Woche 12/2020 Proteste und Corona

Letzte Woche ist viel passiert – was genau könnt ihr hier nachlesen.

🔊 Fridays For Future zeigt sich solidarisch in Zeiten von Corona – und wird nicht leiser! 

‚Unite Behind The Science‘ – dazu haben wir in Bezug auf die Klimakrise immer wieder aufgerufen. Und daran halten wir uns auch jetzt in Bezug auf den Corona-Virus. Deshalb halten wir uns an die Sicherheitsmaßnahmen, um die Verbreitung des Virus einzudĂ€mmen und rufen zur SolidaritĂ€t auf. Unsere Fridays For Future Demos und andere geplante Veranstaltungen wurden abgesagt. Das hießt aber nicht, dass wir jetzt leiser werden. Mit Webinaren rund um den Klimawandel treten wir Klimaleugner*innen und fehlender Klimabildung in den Schulen entgegen und organisieren uns eigene, fakten-basierte, informierte Klima-Gesellschafts-Krisen-Bildung. Die Webinare sind offen fĂŒr alle, ob jung oder alt, gut  von zu Hause erreichbar und auf unserem Youtube-Kanal auch im Nachhinein abrufbar. In Krisenzeiten ist es wichtig, dass wir aufeinander gegenseitig aufpassen und uns solidarisch zeigen. Deshalb unterstĂŒtzen wir die Aktion Gegen-Den-Virus.de, die Hilfe fĂŒr betroffene Menschen organisiert und auch viele Ortsgruppen haben bereits Hilfsangebote fĂŒr die lokale Bevölkerung bei ihnen vor Ort organisiert. Wir wĂŒnschen uns, dass auch in der Klimakrise mit SolidaritĂ€t und Entschlossenheit gehandelt wird und auf die Wissenschaft gehört wird.

đŸš± UN-Bericht: Klimawandel verschĂ€rft Wassermangel 

Der Klimawandel verschlechtert laut den Vereinten Nationen den Zugang zu sauberem Trinkwasser: Bereits jetzt haben 2,2 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser und 4,2 Milliarden Menschen, als mehr als die HĂ€lfte der Weltbevölkerung hat keinen Zugang zu angemessenen SanitĂ€ranlagen.  Der Klimawandel fĂŒhrt zu einem Ansteig von extremen Wetterereignissen, wie Starkregen und Überschwemmungen, die zur Verschmutzung von Trinkwasser beitragen und Hitzewellen, durch die Wasserquellen verdunsten. Gleichzeitig steigt der weltweite Wasserverbrauch im Moment stark an: Wir verbrauchen heute sechs Mal so viel Wasser wie noch vor 100 Jahren. WWF warnt davor, dass wir 2030 ein Defizit an SĂŒĂŸwasser um 40% haben könnten und sieht auch die Wirtschaft in Pflicht, die durch ihre Lieferketten in die Versorgung mit Wasser vor Ort eingreife. Die UNESCO mahnt an, dass die Wasservsersorgung als Teil der Klimakrise mehr mitgedacht werden mĂŒsste. Die Wasserversorgung mĂŒsste an die Folgen der Klimakrise angepasst werden, Wasser sei aber auch Teil der Lösung der KLimakrise. So könnten durch eine bessere Abwasseraufbereitung Treibhausgase eingespart werden.

🌞 Deutscher Wetterdienst: Die Temperaturen steigen in Deutschland

Der Deutsche Wetterdienst hat vor Kurzem seinen Jahresbericht vorgelegt. Dieser zeigt: Der Klimawwandel fĂŒhrt zu steigenden Temperaturen in Deutschland. 2019 war das zweitwĂ€rmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881. Der Deutsche Wetterdienst spricht davon, dass sich die Temperaturerhöhung beschleunigt habe und die Prognosen zeigen, dass es in den nĂ€chsten Jahren auch so weiter gehen wird. Auch weltweit werden extreme Wetterereignisse wie Hitzeperiode hĂ€ufiger. Bereits in den vergangenen Jahren hatten die Land- und Forstwirtschaft unter der großen Hitze und Trockenheit zu leiden. Aber die ansteigenden Temperaturen haben auch gesundheitliche Folgen: Besonders fĂŒr alte und chronisch kranke Menschen steigt laut Umweltbundesamt die Gefahr von Kreislaufproblemen und Regulationstörungen.

