Woche 19/2019 – vom Artensterben zum EU-Gipfel

Was in der Woche vom 6.- 12. Mai passiert ist. Bente fasst zusammen.

Aktuelle Streikzahlen

Diesen Freitag streikten erneut mehrere tausend Schüler*innen und Studierende deutschlandweit.

🇺🇳 UN-Bericht: Artensterben

Laut einem am 6. Mai von der UN vorgestellten Bericht wird in den kommenden Jahrzehnten ein Achtel der Tier- und Pflanzenarten weltweit aussterben. Damit befinden wir uns mitten im größten Artensterben der Geschichte. Der Verlust an Biodiversität ist nicht nur für die Umwelt schädlich, sondern wirkt sich auch auf Wirtschaft, Entwicklung und die politische Stabilität von Staaten negativ aus, von daraus resultierenden Flüchtlingsströmen ganz zu schweigen. Um das zu verhindern, müssten sofort auf lokaler und globaler Ebene gravierende Maßnahmen ergriffen werden.

🤼‍♂ TV-Duell der ARD zur Europawahl

Am 7. Mai wurde in der Wahlarena der ARD zur Europawahl unter anderem das Thema Klimaschutz hitzig diskutiert. Manfred Weber (EVP) sprach sich zwar für ambitionierte Klimaziele bis 2050 aus, nahm aber Abstand von einer CO2-Steuer, da sie die ohnehin schon Armen noch zusätzlich belasten würde. Stattdessen setze er auf Innovation. Im Gegensatz dazu betonte Frans Timmermans (SPE, Sozialdemokraten), er wolle Klimaschutz zur Chefsache machen und sowohl CO2 als auch Kerosin besteuern.

🇪🇺 EU-Gipfel in Sibiu

Auf dem EU-Gipfel in der rumänischen Stadt Sibiu am 9. Mai blieb Bundeskanzlerin Angela Merkel in Sachen Klimaschutz zurückhaltend – wofür sie umgehen von Klima- und Umweltschützern kritisiert wurde. Auch Fridays for Future meldete sich zu Wort: “Macht das Klima zur Priorität!”, fordern Greta Thunberg und Luisa Neubauer neben 16.000 weiteren Schüler*innen aus allen 28 EU-Ländern sowie Australien und Japan in einem offenen Brief an die Staatschefs. Gefordert wird vor allem, die so oft versprochene europäische Lösung zur Bewältigung des Klimawandels nun auch wirklich anzugehen und es nicht bei leeren Worten zu belassen.

🤝 Umweltministerkonferenz (UMK) in Hamburg

Anlässlich der UMK am 10. Mai gab es in Hamburg eine Spontandemo vor dem Tagungshotel. Jens Kerstan, Hamburgs Senator für Energie und Umwelt, hatte dieses Jahr den Vorsitz inne, somit ist Hamburg dafür verantwortlich auf die Umsetzung der in der UMK gefassten Beschlüsse in weiteren Ministerkonferenzen zu achten. Laut Kerstan könne die UMK einen wichtigen Beitrag liefern, um in Fragen wie Luftreinheit, Nachhaltigkeit, Artenschwund und Klimaschutz den Rahmen zu setzen und Antworten zu geben. Allgemein werden in der UMK aktuelle umweltpolitische Themen zwischen dem Bundesumweltministerium und den Ländern beraten.

🌎 Klimanotstandsanträge in verschiedenen Städten

Nachdem auf Antrag von FFF-Aktivist*innen in Basel (Schweiz) der Klimanotstand ausgerufen wurde, haben nun auch in Deutschland Schüler*innen Anträge eingereicht, unter anderem in Kiel, Berlin, Leipzig, Düsseldorf, Dortmund und Köln. Rechtlich hat der Notstand keine Auswirkungen, ist aber ein klares Signal, den Klimaschutz auf die politische Agenda zu setzen und zu konkreten Ergebnissen zu kommen. Inspiriert wurden die schweizer Schüler*innen vom Ausruf des Klimanotstands in vielen US-amerikanischen, kanadischen, australischen und großbritannischen Städten. Auch Konstanz hat den Klimanotstand bereits ausgerufen.

