Fridays for Future kommentiert Koalitionsvertrag

Berlin, 24. 11. 2021 – Fridays for Future kommentiert den heute veröffentlichten Koalitionsvertrag von SPD, Grünen und FDP: 

„Während die Welt auf knapp drei Grad Erhitzung hin steuert, verfehlt der Vertrag von SPD, Grüne und FDP noch vor Amtsantritt die eigenen Versprechen zur Einhaltung der 1,5-Grad-Grenze. Trotzdem feiern wir nach 154 Wochen Klimastreiks auch Erfolge der Klimabewegung wie den Kohleausstieg 2030. Nur: Der aktuelle Koalitionsvertrag allein reicht für die Einhaltung der 1,5-Grad-Grenze nicht aus.

Mit ihren vorgelegten Maßnahmen entscheiden sich die drei Parteien bewusst für eine weitere Eskalation der Klimakrise.

Es ist ein Skandal, dass die Ampel den CO2-Preis nicht erhöhen will, die Erdgasinfrastruktur ausbauen möchte und nicht alle Dörfer an der Kohlegrube Garzweiler vor der Zerstörung schützt. Die notwendige Klimaneutralität bis 2035 ist mit diesen Maßnahmen nicht zu erreichen.

Um diese Krise tatsächlich zu lösen, brauchen wir eine echte Transformation der Gesellschaft, die soziale Fragen ernst nimmt.

Angesichts der zerstörerischen Extremwetter in Deutschland und weltweit, Klimaschäden in Milliarden-Höhe und massenhaftem gesellschaftlichen Protests fragen wir uns:

Was zur Hölle braucht es denn noch, bis Deutschland seine internationalen Versprechen zu Klimagerechtigkeit einhält? 

Wir haben den Kohleausstieg 2030 erkämpft, jetzt werden wir auch 1,5-Grad-Politik der Ampel-Koalition erkämpfen.“

9 Kommentare zu „Fridays for Future kommentiert Koalitionsvertrag

  1. Während ich generell dem Inhalt zustimme, hätte ich mir doch eine sorgfältigere Erstellung der PM gewünscht. So stimmt es nicht, dass der CO2 Preis nicht erhöht werden soll oder dass der Kohleausstieg 2030 besiegelt ist. Und Formulierungen wie „zur Hölle“ passen nicht im Stil.

  2. ja, wir müssen wohl weiter auf der Straße und in den Medien und überall wo es möglich ist, dafür kämpfen. Die Beschlüsse – so wie sie jetzt sind – reichen leider überhaupt nicht;((

  3. Ich befürchte, solange Gewinnmaximierung über alles geht, wird aus der Weltrettung nichts.

    Vielen jungen Leuten muss man übrigens leider sagen: Selber Schuld, wenn Ihr ernsthaft auf die FDP setzt! Wie kann man in einer so brisanten Weltlage eine Partei wählen, die Reichtum fördert? Mir geht das nicht in den Kopf!

    Es braucht ein Weltforum der einfachen Menschen, auf dem zusammengetragen wird, was ein glückliches Leben ausmacht. Möglicherweise gehört ja für einige dazu, sauberes Trinkwasser zu haben – ohne dafür reichen Konzernen Geld geben zu müssen. Wer weiß schon, welche verrückten Vorstellungen die Menschen so haben. Mancher will vielleicht einfach nur eine Chance haben, zu überleben, keine Angst vor Landminen haben zu müssen, nicht hungern zu müssen oder so …

    Die ganz Durchgeknallten werden sogar leugnen, dass Black-Friday-Rabatte erstrebenswert seien.

    *** Ironie aus, denn dazu ist die Lage VIEL ZU BITTER UND EMPÖREND! ***

    Leute, es ist wirklich allerhöchste Zeit, dass die Mehrheit der Menschen ihre Rechte einfordert!