🚗 Weniger Treibhausgase seit 2019 aber noch viel zu tun

Deutschland hat 2019 seinen Treibhausgas-Austoß reduziert. Im Vergleich zum Vorjahr sanken die Treibhausgase um 6,3%. Die HauptgrĂŒnde dafĂŒr waren, dass weniger Strom aus Kohle hergestellt und mehr Wind- und Solarenergie ausgebaut wurde. Dennoch muss noch viel geschehen. Denn sein Ziel, bis 2020 den Treibhausgasaustoß um 40% zu senken, erreicht Deutschland trotzdem nicht: Die Treibahsugase sind 2019 um 35,7% im Bezug auf das Vergleichsjahr 1990 gesunken. Außerdem sendet die Bundesregierung widdersprĂŒchliche Signale: WĂ€hrend der RĂŒckgang der Kohleverstromung ein entscheidender Faktor fĂŒr den RĂŒckgang der Treibhausgase war, soll mit DattelnIV dennoch ein neues Kohlekraftwerk ans Netz gehen. Und der Streit um Abstandregelungen bei Windkraftanlagen legt dem Ausbau erneuerbarer Energien Steine in den Weg. Die Treibhausgase in den Bereichen Heizen und Verkehr stiegen 2019 sogar an. Es ist also erfreulich, dass die Treibhausgase sinken, aber es besteht noch viel Handlungsbedarf. Der PrĂ€sident des Umweltbundesamt warnte auch davor, die Folgen der Corona-Krise als zu positiv fĂŒr das Klima zu sehen. Dies sei ein einmaliger Effekt und nach der Krise seien die Emissionen wieder da. Deshalb sollte angeschlagenen Branchen mit klimafreundlichen Konjukturpaketen unter die Arme gegriffen werden. 

📱 Proteste gegen Datteln IV in Zeiten von Corona

Wegen Corona wurden Proteste bei der Hauptversammlung des finnnischen Konzerns Fortum abgesagt -die Protestierenden ĂŒbernehmen Verantwortung. Wir fordern aber auch, dass die Politk Verantwortung in der Klimakrise ĂŒbernimmt. Der finnische Staatskonzern Fortum ist Mehrheitseigner des Kraftwerksbertreiber Uniper, welcher das sehr umstrittene Kohlekraftwerk DattelnIV ans Netz nehmen möchte. Peter Lund, Physikprofessor und Experte fĂŒr Energietechnik an der finnischen Aalto-UniversitĂ€t, unterstĂŒtzt die Forderungen: „Jetzt mit einem neuen Kohlekraftwerk ans Netz zu gehen, wĂŒrde ein ganz schlechtes Signal an LĂ€nder wie Indien oder China schicken, von denen wir ja erwarten, dass sie ihre Emissionen senken und keine neue Kohlekraft bauen.“ Die Umweltschutzorganisation BUND startete eine Peition an die fnnishce Regierng. Fortum, Uniper und die finnische Regierung kann also auch in Zukunft damit rechnen, dass es Gegenwind gegen die PlĂ€ne geben wird.

đŸ‡łđŸ‡± Niederlande fĂŒhren Tempolimit ein

In den Niederlanden ist am 17.03 ein Tempolimit in Kraft getreten. Dort darf nun zwischen sechs Uhrmorgens und 19 Uhr abends nicht schneller als 100 km/h gefahren werden. Grund dafĂŒr waren hohe Stickoxidemissionen, die die vorgegeben EU-Werte ĂŒberschritten. Ein Gericht brachte die Regierung deshalb dazu, die Maßnahmen zu ergreifen, die zu weniger Emissionen und gleichzeitig auch zu weniger Staus fĂŒhren.

đŸ‡°đŸ‡· Klimaproteste in SĂŒdkorea 

Klimaproteste in SĂŒdkorea nehmen Fahrt auf. Bereits im Vorfeld der Klimakonferenz in Madrid hat die Jugendorganisation Youth 4 Climate Aufmerksamkeit erregt und ein GesprĂ€ch mit dem Umweltminister gefĂŒhrt. Weil die Anstrengungen der Regierung aber nicht ausreichend sind, um die Pariser Klimaziele zu erreichen haben Aktivist*innen nun eine Beschwerde beim Verfassungsrecht wegen der Verletzung ihres Grundrechts in einer sauberen Umwelt zu leben eingereicht. Die Aktivistin Kim Do-hyeon geht von guten Erfolgschancen fĂŒr ihre Klage aus.

