Wo­che 12/2019: Ever­yo­ne for Fu­ture

Ben­te fasst die Wo­che vom 18. bis 24. März im Über­blick zu­sam­men.

📢 Fri­days for Fu­ture
Er­neut de­mons­trier­ten deutsch­land­weit et­wa 20.000 Schüler*innen und Stu­die­ren­de für ei­nen bes­se­ren Kli­ma­schutz. Auch für nächs­ten Frei­tag, den 29. März, sind in vie­len Or­ten be­reits Streiks an­ge­kün­digt, ge­naue­res hier.

👩‍🔬 Sci­en­tists for Fu­ture
Die ge­mein­sa­me Stel­lung­nah­me von zu­nächst 700 Wissenschaftler*innen zählt in­zwi­schen mehr als 23.000 Unterstützer*innen. Grund­le­gend geht es „Sci­en­tists for Fu­ture“ dar­um, zu zei­gen, dass die An­lie­gen der de­mons­trie­ren­den Schüler*innen für den Kli­ma­schutz be­rech­tigt und wis­sen­schaft­lich gut be­grün­det sind.

👨‍🌾 Far­mers for Fu­ture
Bio-Bäue­rin­nen und Bio-Bau­ern folg­ten dem Bei­spiel von „Fri­days for Fu­ture“ und „Sci­en­tists for Fu­ture“ und grün­de­ten die In­itia­ti­ve „Far­mers for Fu­ture“, wel­che „wirk­sa­me Maß­nah­men zum Schutz des be­droh­ten Welt­kli­mas“ for­dert. Die In­itia­ti­ve ruft Bio-Landwirt*innen, -Gärtner*innen, -Imker*innen und -Winzer*innen da­zu auf, öf­fent­lich mehr Kli­ma­schutz zu for­dern. Sie wur­de vom De­me­ter-Ver­band – oder kon­kre­ter vom De­me­ter-Land­wirt Ja­kob Scher­erz – in­iti­iert.

🧑 Par­ents for Fu­ture
Die In­itia­ti­ve „Par­ents for Fu­ture“ hat am 17. März ei­ne Pe­ti­ti­on beim Bun­des­tag ein­ge­reicht. In die­ser wird ge­for­dert, die Net­to-Emis­sio­nen von CO2 (und wei­te­ren Treib­haus­ga­sen) bis 2040 auf Net­to­null zu re­du­zie­ren. Die Pe­ti­ti­on un­ter­läuft zu­nächst ei­ner Prü­fung durch die Bun­des­tags­ver­wal­tung, spä­ter kann sie für vier Wo­chen un­ter der ID 92294 auf epe​ti​tio​nen​.bun​des​tag​.de un­ter­zeich­net wer­den. Wer­den in­ner­halb der vier Wo­chen 50.000 Un­ter­schrif­ten ge­sam­melt, gibt es im Pe­ti­ti­ons­aus­schuss ei­ne öf­fent­li­che An­hö­rung.

👩‍🎨 Ar­tists for Fu­ture
Auf Face­book wur­de die Grup­pe „Ar­tists 4 Fu­ture“ ge­grün­det, wel­che sich mit „Fri­days for Fu­ture“ so­li­da­ri­siert, Kli­ma­ge­rech­tig­keit zur Er­hal­tung von Räu­men für Krea­ti­vi­tät und Kunst for­dert und kei­ne Zu­kunft für ei­ne aus­beu­te­ri­sche Wirt­schaft sieht. Die Grup­pe sucht ak­tu­ell noch un­ter­stüt­zen­de Künstler*innen, die­se kön­nen sich di­rekt über Face­book mel­den.

👨‍💼 En­tre­pre­neurs for Fu­ture
Auch die beim The­ma Um­welt­schutz häu­fig kri­ti­sier­te Wirt­schaft mel­det sich zu Wort: mit der In­itia­ti­ve „En­tre­pre­neurs for Fu­ture“ la­den Unternehmer*innen, die sich mit ih­ren Un­ter­neh­men be­reits heu­te am Kli­ma­schutz be­tei­li­gen, an­de­re Unternehmer*innen, Gründer*innen und Selbst­stän­di­ge da­zu ein, ih­re Stel­lung­nah­me zu un­ter­zeich­nen und so­mit ge­mein­sam mit vie­len wei­te­ren In­itia­ti­ven „Fri­days for Fu­ture“ zu un­ter­stüt­zen. In ih­rer Stel­lung­nah­me heißt es: „#fri­days­for­fu­ture sind drin­gen­der Weck­ruf – die Wirt­schaft muss end­lich mehr Kli­ma­schutz um­set­zen“. Be­reits jetzt hat die noch recht neue In­itia­ti­ve Un­ter­stüt­zung von meh­re­ren Un­ter­neh­men er­hal­ten.

