Woche 26/2019 – Bundestag umzingelt, Solidarität mit französischen Klimaaktivist*innen und Diskussion mit Bundestagsfraktionen

Was ist in der Woche vom 24.06. – 30.06. so passiert? Philipp fasst die Geschehnisse zusammen.

🗫 „Runder Tisch“ mit Politiker*innen
Am Montag haben Vertreter*innen von uns mit Politikern (nur Männer) der Bundestagsfraktionen diskutiert. Das Gespräch wurde von Phoenix übertragen und kannst du dir hier anschauen.

🥵 Hitzerekord im Juni gebrochen
Am Mittwoch wurde nach Angaben des deutschen Wetterdienstes nach 70 Jahren der Hitzerekord für Juni gebrochen: In Brandenburg und Sachsen wurden Temperaturen von 38,6*C gemessen. Neben Brandenburg und Sachsen haben aber noch weitere Bundesländer ihren Hitzerekord gebrochen. Hier findest du einen guten Artikel dazu.

🌱 Klimanotstand in Frankreich und New York
In Frankreich wurde am Donnerstag der Klimanotstand ausgerufen. Frankreich verpflichtet sich demnach zur Klimaneutralität – angestoßen durch FFF-Aktivist*innen. New York hat ebenfalls den Klimanotstand als größte Stadt in den USA ausgerufen.

🚔 Friedliche französische XR-Blockade von Polizei gewaltsam aufgelöst
Aktivist*innen von Extinction Rebellion haben am 28.06. eine Blockade auf den Straßen von Paris durchgeführt – nach eigenen Angaben friedlich. Die Polizei hat im Vorbeigehen die wehrlosen Aktivist*innen mit Pfefferspray abgesprüht, bevor sie gewaltsam zum Aufstehen bewegt wurden. Fridays for Future Germany hat sich bereits in den sozialen Medien solidarisch gezeigt. Ein Video vom Vorfall findest du hier.

🔴 Klimastreik mal anders: Bundestag umzingelt
Am Freitag haben Aktivist*innen von Fridays for Future in Berlin den Bundestag mit einem roten Tuch umzingelt. Grund dafür war, vor der parlamentarischen Sommerpause die Abgeordneten nochmal zu wirksamen Klimaschutz zu ermahnen.

🤔 Kurios: Horst Seehofer (CSU) lobt Fridays for Future
„Es ist doch toll, wenn junge Menschen für ihre Überzeugungen kämpfen. Die Kritik daran habe ich nie verstanden.“ sagte Horst Seehofer der BILD. Wir warten aber auf Taten, Herr Seehofer!

11 Kommentare zu „Woche 26/2019 – Bundestag umzingelt, Solidarität mit französischen Klimaaktivist*innen und Diskussion mit Bundestagsfraktionen

  1. Liebe Aktivistinnen und Aktivisten,
    ich kann Euch nur bestärken in Eurem Thema und lasst Euch nicht mit Arbeitsplatzverlusten entmutigen. Fakt ist, dass wir 2013 371.400 Arbeitsplätze in den erneuerbaren Energien geschaffen, aber 2017 waren es nur noch 316.700 Arbeitsplätze (unendlich-viel-energie.de).
    Das ist ein Verlust von 54.700 Arbeitsplätzen über die keiner spricht. Also, der Quatsch mit dem Arbeitsplatzverlust ist nicht vorhanden.
    Aber am wichtigsten ist es unsere Welt zu erhalten und da sind alle anderen Argumente nichtig!
    Gruß
    Ralf

    1. Aktivisten in Punkto Umwelt- und Klimaschutz gibt es schon seit den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts. Viele Menschen engagieren sich schon seit Jahrzehnten, ohne dass so viel Geschrei um sie gemacht wird. Sie sind ja auch Erwachsene und keine Kinder und Jugendlichen. Wir haben es geschafft, dass die Flüsse wieder sauber werden, dass Filter in Industrieanlagen eingebaut werden, Robbenbabys nicht mehr abgeschlachtet werden, ein Umdenken in der Energieversorgung stattfindet, Fangquoten eingeführt wurden, verschiedene Wildtiere unter strengen Schutz gestellt werden und vieles mehr. Greta ist ja nett, aber auch unglaublich naiv. Sie reist mit einem Segelschiff. Das löst wahrlich keine Probleme und fünf Crewmitglieder benutzen das Flugzeug, weil sie nicht alle an Bord passen. Irgendwann sind die Medien ihrer überdrüssig und dann verschwindet sie in der Versenkung.

