und Nationalismus. Sie möchte Großbritannien aus der Europäischen Menschenrechtskonvention werfen, die Einwanderungsgesetze verschärfen, die Eskalation in der Nordirlandfrage verschärfen und viele übernommenen Regeln der EU abschaffen.

Sie spricht sich allgemein gegen staatliche Regeln aus, gegen eine soziale Politik z.B. bei Schulbildung und gegen weitere Steuern für Öl- und Gasunternehmen. Sie  kappte die Förderungen für die Agro-PV und forderte neue Märkte für Schweinefleisch in England./ Bei der Frage, ob FLINTA*-Personen ihre Rechte ausüben dürfen sollen, ist sie linientreu konservativ. Klimagerechtigkeit sieht anders aus. Derzeit liegt Tuss in den Umfragen vorne. Widerliche und strafbare Behauptungen schaden ihr nicht.

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14 Gedanken zu “Tragödie oder Komödie, das ist hier die Frage!

    1. Hm… etwa, weil die Verbrennung der Welt durch das Kapital eine Sehnsucht nach dem „Reich Gottes“ bedient, der bibeltreue Christen so gerne und immer berauschter frönen? Es fragt sich, wer in diesem Fall wirklich unter den Fittichen von Jair Messias Bolsonaro gut aufgehoben wäre, fromme Christen, die die jetzige Situation mit den Offenbarungslegenden und Weltuntergangsorakeln des Neuen Testaments vergleichen (die sich damals, vor 2000 Jahren, bekanntlich nicht erfüllten), oder Klimaaktivist:innen, die protestieren und sich auf Autobahnen festkleben, um zeitgemäß auf die Katastrophe aufmerksam zu machen, damit diese vielleicht doch noch abgewendet werden kann?

      1. Hm …..sich festkleben….. Haben das nicht schon die Grünen gemacht als sie noch eine Friedensbewegung waren ? Heute sitzen sie in der Regierung. Die über lange Zeit immer wieder ergangenen Warnungen vor den Kreisen die wir jetzt erleben hat es nicht abwenden können, oder?

  1. Die Entscheidung der deutschen Funktionseliten, im Wattenmeer nach Gas zu bohren, ist eine Katastrophe und beweist wieder einmal, was für ein archaisches, unzeitgemässes System die ach so fortschrittliche und ach so „freie“ Marktwirtschaft ist. Der wunderbar freie Zwang, aus Geld mehr Geld zu machen, verbietet es einfach, statt nach Gas zu bohren Offshore-Windparks zu bauen, obwohl (oder gerade weil, wer weiß, wie sehr sich die Politiker:innen und noch mehr die Konzernchefs sich auf ihr falsches Bewusstsein festbeissen?) Offshore-Windparks nicht nur kostengünstiger sind, sondern auch umweltfreundlicher? (Beziehungsweise umgekehrt). Denn Offshore-Windparks fördern auch die Artenvielfalt, viele Fischarten leben dort und haben sich sogar erholt, obwohl sie fast schon ausgestorben sind, weil zwischen den Säulen der Offshore-Windräder nicht mehr in großem Stil, also industriell bzw. profitabel gefischt werden kann. Es ist in der Tat eine grauenhafte Realsatire, die da geboten wird, denn ganz besonders der deutsche Kapitalismus erweist sich zunehmend als unrentabel. Es scheint immer offensichtlicher nur noch um blinde Zerstörung zu gehen, da offenbar fossile Energieträger dieser Wirtschaftsform, jedenfalls seiner deutschen Variante, ebenso heilig zu sein scheinen wie die Geldvermehrung selber. Vielleicht liegt das aber auch daran, daß sich deutsche Konzernchefs und Topmanager, jedenfalls die der Gas – und Kohleindustrie, immer mehr als die Oligarchen entpuppen, die sie sind. Man denke da nur an Scholz‘ Cum-Ex-Skandal. Oder hat das Ganze einfach mit der berüchtigten deutschen Gründlichkeit zu tun? Fragt sich nur: worin sind die deutschen Funktionseliten so gründlich? Etwa darin, geradezu absichtlich so viel wie nur möglich zu zerstören? Oder ist die deutsche Regierung einfach nur so gründlich wie nur irgend möglich in ihrer Blindheit? Nur zur Erinnerung: Scholz hat alles Verständnis für Aluhutträger und „besorgte“ (Reichs-) Bürger aller Art, nicht aber für Klimaaktivist:innen und alle, die aus echter Angst und Sorge um die Zukunft der Menschheit auf die Straße gehen. Deshalb sind der hiesigen Regierung außer Kohle auch Gas so wichtig, koste dies, was es wolle. Gerade, weil auch letzteres zu fördern völlig sinnlos ist, „muß“ es erst recht ums Verrecken gefördert werden. Und gerade, weil es längst möglich wäre, sowohl Sonnen – als auch Windenergie zu speichern, und zwar am besten entweder in Salzspeicherkraftwerken, die in stillgelegten Kohlekesseln eingerichtet werden könnten, oder in Druckluftspeichern, darf einfach ums Verrecken nicht sein, was nicht sein soll. Denn immerhin ist Gas beziehungsweise Methan bekanntlich 87 mal so klimaschädlich wie CO2. Ist das nun deutsche Gründlichkeit vom Feinsten oder einfach Blindheit und damit abergläubische Ehrfurcht vor dem heiligen Geld? Beziehungsweise abergläubische, blinde Ehrfurcht vor der heiligen Arbeit? Und das angesichts der Tatsache, daß in der Branche der erneuerbaren Energien Arbeitsplätze abgebaut wurden? Lohnt sich also hierzulande nur noch das, was immer offensichtlicher die größtmögliche Zerstörung bringt? Oder sehnen sich deutsche Oligarchen einfach danach, ihren russischen Handelspartnern im Gasgeschäft immer ähnlicher zu werden? Oder träumt Scholz davon, dort weiterzumachen, wo Gerhard Schröder aufgehört hat? Wie dem auch sei, der Zwang, Geld zu mehr Geld zu machen ist der größte Hemmschuh, der jede sinnvolle Entwicklung ausbremst. Es ist allerhöchste Zeit, diesem völlig sinnlosen „Finanzierungsvorbehalt“ nichts mehr zu opfern, dies gerade, weil (paradoxerweise) die Entwicklung erneuerbarer Energien nicht nur klimaneutral, sondern sogar weit kostengünstiger sind als das sture Festhalten an fossilen Energieträgern. Daß dies der Fall ist, liegt immer offensichtlicher daran, daß sich der stumme Zwang des Marktes mit der Ökologie und damit auch mit dem Überleben der Menschheit nicht verträgt, egal welche Funktionsträger das wissen wollen oder nicht in ihrer blinden Markt -, Arbeits – und Geldgläubigkeit.