👩‍🏫 Tea­chers for Fu­ture
Erst­mals be­gin­nen auch Lehrer*innen, sich im Rah­men von „Fri­days for Fu­ture“ zu en­ga­gie­ren. Im In­ter­view mit ZEIT ONLINE spricht Rent­ner Ulf Ralfs im Na­men von „Tea­chers for Fu­ture“ über de­ren For­de­run­gen und Sor­gen, denn Beamt*innen dür­fen in Deutsch­land nicht strei­ken. Laut Ralfs möch­ten vie­le Lehrer*innen ih­re Schüler*innen ger­ne un­ter­stüt­zen, müs­sen aber zu­nächst mög­li­che ju­ris­ti­sche Fol­gen aus­lo­ten und blei­ben dar­um vor­erst an­onym.

8 Kommentare zu „Wo­che 12/2019: Ever­yo­ne for Fu­ture

  1. Fri­scher Wind von und mit jun­gen Men­schen, die ih­re Zu­kunft selbst in die Hand neh­men und zu­dem den äl­te­ren Ge­nera­tio­nen zei­gen, dass die­ses Le­ben nicht nur aus Kon­sum, Ge­nuss und Ver­gnü­gen be­steht.
    Es ist an der Zeit, den­ken han­deln und
    LEBEN in Ein­klang mit den Be­din­gun­gen un­se­rer na­tür­li­chen Um­welt zu brin­gen,
    so lan­ge wir die Ver­ant­wor­tung für un­ser TUN noch er­ken­nen und len­ken kön­nen
    Al­le Res­sour­cen sind be­grenzt und von da­her schüt­zens­wert, dann bleibt das Le­ben auch le­bens­wert für die Men­schen und ih­re Zu­kunft

  2. Ich mo­ech­te vol­le Un­ters­tuet­zung fu­er Eu­re wun­der­ba­re In­itia­ti­ve ge­ben! Es ist ‚letz­te Mi­nu­te‘, wenn nicht schon zu spa­et, und die, welt­weit, wirt­schafts­ori­en­tier­ten Po­li­ti­ker sind , wie im­mer, am Ver­schlei­ern, Ver­nei­nen, schlicht am Ver­sa­gen! Eu­re STREIK-Kon­zep­ti­on ist rich­tig, und die ‚Schwa­en­zungs­kla­ge‘ der ‚Er­wach­se­nen‘ ein Hohn und Be­weis fu­er die schie­re Igno­ranz un­se­rer Schein-‚Fuehrer‘! Das ‚Haus brennt‘! Da ist je­der Ret­tungs­ver­such ge­recht­fer­tigt… nein: Ab­so­lut noe­tig! Lach­haft, wie eng­stir­nig un­se­re pro­fit­ge­steu­er­ten Eli­ten und Po­li­ti­ker sind! Lest bit­te Dahr Jamail’s ‚The End of Ice‘, ge­ra­de neu, um die dring­li­che Rea­li­ta­et der Welt­la­ge noch bes­ser zu ken­nen. Vie­len, vie­len Dank fu­er al­le Eu­re An­stren­gun­gen um un­se­re sin­ken­de Welt! Un­se­ren und Eu­ren Kin­dern sind wir es schul­dig, und sie wer­den es wis­sen wol­len! Sehr herz­lich, Chris­ti­an Hey­ne