  2. Ich wünsche der Friday’s for Future Bewegung ganz viel Glück und Erfolg. Ich bewundere Greta für Ihren Mut und ihre Courage -vor allem für Ihre Offenheit ihre Gefühle zu zeigen. Damit erreicht sie die Herzen -auch die ihrer Gegner. Sie ist für mich ein großer Hoffnungsfunke.
    Ich bin schon länger in der Naturschutzbewegung und über die geringen Erfolge ernüchtert. Das Problem ist nicht, dass es am Wissen oder der Einsicht fehlt. Warum sich so wenig und vor allem viel zu langsam etwas ändert ist die Tatsache, dass viele Politiker durch den Lobbyismus gesteuert werden-also das liebe Geld. Daher ist dies der richtige und vermutlich leider einzige Hebel: ich denke Politiker verstehen vor allem die Sprache des Geldes -also sprecht in dieser Sprache zu Ihnen. Daher bitte ich Euch: fordert alle Friday’s for Future Unterstützer auf ihr Geld den Banken zu geben, die sich erwiesenermaßen für Nachhaltigkeit einsetzen. An der Reaktion der Politiker werdet ihr erkennen, ob dies die richtige Sprache ist 😉
    Ich wünsche Euch von ganzem Herzen viel Erfolg!!

  3. Liebe Aktivistinnen und Aktivisten,

    generell ist es richtig für den Klimaschutz einzutreten und auch dafür auf die Straße zu gehen. Ihr solltet aber auch nicht vergessen, wie wichtig lernen ist. Denn nur mit dem entsprechenden Abschluss ist eine nachhaltige Karriere im Sektor Umweltschutz möglich. Denn ihr seid die Zukunft, die die Zukunft für eure Kinder und unsere Enkelkinder gestalten werden.

    Zudem ist es wichtig, auch die Gegenwart nicht aus den Augen zu verlieren. Forderungen zu stellen ist ein erster Schritt, aber es müssen auch Lösungsansätze geschaffen werden, die den Rest der Bevölkerung nicht vor den finanziellen Abgrund stellen. Wie gesagt, ihr stellt die Weichen für den „Klimazug“, aber vergesst dabei nicht diesen Zug auch für alle zu gestalten. Klimaschutz darf in diesem Sinne kein Preisschild bekommen, welches sich nur die obere Mittelschicht und aufwärts langfristig leisten kann. Der Rest darf und sollte dabei nicht auf dem Abstellgleis landen.

    Viele Grüße
    Dirk

    1. Hallo Dirk,
      Ich glaube, es gibt genügend Ansätze und Ideen, um den Klimaschutz voranzubringen. Bestes Beispiel ist, dass Flugbenzin noch immer nicht mal wie Benzin für Autos besteuert wird, klimaschädliches Verhalten also noch immer belohnt wird. Das Problem ist, dass der politische Wille fehlt. Es fehlt am Verantwortungsbewusstsein in der Politik und da setzen die Schüler mit ihren Demos genau richtig an, da sie in unserer Leistungs- und Konsumgesellschaft, die unsere Lebensgrundlage zerstört ein Zuhören und Umdenken erzwingen kann. Schön wäre es, wenn die Rentner sich endlich auch dazu entschließen könnten für ein besseres Klima zu streiken.

  4. Meine Anregung an die Schülervertretungen Neumünsters, kritische Fragen zur Klimapolitik und zur Energiewende an die örtlichen Verantwortlichen öffentlich zu stellen, blieb leider ohne jedes Echo. Mein ausführlicher Aufruf ist offenbar zu lang, um ihn in dieses Feld zu kopieren. Gebt mir bitte eine Mailadresse, an die ich den Text senden kann.

  5. Ihr habt meinen allergrößten Respekt, dass Ihr so sachlich und konstruktiv geblieben seid. Nachdem ich die vollen zwei Stunden angeguckt habe, bin ich unglaublich wütend. Ich werde von Menschen regiert, die nicht in der Lage sind, klar zu artikulieren, für welches konkrete Ziel sie eintreten, was dafür der nächste Schritt ist und bis wann sie den umgesetzt haben wollen. Und wenn sie scheitern, müssen sie sich daran messen lassen und ihr Mandat im Zweifel an jemanden abgeben, der das Parteiziel erreicht. Aber gleich „Ziele“ festzulegen, die so wachsweich sind oder so stark von anderen Gegebenheiten abhängig sind, dass man für das Erreichen keine Verantwortung nehmen kann, ist feige und führt zu dem minimalen Konsens. Nicht zu dem, was wir brauchen.
    Wir müssen mehr und wir müssen lauter werden und wir müssen mehr Politiker face-to-face in die Verantwortung nehmen. Ihr macht es vor, danke.
    Miriam

  6. Gerne würde ich mit Lilli und Gustav in Kontakt treten und ihnen meine Kritik an der Bewegung vorlegen. Die fridays for future – Bewegung ist außerordentlich wichtig und längst höchste Zeit, läuft aber Gefahr wirkungslos zu verhallen. Darüber aber will ich nicht Besserwisserisch schreiben, sonder erst einmal mir die Kritik an meiner Sicht der Dinge anhören/lesen.

  7. Mein Vorschlag da der Regenwald abgeholzt wird, pflanzt jeder 10 Bäume dieses Jahr.
    Wenn nur jeder 10. mitmacht wären das 83 Millionen Bäume, Bäume wandeln ja CO² dank Photosyntheses in Sauerstoff O² um.

    Ich würde anbieten 20 Bäume zu pflanzen.

    Natürlich nicht in der Nähe von Windrädern, Solarparks oder in der Nähe von Straßen oder Häusern, will kein Ärger haben
    Die Grundstücksinhaber werden natürlich befragt

    Euer Michael

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