    Es kann echt nicht wahr sein, dass der winzige Anteil Ultrareicher an der Menschheit (wie der wohl zu dem vielen Geld gekommen ist?) alle anderen im Elend leben oder gar krepieren lässt! Die einen leiden ganz akut, die anderen werden es mit Verzögerung voll abbekommen, wenn die Folgen der globalen Erwärmung noch viel deutlicher spürbar sind! Hinter all dem steckt: Grenzenlose Raffgier!

    Aufgabe der Politik ist es, dies von vornherein zu verhindern. Daraus wurde nichts.

    Jetzt geht es darum, dass die Politik die Weichen wieder richtig stellt, um zu retten, was zu retten ist.

    Erneut Fehlanzeige.

    So wird das nichts! Die Zeit läuft uns weg!

    Wenn sich nicht sehr bald MIlliarden von Menschen zusammentun und ggf. in den Generalstreik treten, bis sich nachhaltig etwas zum Guten verändert, sieht es für unsere Zukunft äußerst finster aus!

  4. Liebe Freunde von Friday for Future,
    es ist denke ich jetzt langsam an der Zeit, einen nächsten Schritt zu machen.
    Demonstrationen und Schulstreiks haben in den Köpfen schon viel bewirkt, es ist bei den Menschen angekommen, daß wir hier auf den Kosten zukünftiger Generationen leben, und mit unserem Lebensstil unwiederbringlich unsere Umwelt verbrauchen und zerstören.
    Die für uns handelnde Politik in unserem Land ist zerfressen von Geldgier und Machtbesessenheit, es ist nicht mehr in deren Hand, dem Übel entsprechend zu begegnen. In einer Globalisierten Welt wie wir sie uns aufgebaut haben, funktioniert diese nationale Politik nicht mehr so wie wir es erwarten würden. Wirtschaftsmächte regieren dieses Land, und Lobbyisten tragen es in die Politik und zu den Geld-abhängigen Politikern.
    Wir müssen den Menschen zeigen, daß wir jetzt endlich Veränderungen erwarten, und wenn die nicht auf den Weg gebracht werden, dann müssen wir in der Lage sein, die Fesseln enger zu ziehen.

    Wir sind genug Demonstranten, um denen mal ordentlich auf die Füße zu treten, dazu mein Vorschlag.
    Bestimmt kann jeder oder jede Demonstrant*in Zuhause oder bei Freunden einen „Handwagen“ finden, ganz egal welches Design und welche Ausführung, auch ein Holzstock mit ein oder zwei Rädern dran, gilt als Handwagen. Mit denen hab ich’s auf die ganzen Kreisverkehre in unserem Land abgesehen, man darf jederzeit und auch ohne Führerschein und Altersbegrenzung in einen Kreisverkehr einfahren, um dann die letzte Ausfahrt wieder abzufahren. Ein paar Demonstranten, und ein kleiner Kreisverkehr ist zeitweilig komplett Blockiert. Wir könnten ja feste Zeiten dafür einhalten, sodaß sich jeder Verkehrsteilnehmer darauf vorbereiten kann, daß er, wenn er Beispielsweise zur vollen Stunde auf unseren Straßen unterwegs ist, mal mit einem 10 minütigen Halt vorm Kreisverkehr rechnen muß. Wenn es bei der Bahn, oder im Luftverkehr zu Streiks kommt, betrifft es auch beinahe jeden Einzelnen, wieso soll es wenn’s um unsere Zukunft und unser Klima ja soga um unseren gesammten Lebensraum geht, nicht auch jeden einzelnen persönlich einschränken.

    Wir müssen aktiv in die Funktionalität unseres Landes eingreifen, sonst werden wir weiterhin die Geisel derer sein, die uns mit ihrer Gier und Machtbesessenheit Tag für Tag ausbeuten.

