Jubiläum einer gelebten Idee: Das Klimacamp Augsburg ist ein Jahr alt!

Das Prinzip ist einfach: Wir streiken, bis ihr handelt. Was von Anfang an ein Grundsatz der Klimabewegung war, wurde vom Augsburger Klimacamp auf ein ganz neues Level gebracht. Gestreikt wird dort seit Juli 2020 eben nicht nur immer wieder, sondern jeden Tag. 

Im letzten Jahr ist das Camp ziemlich vieles gewesen – mal Tageschau-Thema, mal bunter Kulturspot, eine ganz neue pandemietaugliche Protestform und dabei immer Provokation und Anlass zur Kommunikation. Vor allem anfangs hat das Klimacamp viele Fragen aufgeworfen, die sich inzwischen, ein Jahr später, teilweise vor allem mit einem Blick auf die Geschichte des Camps beantworten lassen.

,,Wie lange kann das gut gehen?“

Wahrscheinlich ist es gar nicht überraschend, dass die ersten Reaktionen auf das Camp im letzten Juli anzweifelten, dass es dieses lange geben werde: Dass die Politik, auch die der Stadt Augsburg, auf Reaktionen gerne warten lässt, war bereits bekannt. Und selbst, wer den Aktivisti kein mangelndes Durchhaltevermögen unterstellt hat, konnte sich wahrscheinlich nicht vorstellen, wie ein Camp aus Zelten, Schränken und Brettern im bevorstehenden Winter überleben kann. Das Jahr hat gezeigt: Die Aktivisti besitzen nicht nur eine bewundernswerte Sturheit, sondern ihre Idee hat auch mehrere Lockdowns, Stürme, Minusgrade und sämtliche Kritik überlebt.

,,Welche Bedeutung hat das Camp für uns, die Klimabewegung?“

 Zwischen Pandemie und multiplen politischen Blockaden ist vielleicht gerade das Klimacamp als neue Protestform eine Antwort auf das chaotische letzte Jahr. Denn die Idee hat sich von Ausgburg aus nach ganz Deutschland verbreitet: Aktuell gibt es in neun Städten, zum Beispiel in Hamburg, Köln und Reutlingen Klimacamps und in auch vielen weiteren Städten wurde zwischenzeitlich in Klimacamps nach dem Ausgburger Vorbild protestiert. Ohne Frage prägen die kreativen Aktionen, die Vehemenz, Reichweite und Innovation des Ausgburger Klimacamps die gesamte Bewegung für Klimagerechtigkeit und zeigen immer wieder: Wir machen weiter!

Das Jubiläum des Klimacamps ist nicht nur ein Grund, zu feiern, weil es den Protest längst nicht mehr geben müssen sollte – aber gefeiert werden sollte die unglaubliche Idee eben auch. Diese Woche gibt es dort deshalb Aktionen wie Reden, Workshops, Malaktionen und vor allem morgen, am 2.7., eine große Demo (16 Uhr am Ulrichsplatz).

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