Senegal-Germany People’s Alliance for Climate Justice

PRÄAMBEL

Der deutsche Bundeskanzler und der senegalesische Präsident bereiten ein großes fossiles Gasgeschäft vor. Bei seinem Besuch im Senegal im Mai sagte der deutsche Bundeskanzler: „Es ist sinnvoll, [den Gasdeal] intensiv zu verfolgen.“ 

Die ‚Senegal-Deutschland Bürgerallianz für Klimagerechtigkeit‘ wird offiziell auf der COP27 als klare Zurückweisung des vorgeschlagenen Gasdeals durch die Zivilgesellschaft beider Länder ins Leben gerufen. Diese Allianz ist ein Versprechen, für erneuerbare und gerechte Wege aus der sich anbahnenden Klima- und Energiekrise zu kämpfen und das vorgeschlagene Gasabkommen bei jedem Schritt in Frage zu stellen.

EINLEITUNG

Senegal und Mauretanien planen einen schwimmenden Terminal für Flüssigerdgas (LNG) namens „Tortue“ an der Seegrenze zwischen den beiden Ländern. Wenn das gesamte Gasvorkommen gefördert würde, entspräche dies dem Ausstoß von 2,2 Milliarden Tonnen CO2 – fast das Doppelte der derzeitigen jährlichen Energieemissionen des gesamten afrikanischen Kontinents. Der deutsche Bundeskanzler hat zugesagt, das gefährliche Projekt mit Investitionen und technischer Entwicklungshilfe für die Kraftwerksinfrastruktur zu unterstützen. Das gemeinsame Projekt ist eines von mindestens 14 neuen Geschäften mit fossilem Gas, die vor oder während der COP27 abgeschlossen wurden, obwohl fast alle Staatschefs weltweit von der dringenden Notwendigkeit von Klimaschutzmaßnahmen sprechen. 

ERKLÄRUNG

Als Bürger, Klima- und soziale Bewegungen aus Senegal und Deutschland lehnen wir das von unseren Regierungen vorgeschlagene Abkommen über fossile Gase entschieden ab.

Wir sind stolz darauf, die ‚Bürgerallianz für Klimagerechtigkeit Senegal-Deutschland‘ ins Leben zu rufen. Wenn unsere Regierungen nicht bereit sind, das Ende der Ära fossiler Brennstoffe einzuleiten, dann werden es die Bürger*innen sein, die die Richtung vorgeben. 

Gemeinsam fordern wir eine gerechte und ausschließlich erneuerbare Partnerschaft zwischen unseren Ländern. Energiepartnerschaften müssen den Menschen und ihren Lebensgrundlagen dienen, nicht den Profiten aus fossilen Brennstoffen. Sie müssen in Zusammenarbeit mit Interessengruppen auf nationaler und lokaler Ebene entwickelt werden, sich auf die genauesten wissenschaftlichen Erkenntnisse stützen und auf dem Schutz der Menschenrechte und der biologischen Vielfalt beruhen. 

Unsere Regierungen versuchen, das Geschäft mit fossilen Gasen als eine Form der Krisenprävention zu verkaufen. Die Wahrheit ist genau das Gegenteil: Dieses Abkommen wird keine Krisen lösen, sondern neue schaffen. 

Die Wissenschaft sagt eindeutig: Jedes neue Gasprojekt weltweit bedroht unsere Chancen, die Erderwärmung auf weniger als 1,5 Grad zu begrenzen. Deutschland war eines von vielen Ländern, die auf der COP26 die Glasgow-Erklärung zur öffentlichen Finanzierung unterzeichneten und sich damit verpflichteten, die öffentliche Unterstützung für internationale Projekte im Bereich der fossilen Brennstoffe bis Ende 2022 einzustellen. Das vorgeschlagene Gasgeschäft mit dem Senegal würde gegen diese Vereinbarung verstoßen und Deutschlands klimapolitisches Ansehen gefährden.