🌱 Neue Podcastfolge

Die 10. Folge des FFF-Podcasts ist draußen! Dieses mal geht es unter anderem um den Earth Overshoot Day in der letzter Woche. Den Podcast findest du hier.

🗣 INTERNATIONALER STREIK AM 24.05.2019

Am 24. Mai gibt es den nächsten großen globalen Klimastreik! Anlass ist die Europawahl, welche in Deutschland am 26. Mai stattfinden wird. Lasst uns gemeinsam auf die Straße gehen und ein Zeichen für den globalen Klimaschutz setzen! Weitere Infos hier.

🗣 AACHEN 21.06.2019

Am 21. Juni findet in Aachen eine weitere Großdemo unter dem Motto “Climate justice without borders” statt. Zudem gibt es das ganze Wochenende über weitere Veranstaltungen. Um zu zeigen, dass Klimaschutz ein globales und kein nationales Problem ist, werden Schüler*innen aus ganz Europa anreisen, unter anderem aus Belgien, Dänemark und Frankreich. Sei du auch dabei! Weitere Infos hier auf der Aktions-Seite.

7 Kommentare zu „Woche 19/2019 – vom Artensterben zum EU-Gipfel

    1. Da kann ich nur zustimmen. Wir müssen weitermachen, komme was wolle. Wir sind eine entscheidende Mehrheit für unsere Zukunft, wir müssen in ihr noch über 80 Jahre leben. Also weitermachen. Jeder einzelne soll auf die Straße gehen. Unser Recht nutzen. For our future, for our climate!

  1. Gut, dass Ihr die Vorzüge von Hanf zusammengefasst und eine klare Abgrenzung zum Thema Drogen vorgenommen habt. Nun kommt es darauf an, hieraus eine hochpriorisierte Hauptforderung an die Politik zu machen, denn Hanf ist im Kampf gegen die Klimakatastrophe einer der schnellstmöglichen Helfer!

  2. Vielen Dank für die umfassenden Informationen. Noch ein weiteres großes Feld, welches beackert werden muss: Was bauen wir an und warum?
    Ich drücke Euch die Daumen, dass es weiterhin progressiv voran geht.

  3. Hallo,
    bezüglich der Schülerstreiks empfehle ich mal den Brief der Windrather Talschule zu lesen.
    Die Lehrer dieser Schule haben an den Ministerpräsidenten von NRW geschrieben, dass sie die Streiks weiterhin unterstützen und keine „Strafen“ verhängen.
    Die Gründe hierfür stehen in diesem Brief, den die Schule auf ihrer Seite veröffentlicht hat.
    Hier der Link zur Schule: https://www.windrather-talschule.de/fridays-for-future/
    Ich hoffe, dass er auch anderen weiterhelfen kann und sich viele Schulen ebenfalls so einen Brief schreiben.
    Herzlichst Michael

  4. Ist der Druck der Klimademo nicht wieder raus, da die Gesellschaft /Politik..,die Mehrheit halt davon, den Aktivisten den Freitag quasi zugestanden hat?
    Mir kommst es so vor, da kein Druck mehr von den Medien mehr kommt auf die Politik, ausser Sie nehmen noch ein Tag in der Woche dazu um wieder Aufmerksamkeit zu bekommen.

  5. Was ihr tut verdient Respekt! Und es verdient Unterstützung! Gebt nicht auf bis endlich etwas unternommen wird!

    Verpflichtende und effektive Klimaziele für alle Länder müssen auf dem diesjährigen Weltklimagipfel am 2. Dezember in Chile vereinbart werden, der im Rahmen seines 10-jährigen Jubiläums stattfindet.

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