    1. Ideologien, Esoterik und Geschwurbel helfen niemandem weiter. Das einzige, was jetzt noch helfen kann, ist Pragmatismus. Wir brauchen die Atomkraft so lange, bis die Abhängigkeit von russischem Gas überwunden ist. Der Anteil der erneuerbaren Energien liegt in Deutschland bei etwa 48% und kann nicht über Nacht auf 100% gesteigert werden.
      Wer sich aus rein ideologischen Gründen der Atomkraft verweigert, beweist, dass er keine Ahnung von der Realität hat. Leider sind realitätsfernes und kontrafaktisches Denken in der Öko-Bewegung der Standardfall, wie man auch auf dieser Webseite immer wieder sehen kann.
      Man kann niemandem verbieten, absurde Ansichten zu vertreten; aber man muss hoffen, dass diese keine Mehrheit finden. Dummheit ist nicht strafbar, aber sträflich.

      1. Dummheit ist nicht strafbar, aber in der Tat sträflich. Und ebenso kann man in der Tat niemandem verbieten, absurde Ansichten zu vertreten. So etwa die, dass Atomenergie bedenkenlos umweltfreundlich und jeder Hinweis auf die Gefährlichkeit von radioaktiver Strahlung nichts als Esoterik und Geschwurbel wäre. Bitte googeln: Reaktorkatastrophe von Tschernobyl am 26. April 1986, und Reaktorkatastrophe von Fukushima am 11. März 2011. Diese beiden Reaktorkatastrophen ereigneten sich wie die von Harrisburg 1979 wirklich und sind nicht den absurden Fantasien von Aluhutträgern entsprungen, falls du das meinst, wenn du sämtliche Warnungen vor der Gefahr, die von Radioaktivität ausgeht, als Esoterik und Geschwurbel abtust. Auch stellt sich die Frage: Wohin mit dem also wieder immer mehr werdenden Atommüll? Auch den Gedanken daran als Esoterik und Geschwurbel abzutun ist nicht gerade realitätsnah. Über die Frage, wohin mit dem anfallenden Atommüll und was für strahlende Folgen der für mindestens eine bis zehn Millionen Jahre hat, gibt es übrigens auf Youtube ein ganz gutes Video von Jan Böhmermann bei ZDF Magazine Royale. Den Atommüll einfach ins Meer zu kippen mag in den Augen von jemandem, der von Umweltschutz nichts und jede Sorge um die kommenden Generationen für luxuriösen Unfug von wohlstandsverwöhnten Göran aus der oberen Mittelschicht hält, pragmatisch erscheinen, und so jemand hält eine solche „Löaung“ wohl für den einzig wahren Pragmatismus. Diese Überzeugung kann zwar niemandem verboten werden, und daher kann auch niemandem verboten werden, sich mit solchen Vorstellungen zu blamieren. Denn in diesem Punkt hast du vollkommen recht, Martin: Dummheit ist nicht strafbar, aber sträflich. Und hat außerdem mit echtem Pragmatismus nichts zu tun.