Die Gasförderung bedroht die Lebensgrundlage der Menschen im Senegal, wo 1 von 6 Menschen – insbesondere Frauen und Mädchen – direkt im Fischereisektor arbeiten. Sechzig Prozent der senegalesischen Arbeitsplätze befinden sich in den Gebieten, in denen das fossile Gas abgebaut werden soll. Während 600 Millionen Menschen auf dem afrikanischen Kontinent in Energiearmut leben, soll der größte Teil des senegalesischen Gases aus diesem Projekt nach Europa exportiert werden, während nur wenige in Afrika davon profitieren würden – was die Idee der „Entwicklung“ durch fossile Brennstoffe zu einem eklatanten Mythos macht.

Auf der anderen Seite würde der Ausbau der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz im Einklang mit dem 1,5°C-Pfad viel mehr Arbeitsplätze pro Energieeinheit schaffen. Er würde auch die Lebensgrundlagen der Menschen im Senegal schützen und das Klima vor einer tödlichen Erwärmung bewahren. Das ist der Weg, den die Menschen fordern. Wir brauchen und wollen kein neues fossiles Gas, und Deutschland sollte keine öffentlichen Gelder für ein solch rücksichtsloses Desaster ausgeben. 

Wir, die Menschen, fordern: 

  1. Die Einstellung des vorgeschlagenen senegalesischen Gasabkommens, das neue Gasfelder für die Ausbeutung öffnen würde.
  2. Eine Partnerschaft zwischen unseren Ländern im Bereich der erneuerbaren Energien, die sich auf die Bereitstellung von sauberer und zuverlässiger Energie konzentriert und die nachhaltige Entwicklung des Senegals fördert, während die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen abgewendet wird.
  3. Finanzielle, technologische und aufbauende Unterstützung für die Energiewende im Senegal. 
  4. Transparenz in Bezug auf die Verwendung öffentlicher Gelder in jeder Energiepartnerschaft. 

Das vorgeschlagene Abkommen zwischen Deutschland und Senegal ist noch nicht abgeschlossen. Es wurde kein neues fossiles Gas gefördert – und dabei soll es auch bleiben. Die senegalesische und die deutsche Zivilgesellschaft werden sich der Finanzierung, Versicherung und technischen Umsetzung dieses geplanten Projekts in jeder Phase widersetzen. Unser Widerstand hat gerade erst begonnen. 

Gezeichnet

Barry Mamedou, Executive Director of Action Solidaire International and coordinator of the Afrika Vuka Campaign in Senegal. 

Bhekumuzi (Dean) Bhebhe, Don’t Gas Africa

Cheikh Fadel Wade, African environmentalist and fisherman from Senegal. President of the environmental association Solidarité Ci Sutoura based in Senegal

Yero Sarr,  Fridays for Future Senegal. Yero is a founder of „Act on Sahel“, member of „Young Afro Climate Warriors“ and vice-president of the Jeune Chambre Internationale Universitaire Dakar Espoirs. 

Christoph Bals, Policy Director, Germanwatch, a speaker of the Klima-Allianz Germany

Deutsche Umwelthilfe 

Fridays for Future Germany

GermanZero e.V.

Katholische Landjugendbewegung Deutschlands 

NAJU, Naturschutzjugend im NABU

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1 Gedanke zu “Senegal-Germany People’s Alliance for Climate Justice

  1. Wir haben seit 2018 das Projekt ,,Fluchtursachen und Klimaveränderung vermeiden – Entwicklung im ländlichen Raum von Senegal“. Wir das ist der Fode Drame aus Senegal der bei mir in Deutschland wohnt und ich. In Senegal gibt es ein Netzwerk von Lehrern. Finanziert wird das Projekt mit privaten Spendengeldern. Wir haben eine Schule, drei Waisenhäuser, drei Krankenstationen, eine Fabrik, eine Kirche, über 60 Brunnen und mehr gebaut. Es wurden 20 landwirtschaftliche Genossenschaften gegründet und viele Gärten zur Nahrungssicherung und zum Verkauf der Ernte angelegt. Fast 100 km haben wir mit Mangroven aufgeforstet gegen die Versalzung der Böden. Wir machen alles damit es den Bewohnern besser geht.
    Die Gasförderung wäre ein Rückschritt für eine gute Zukunft der Menschen in Senegal.
    Die energiehungrigen Industrieländer müssen das Energieproblem in ihrem Land lösen und dürfen nicht andere Länder zerstören und Unruhen bringen.

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