    1. Dan­ke, Chris­ti­an schlie­ße mich dei­nen Wor­ten voll an.
      Und er­gän­ze mit dem Hin­weis auf das nö­ti­ge En­ga­ge­ment für die So­lar­ener­gie, die (Ph)Fotovoltaik. Sie ist be­son­ders viel­fäl­tig machar, soll­te de­ze­tral ver­bun­den von ganz vie­len -auch von ar­men Men­schen- (kom­bi­niert mit an­de­ren Er­neu­er­ba­ren En­er­gi­en, wie Spei­chern- ein­setz­bar sein.
      Und da­zu müss­ten auch drin­gend ei­ni­ge der als För­de­run­gen ver­lo­ge­nen Hin­der­nis­se be­sei­tigt wer­den.
      Na­tür­lich der Ver­gü­tungs­de­ckel wenn schon 52 GW Auf­bau er­reicht sind, wo wir mehr­rer 100 GW brau­chen.
      Die vie­len un­nö­ti­gen Ver­teu­rer des Son­nen­stro­mes, der trotz­dem we­gen des ge­ra­de auch rü­hen deut­schen Auf­baus welt­wei­ten Auf­baus tat­säch­lich imer preis­güns­ti­ge­ren En­er­gie,
      Ich den­ke an den – EEG-Pa­ra­gra­fen 49, der die Ver­gü­tun­gen nicht at­mend, son­dern ge­ra­de für Klein­an­la­gen er­wür­gend re­gelt. She t hier: http://​www​.ge​set​ze​-im​-in​ter​net​.de/​e​e​g​_​2​0​1​4​/​_​_​4​9​.​h​tml
      – An die un­sin­ni­ge EEG-Um­la­ge für PV-An­la­gen über 10 kWp. Sol­che An­la­gen leis­ten doch Kli­ma-, Um­welt- und Ge­sund­heits­schutz, der nicht ver­teurnd be­straft wer­den dürf­te.
      Des Wei­te­res geht es auch um un­sin­ni­ge Wu­cher-Ge­büh­ren von Netz­be­trei­bern für di­ver­se Mes­sun­gen oder ge­rin­gen Netz­strom­ver­brauch zu Zei­ten, wo die PV-An­la­ge oh­ne­hin kei­nen Strom er­zeugt.
      Und wie­so müs­sen PV-Ala­gen schon­ab 750 kWp aus­ge­schrie­ben wer­den, wo sie zig jah­re lang bis 10000 kWp ver­gü­tet wur­den (UND das eben nur für ei­ne Re­invest­zeit.)
      Und wisst ihr das die un­sin­ni­ge Aus­gleichs­me­cha­nis­mus­VO von 2009 mit Zwangs­ver­kauf von PV- und Wind­strom an der Ta­ges­bör­se statt Di­rekt­an­nah­me durch die Netz­be­trei­ber, den Koh­le und Atom­strom teils Jah­re vor­her an der Ter­min­bör­se ver­kauf­bar macht, wo­mit der ho­he Koh­le-Atom­strom­ein­satz auch zu gro­ßem Strom­ex­port er­mög­licht wird und we­gen so be­leg­ten Strom­lei­tun­gen Strom aus er­neu­er­ba­ren An­la­gen ab­ge­re­gelt wird.
      Und wisst ihr auch da­von wie der an­geb­li­che – Em­mis­si­ons­hn­del der EU we­gen viel zu vie­ler ver­schenk­ter Zer­ti­fi­ka­te zu ei­nem Ver­schmut­zungs­rech­te­zu­satz­ge­schäft für Koh­le­stro­mer ge­macht wur­de der man­che zu­sätz­li­che Um­welt­ent­las­tun­gen durch er­neu­er­ba­re En­er­gi­en schein­bar un­wirk­sam wer­den lässt.
      Ach, es gibt ja lei­der viel zu vie­le hin­ter­grün­di­ge Be­hin­de­run­gen, die als För­de­run­gen dar­ge­stellt wer­den!
      Bei http://​www​.sun​on​.org wie auch bei en​er​gie​wen​de​-ro​cken​.org fin­det ihr ei­ni­ge In­fos da­zu. Helft uns ger­ne sie zu ver­besern!

  3. Lie­be, ge­gen den men­schen­ge­mach­ten Kli­ma­wan­del pro­tes­tie­ren­den Schü­le­rin­nen und Schü­ler,
    fin­de eu­re Ak­tio­nen ganz toll,
    a b e r:
    ver­sprecht ihr mir, dass ihr al­le auch  sel­ber, ab so­fort und für im­mer (al­so auch dann, wenn ihr spä­ter mal viel Geld ver­die­nen soll­tet) auf kli­ma­schäd­li­ches Ver­hal­ten (z. B. mit dem Au­to vor die Schu­le ge­bracht wer­den, Flug­rei­sen, stun­den­lan­ges strom­fres­sen­des Com­pu­ter­spie­len, Kreuz­fahr­ten, kli­ma­schäd­li­cher Fleisch­kon­sum, über­mä­ßi­ges Shop­pen kli­ma­schäd­lich
    her­ge­stell­ter Pro­duk­te u. v. m… ) ver­zich­ten wer­det?
    Vie­len Dank!
    Lie­be Grü­ße
    Eu­er Jökus
    joekus@​yahoo.​com

