Un­se­re For­de­run­gen an die Po­li­tik

In den letz­ten Wo­chen und Mo­na­ten ha­ben wir in­ten­siv mit zahl­rei­chen Wis­sen­schaft­lern und Wis­sen­schaft­le­rin­nen zu­sam­men­ge­ar­bei­tet um kon­kre­te For­de­run­gen an die Po­li­tik auf­zu­stel­len. Die­sen Fol­ge zu leis­ten ist not­wen­dig um die Zie­le des Pa­ri­ser Kli­ma­ab­kom­mens ein­zu­hal­ten und die glo­ba­le Er­wär­mung auf un­ter 1,5° Cel­si­us zu be­gren­zen.


„Wir sind nicht nur ver­ant­wort­lich für das, was wir tun, son­dern auch für das, was wir nicht tun.“

Mo­liè­re

Die Kli­ma­kri­se stellt für die Sta­bi­li­tät der Öko­sys­te­me un­se­res Pla­ne­ten und für Mil­lio­nen von Men­schen ei­ne exis­ten­zi­el­le Be­dro­hung dar. Ei­ne un­ge­brems­te Erd­er­wär­mung ist ei­ne enor­me Ge­fahr für Frie­den und Wohl­stand welt­weit.

Seit Be­ginn der In­dus­tria­li­sie­rung hat sich die Er­de laut IPCC be­reits um cir­ca ein Grad Cel­si­us er­wärmt. Es bleibt da­her we­nig Zeit, den Kli­ma­wan­del auf­zu­hal­ten und so zu ver­hin­dern, dass die Kipp­punk­te im Kli­ma­sys­tem über­schrit­ten wer­den. Tun wir das nicht, wer­den die ver­ur­sach­ten Schä­den weit hö­he­re Kos­ten mit sich brin­gen als al­le In­ves­ti­tio­nen in kon­kre­te Maß­nah­men zur Ver­mei­dung der Kli­ma­ka­ta­stro­phe.

Ein­hal­tung der Zie­le des Pa­ri­ser Ab­kom­mens und des 1,5°C-Ziels

Fri­days For Fu­ture for­dert die Ein­hal­tung der Zie­le des Pa­ri­ser Ab­kom­mens und des 1,5°C-Ziels. Ex­pli­zit for­dern wir für Deutsch­land:

  • Net­to­null 2035 er­rei­chen
  • Koh­le­aus­stieg bis 2030
  • 100% er­neu­er­ba­re En­er­gie­ver­sor­gung bis 2035

Ent­schei­dend für die Ein­hal­tung des 1,5°C-Ziels ist, die Treib­haus­gas­emis­sio­nen so schnell wie mög­lich stark zu re­du­zie­ren. Des­halb for­dern wir bis En­de 2019:

  • Das En­de der Sub­ven­tio­nen für fos­si­le En­er­gie­trä­ger
  • 1/4 der Koh­le­kraft ab­schal­ten
  • Ei­ne Steu­er auf al­le Treib­haus­gas­emis­sio­nen. Der Preis für den Aus­stoß von Treib­haus­ga­sen muss schnell so hoch wer­den wie die Kos­ten, die da­durch uns und zu­künf­ti­gen Ge­nera­tio­nen ent­ste­hen. Laut UBA sind das 180€ pro Ton­ne CO2

Er­läu­te­rung

Das Pa­ri­ser Ab­kom­men ist die ver­bind­li­che Grund­la­ge für ef­fek­ti­ve Kli­ma­schutz­maß­nah­men, die auf in­ter­na­tio­na­ler Zu­sam­men­ar­beit ba­siert. Der ak­tu­el­le kli­ma­po­li­ti­sche Kurs in Deutsch­land ist mit die­sem Ab­kom­men un­ver­ein­bar und muss durch ein auf dem 1,5 °C-Ziel be­ru­hen­des Kli­ma­schutz­ge­setz so­wie ei­ne zu­kunfts­ori­en­tier­te und nach­hal­ti­ge Zu­sam­men­ar­beit auf eu­ro­päi­scher und glo­ba­ler Ebe­ne er­setzt wer­den. In die­ser Po­li­tik muss sich der Ge­dan­ke der Kli­ma­ge­rech­tig­keit wi­der­spie­geln. Ent­schei­dun­gen, die zu Las­ten är­me­rer Re­gio­nen und künf­ti­ger Ge­nera­tio­nen ge­trof­fen wer­den, sind in­ak­zep­ta­bel.