      2. Schmerzhaft hier zu lesen!:

        „Wir brauchen die Atomkraft so lange, bis die Abhängigkeit von russischem Gas überwunden ist. “

        Vielleicht haben wir noch die Chance das Ende der Menschheit zu verhindern. Verzögern oder verschieben wir diese Chance nicht!

        Vielleicht wäre es eine Chance, wenn die Wirtschaft zusammenbricht?
        Auf jeden Fall eine Gelegenheit unser Leben zu verändern.

        1. Ja klar, ein Zusammenbruch der Wirtschaft wäre eine große Chance zur Lebensveränderung. Zumindest für diejenigen, die die anschließenden Hungersnöte und Bürgerkriege überleben. Eine echt tolle Idee: Erstmal alles zerstören, und dann kann’s ja nur besser werden.

    2. Hm,…….liebe Silvia
      Wenn man eine Welt der Einwegprodukte aufrecht erhalten will (nach dem Motto:“Wir verkaufen euch heute Sachen die übermorgen gleich wieder kaputt gehen und ihr sie wieder neu kaufen müßt), werden uns auch keine Offshoreparks retten. Lg

      1. Hättest du meinen Kommentar, den du so weise beantwortest, wirklich durchgelesen, wäre dir vielleicht klargeworden, dass ich darin mit keinem Wort gesagt habe, ich hieße eine Welt der Einwegprodukte gut. Aber genaues Durchlesen von Kommentaren Anderer, die in keiner evangelikalen Glaubensblase stecken, ist frommen Soldaten Christi, offensichtlich zu mühsam. 😂 Abgesehen davon heiße ich die bestehende Wegwerfproduktewelt keineswegs gut. Nur sehe ich nicht ein, warum die Menschheit in einer Welt leben soll, in der es keine sinnvollen, den Menschen und der Natur zugutekommenden technischen Innovationen geben darf und die Welt ruhig in Flammen stehen soll, damit die (laut den wortwörtlichen Bibelauslegungen frommer Soldaten Christi ausnahmsweise nicht sündigen) feuchten Träume von Bolsonaro-Anhängern in Erfüllung gehen können. Ich sehe das übrigens gerade deswegen nicht ein, weil die Welt bzw. die Erde eben gerade NICHT zum Wegwerfen und/oder Verbrennen da ist. Genauso wie die Demokratie, die es gerade deinesgleichen ermöglicht, gegen sie anzupredigen und dich in deiner Weltuntergangssehnsucht zu wälzen.

      2. Hm,…….lieber Martin
        Davon, dass ich eine Welt der Einwegprodukte aufrechterhalten will, habe ich gar nicht gesprochen. Wenn du es also nötig hast, einfach alles, was ich sage, nicht nur als „sinnleeres Wortgeklingel“ abzutun, sondern auch noch falsch zu verstehen und dabei in sein Gegenteil zu verkehren, ist das deine Sache, schließlich hältst du es ja auch für nötig, alle weibliche Personen, die klügere Gedanken äußern als du, generell als „große kleine Mädchen“ zu verhöhnen. Reife Leistung, schließlich weißt du es als kleiner einfacher Mann und gestandener Fußballgucker, für den schon von vornherein jeder „Drops gelutscht“ ist, einfach besser als ein „Mädchen“, das sich weigert, auch noch zu dir aufzuschauen. Alle Achtung, Mayistero!

  2. Liz Truss ist die Retterin der Welt. Sie hat die verdammten Energie-Preise für 2 Jahre eingefroren. Dies könnte auch in Deutschland geschehen. Zudem gibt es in Deutschland immer weniger Kälte-Tage. Bitte googeln: Manifest Natura Christiana