    1. was für ein blöd­sinn, joe­kus. wo­her kommt die­se merk­wür­di­ge „al­les-oder-nichts-hal­tung“? die for­de­run­gen nach mi­li­tan­ter prin­zi­pi­en­rei­te­rei ist ein­fach ver­mes­sen. es gibt zum ei­nen din­ge, die in der ei­gen­ver­ant­wor­tung lie­gen und dort auch blei­ben sol­len. und dann gibt es ein ge­sell­schaft­li­ches um­den­ken, das vor­an­ge­trie­ben wer­den soll und mit po­li­ti­schen for­de­run­gen ein­her­geht. die­se zwei din­ge mit­ein­an­der zu ver­mi­schen, ist nicht sinn­voll. ge­ra­de, wenn es um den öko­lo­gi­schen fuß­ab­druck geht, gilt es, wi­der­sprü­che aus­zu­hal­ten. die ein­hal­tung von emis­si­ons­wer­ten, das er­grei­fen von maß­nah­men ge­gen das bie­nenster­ben, die ab­schal­tung von koh­le­kraft­wer­ken und die schaf­fung ei­ner in­fra­struk­tur für ei­ne mo­bi­li­tät, die nach­hal­tig­keit als obers­tes grund­prin­zip an­er­kennt, sind al­ler­dings din­ge, die der ein­zel­ne nicht um­set­zen kann und ei­ner kon­kre­ten po­li­ti­schen trend­wen­de be­dür­fen. das sind for­de­run­gen, die ei­nes lau­ten auf­schreis be­dür­fen. ob der ein­zel­ne nun kein fleisch mehr isst oder kei­ne plas­tik­tü­ten ver­wen­det oder häu­fi­ger rad statt au­to fährt, das liegt in der ent­schei­dungs­ge­walt je­des ein­zel­nen in­di­vi­du­ums. dar­über kann man re­den, aber man kann es nicht for­dern.

  4. ich fin­de es gut, dass hier al­le grup­penen vor­ge­stellt sind, die sich der in­itia­ti­ve an­schlie­ßen. solch ei­ne über­sicht ist ge­ne­rell sinn­voll und kann an­de­re in­sti­tu­tio­nen, die noch über­le­gen, wie sie sich da­zu po­si­tio­nie­ren, mit­neh­men. al­so er­stellt even­tu­ell mal ne link­lis­te mit nem ei­ge­nen rei­ter.

  5. leu­te, ihr seid das bes­te antidepressivum.…lasst euch von dem gan­zen ge­quat­sche nicht ir­ri­tie­ren und macht wei­ter!!!
    Das The­ma ist seit dreis­sig Jah­ren be­kannt , und es ist ein­fach nur be­schä­mend, wie da­mit um­ge­gan­gen wor­den ist
    nutzt eu­re kraft und die heu­ti­gen mög­lich­kei­ten zur ver­net­zung um end­lich mal wirk­lich kon­se­quen­tes po­li­ti­sches han­deln zu er­rei­chen

  6. Es gibt in­zwi­schen auch die cyclists4future (https://​www​.cy​c​list​s4​fu​ture​.org). Wer sich in den an­de­ren Grup­pen nicht rich­tig auf­ge­ho­ben fühlt, für den sind viel­leicht die das pas­sen­de.
    @Jökus In­halt­lich ha­ben Sie ja recht, aber muss die­ser be­leh­ren­de, Ober­leh­rer­haf­te Ton wirk­lich sein? Die Ge­nera­ti­on der äl­te­ren, zu de­nen Sie of­fen­sicht­lich ge­hö­ren (wie auch ich), ha­ben sich in der Ver­gan­gen­heit we­der mit ih­rem Kon­sum­ver­hal­ten noch, seit dem der Kli­ma­wan­del be­kannt ist mit brauch­ba­ren Ge­gen­maß­nah­men mit Ruhm be­kle­ckert. Das zieht sich lei­der bis heu­te hin. Koh­le­aus­stieg? Ein Ar­muts­zeug­nis. Ver­kehrs­wen­de? Ein ge­wis­ser Mi­nis­ter spricht lie­ber von An­triebs­wen­de, weil er nach wie vor der In­dus­trie hö­rig ist, aber nur mit E- statt Ver­bren­nungs­mo­to­ren ist es nicht ge­tan…
    Es wä­re an uns, auf die jun­ge Ge­nera­ti­on zu hö­ren und ent­spre­chend zu han­deln, aber uns mit Rat­schlä­gen zu­rück zu hal­ten, denn was Kli­ma­ge­rech­tes Ver­hal­ten an­geht, da ha­ben wir auf gan­zer Li­nie ver­sagt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Beachte, dass dein Kommentar nicht sofort erscheint, da wir die Kommentare moderieren, um eine konstruktive Diskussion zu ermöglichen. Formuliere deinen Kommentar am besten freundlich und achte darauf, dass er zum Thema des Beitrags passt.