Fri­days For Fu­ture Deutsch­land for­dert die Re­gie­run­gen auf Kom­mu­nal- Lan­des- und Bun­des­ebe­ne auf, die Kli­ma­kri­se als sol­che zu be­nen­nen und so­for­ti­ge Hand­lungs­in­itia­ti­ve auf al­len Ebe­nen zu er­grei­fen. Noch ha­ben wir die Chan­ce und da­mit die Ver­ant­wor­tung, ei­ne Kli­ma­ka­ta­stro­phe ab­zu­wen­den. Für den not­wen­di­gen Wan­del müs­sen sek­tor­über­grei­fend grund­le­gen­de Ver­än­de­run­gen statt­fin­den. Vor­al­lem in den Sek­to­ren En­er­gie­er­zeu­gung, Woh­nen und Bau­en, In­dus­trie, Trans­port und Ver­kehr so­wie Land­wirt­schaft sind enor­me An­stren­gun­gen nö­tig. Das wirt­schaft­li­che Han­deln darf nicht wei­ter­hin pla­ne­ta­re Gren­zen über­schrei­ten.

Die Ver­wirk­li­chung die­ser For­de­run­gen muss so­zi­al ver­träg­lich ge­stal­tet wer­den und darf kei­nes­falls ein­sei­tig zu Las­ten von Men­schen mit ge­rin­gem Ein­kom­men ge­hen. Dies­be­züg­lich müs­sen die Re­gie­run­gen ent­spre­chen­de Kon­zep­te vor­le­gen.

Der Staat muss sei­ner Ver­ant­wor­tung ge­gen über der Um­welt und nach­fol­gen­den Ge­nera­tio­nen im Sin­ne von Ar­ti­kel 20a des Grund­ge­set­zes und der All­ge­mei­nen Er­klä­rung der Men­schen­rech­te ge­recht wer­den.

Uns ist be­wusst, dass die­se For­de­run­gen am­bi­tio­niert sind, doch wenn wir jetzt nicht ent­schlos­sen han­deln, wer­den wir das 1,5°C-Ziel ver­feh­len. Die da­durch ent­ste­hen­den Schä­den wer­den nicht re­pa­ra­bel sein.

Um ei­ne Wen­de zu er­rei­chen, die von der Ge­sell­schaft mit­ge­tra­gen wer­den kann, for­dern wir ab­so­lu­te Trans­pa­renz und fak­ten­ba­sier­te Auf­klä­rung für al­le Bürger*innen. Al­le ge­trof­fe­nen Maß­nah­men müs­sen un­ab­hän­gi­gen wis­sen­schaft­li­chen Kon­trol­len un­ter­lie­gen, die ih­re Wirk­sam­keit be­ur­tei­len. Vor­al­lem jun­ge Men­schen müs­sen we­gen ih­rer be­son­de­ren Be­trof­fen­heit stär­ker in den de­mo­kra­ti­schen Pro­zess ein­be­zo­gen wer­den.

Es darf nicht die al­lei­ni­ge Auf­ga­be der Ju­gend sein, Ver­ant­wor­tung für die Prio­ri­sie­rung des Kli­ma­schut­zes zu über­neh­men. Da die Po­li­tik die­se kaum wahr­nimmt, se­hen wir uns ge­zwun­gen, wei­ter zu strei­ken, bis ge­han­delt wird!

Wir als Fri­days For Fu­ture Deutsch­land sind ei­ne über­par­tei­li­che Be­we­gung gleich­ge­sinn­ter Klimaaktivist*innen und so­li­da­ri­sie­ren uns mit al­len, die sich fried­lich für un­se­re For­de­run­gen ein­set­zen.