  5. Die von den Ampel-Koalitionären, trotz aller Bekenntnisse zu Erneuerbaren Energien sichtbare starke Hervorhebung von fossilem Gas als ein erhoffter Wegbereiter für einen früheren Kohleausstieg, ist in vielerlei Hinsicht bedenklich. Ein stärkerer Fokus auf Erzeugung aus Sonne und Wind, ohne Kapazitätsdeckel durch Ausschreibungen aber durch koordinierte Planungen wäre das Maß der Dinge gewesen.

    Zu befürchten ist neben fraglichen Klimaeffekten, dass die weiter möglichen Investitionen in fossile Großkraftwerke samt der zugehörigen Infrastruktur auch weiter das Tempo der Energie- und Wärmewende, sowie des Abbaus von Ausbauhindernissen bestimmen werden. Der bereits von der Vorgängerregierung unter Beteiligung der SPD angeschobene Transformationsprozess hin zu einer Wasserstoffwirtschaft vollzieht sich bisher intransparent und damit undemokratisch. Der massive Einsatz von Fördermitteln aus Steuergeldern trägt vor allem dazu bei Macht und Strukturen großer Energie- und Infrastrukturunternehmen zu erhalten. Die Möglichkeit für eine sozial-verträgliche, weil überwiegend demokratisch kontrollierte Energieversorgung steht somit bereits in Zweifel. Fehlende „Waffengleichheit“ sorgt dafür, dass genossenschaftlich organisierte Bürgerenergie von vornherein im Nachteil ist, die aber für eine klima- und sozialgerechte Transformation unabdingbar ist.

  6. Immerhin versucht die Politik möglichst – eventuell – vielleicht – so ungefähr das 1,5° Ziel zu erreichen. Das reicht leider nicht. Wir werden also nur fast eine Zukunft haben.

    Klimagerechtigkeit ist zu teuer und unbequem, fällt auch aus. Da der Klimawandel ein globales Problem ist, müssen überall die Klimaziele erreicht werden.
    Wer jetzt noch fliegt oder mit einem Spritfresser unterwegs ist, sollte dafür richtig viel bezahlen müssen – Geld für mehr Klimagerechtigkeit.

  7. Ich habe den Eindruck, dass es allmählich Zeit wäre für unsere Bewegung auch mal einen Erfolg zu feiern. Zum Beisüiel den Kohleausstieg und den Ausbau der EE aber auch noch mehr. Das ewige „es ist nicht genug“ macht uns müde und irgendwann hört uns keine mehr zu. Auch wenn es ja richtig ist.

  8. Bei der CO2-Bepreisung von Erdgas entsteht bei den radikalen Klimaschuetzerinnen leider ein Denkfehler.
    50 % aller deutschen Haushalte, auch meine Familie heizen und kochen hocheffizient (95% Brennwertheizung) und noch kostengünstig 4 ct/kWh.
    Wir alle sollen auf NiedertemperaturWaerme, auf elektrische Wärmepumpen umsteigen zellen, die aber in allen Räumen Fussbodenheizung benötigen, was unbezahlbar ist. Der Strom fuer die Wärmepumpen ist aber 8x so teurer, 32 ct/kWh, niemand ist so blöd dies jetzt zu tun. Zudem wird jetzt der Strom noch von ineffiziente Kernkraft- und Kohlenkraftwerke gesteckt. Altmeier verwendet die Erdgas CO2 Abgabe gar nicht, um Leute zum Umsteigen zu motivieren. Sondern steckt sie betrügerisch in den teuren Strom, um die EEG Umlage zu kuerzen.

  9. Ich kann im Koalitionsvertrag keinen Ansatz erkennen, der die Klima- mit der Friedenspolitik verbindet. Militär, Kriegswaffen, Kriege verursachen größte Umweltschäden. Ein Anfang ist Abrüstung, keine neuen Drohnen, das Verbot von Kernwaffen, keine atomare Teilhabe, Konversion der Rüstungsindustrie in zivile umweltverträgliche Produktionen und vieles anderes mehr. „Mut zum Frieden“ hätte ich mir als Motto gewünscht, statt „Mut zum Fortschritt“.

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