    1. Ich habe Manifest Natura Christiana gegoogelt und konnte zu keinem anderen Schluss kommen als zu dem, dass der Inhalt dieser Seite ein krudes Geschwurbel ist, wie es andere Aluhutträger ebenfalls auf Lager haben. Denn schon der Begriff Ökologischer Konservatismus sagt einiges aus. Nämlich:bloß keine „unvernünftigen“ Veränderungen wagen! Es enthält Halbwahrheiten und erweist sich als frauenfeindlich (ich zitiere, was beispielsweise über Abtreibung geschrieben wird: Verhütung ist sinnlos und Abtreibung muss ab der Befruchtung verhindert werden, und Sex ist nur dann sinnvoll, wenn dabei ein Kind gezeugt wird.) Auch zählt das Individuum nichts und die kleine Gemeinschaft alles. Menschen sollen sich nach Möglichkeit in 2x 3x 2x m enge Löcher von Behausungen zwängen, die in warmen Gegenden nicht einmal Fenster und Türen benötigten(!) Ja, sogar Tische, Stühle und Kleiderschränke hätten ganz und die Schlaf-Liege meistens draußen zu stehen. Denn jeder Anspruch auf Privatsphäre gilt laut dieser christlichen Sekte oder was diese Gemeinschaft der Traum-Menschen sein soll, als „Egoismus“ und dieser als Sünde (als was denn sonst, darin gleichen sich alle christlichen Fanatiker wie ein Ei dem anderen. Nicht eben frauenfreundlich kann auch das Gebot genannt werden, dass Frauen möglichst schulterlange Haare tragen und graue Haare bekommende ältere Frauen diese mahagonibraun färben sollten, auch wenn sie vorher vielleicht blonde, hellbraune, rote oder schwarze Haare hatten. Und dann die Behauptung, dass die meiste Musik dekadent sei. Mehr als bedenklich ist auch, dass Schulfächer wie Geschichte, Latein, Kunst, Sport usw. abgeschafft werden sollten. Und was mit „usw.“ gemeint ist, wäre an dieser Stelle auch zu fragen. Warum wohl sollten diese Schulfächer alle abgeschafft und nur noch Wirtschaft und Mathematik gelehrt werden? Weil Christus in Seiner Heiligen Bergpredigt gepredigt hat, dass jede weltliche Bildung Sünde sei? Offenbar schon. Denn: „Selig sind die geistig Armen, denn sie werden Gott schauen.“ Alles klar. Aber zwischen christlichen und islamistischen Fanatikern besteht ebenfalls eine Ähnlichkeit in den allermeisten Dingen. Warum ich das erwähne? Weil der Name Boko Haram, der in Nigeria wütenden Islamistentruppe, übersetzt soviel wie: weltliche Bildung ist haram, also verboten bzw. sündig, bedeutet. Um es noch einmal klarzustellen: Wir leben weder im ersten noch im siebten, sondern im 21. Jahrhundert und das Rad der Geschichte kann nicht nur nicht zurückgedreht werden, sondern sollte es auch nicht. Egal, wem das nun passt oder nicht. Abgesehen davon werden die Probleme, die die auf uns zurasende Klimakatastrophe verursacht, nicht gelöst, indem man sich nur noch kalt duscht, in fensterlose, 2x 3x 2m enge Löcher ohne Türen zwängt und Privatsphäre sowie jegliche individuellen Bedürfnisse, die über die Bedürfnisse nach Nahrung hinausgehen, zur Sünde erklärt. Was die Bekleidung betrifft: Ist es wirklich sinnvoll, in der sengenden Sonne und bei brüllender Hitze in keinen anderen Klamotten herumzulaufen außer in Badebekleidung, (womöglich ohne Kopfbedeckung), selbst wenn man etliche Kilometer weit weg von jedem Strand lebt? Also beispielsweise in Texas oder in Mexiko oder in Nordafrika? Übrigens: kennst du die Geschichte von jenem Esoteriker (oder war der vielleicht auch das Manifest Natura Christiana wort – und buchstabengetreu befolgender frommer Christ gewesen?), der sich in den Wald zurückzog und nur noch von Lichtnahrung leben wollte, weshalb er nach zwei Wochen starb? Diese Geschichte ist, was das betrifft, kein Märchen aus Tausendundeiner (Bibel-)Nacht, sondern kam in der heutigen Zeit, ja, im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts, in den Zeitungen, auch in deren Onlineportalen, und es gibt auch auf Youtube ein Video darüber, du kannst dich darüber also auch in dem vom Manifest Natura Christiana erstaunlicherweise nicht zur Sünde erklärten Internet darüber informieren. Nebenbei: Warum ausgerechnet Liz Truss, die sich schon jetzt als Eiserne Lady erweist und in Maggie Thatchers Fußstapfen tritt, die Retterin der ganzen Welt sein soll, erschließt sich mir nicht.

  3. Wann dringt die Erkenntnis allgemein durch? Das 1,5-Grad-Ziel ist nicht zu halten. Auch 2 Grad nicht. Wir müssen lernen, in einer wärmeren Welt zu leben. Ohne die industrielle Revolution wären wir übrigens aufgrund der astronomischen Situation auf dem Weg in eine neue Eiszeit.

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