⚠ OG-Aktion der Woche

Die Ortsgruppe aus Grimma hat sich Gedanken gemacht, wie auch in Zeiten von Corona der Umwelt und unseren Mitmenschen etwas Gutes getan werden kann – ohne physische soziale Kontakte. So riefen sie dazu auf beim Spaziergang oder auf dem Weg zum Einkaufen MĂŒll aufzusammeln – jede Person fĂŒr sich, versteht sich. Zu Bewegung an der frischen Luft, aber alleine und auch entsprechende Vorsichtsmaßnahmen, wie sorgfĂ€ltiges HĂ€ndewaschen rief die Ortsgruppe auf. So haben die Aktiven in Grimma sicherlich zu einer sauberern Natur beigetragen. Wenn auch ihr eine besonders tolle, inspirierende Aktion von Fridays for Future bei euch in der NĂ€he miterlebt habt, die ihr mit uns teilen wollt, schreibt uns gerne eine E-Mail an newsletter@fridaysforfuture.de

🏡 Bleibt gesund zuhause

2 Kommentare zu „Woche 12/2020 Proteste und Corona

  1. Diese Corona Covid-19 o. CoV2 Pandemie (es gab ja noch andere wie SARS und MERS) zeigt uns kristall klar wie das so ist mit der Politik.
    Die Politiker haben durch die „EinflĂŒsterer“ die Macht die sie brauchen um etwas zu bewegen bzw in Gang zu setzen. In diesem Fall sind es die medizinischen Wissenschaftler. Die beispielsweise schon die in Gang gesetzten Abbauaktionen des Gesundheits-Unwesens durch Neoliberale Strömungen – man mĂŒsse alles privatsieren und dem „Markt“ ĂŒberlassen – ist auf ganzer Linie gescheitert. Klein-Britanien und die USA werden klĂ€glich zu Grunde gehen, von wegen Kapitalismus und so …
    Was soll das nun; es zeigt das die Politiker ohne weiteres schnell und effektiv handeln könnten in Sachen Klima, wie sie es 1987 in Sachen Ozon auch schon mal taten, nur, der Mensch ist leider so Vergesslich …

    LG Dieter B.
    Bleibt Gesund

    1. Dieses völlig kranke System saugt die arbeitende Bevölkerung aus und macht einige so reich, dass sie das eine Million mal ganz und gar ĂŒberhaupt niemals nicht verdient haben können! Man kann es nicht realistisch in Worte fassen, wie megakrass da was total schief lĂ€uft! Dazu hat Helmut Schmidt schon vor vielen Jahren gesagt: „Das darf man sich nicht gefallen lassen!“

      Tut man aber. Niemand kann mir das jemals begreiflich machen.

      So wird der Widerling, der großkotzig sein Geld „arbeiten lĂ€sst“ weiterhin unfassbar maßlos belohnt und kann, wenn er will, Korruption und Gewalt weiter ausbauen. Mit Geld kann man eben alles kaufen. Von echter Liebe mal abgesehen, natĂŒrlich.

      Gleichzeitig arbeiten sich unzĂ€hlige Menschen kaputt und bekommen dafĂŒr VIEL zu wenig! Unterdessen verfĂ€llt unsere Infrastruktur, die Schulen sehen teilweise völlig inakzeptabel aus usw. Alles lĂ€ngst bekannt. Bleibt aber trotzdem so.

      Und dann kommt eine Pandemie mit relativ geringer Tödlichkeit und rĂ€cht sich – nein, nicht an denen, die es verdient hĂ€tten. Leid Tragende sind die, die es vorher auch schon in vielfacher Hinsicht waren.

      Das MUSS sich endlich Àndern!!!

      MERS war lĂ€ngst nicht so infektiös wie das aktuelle Pandemie-Virus, aber von den Erkrankten sind fast 35% gestorben. Wehe, wenn mal ein Virus grassiert, das beide gefĂ€hrlichen „StĂ€rken“ verbindet! Wir mĂŒssen aufhören, immer nur kurzfristige Gewinne anzustreben und stattdessen fĂŒr solche Krisen solide vorsorgen! Gesundheit, Bildung, Zusammenhalt, Natur, ein tolles Radwegenetz uvm. mĂŒssen als sehr viel erstrebenswerter gelten als das neueste iPhone. Dann sind wir am Ziel.

      Wer das kapiert, mit dem lĂ€sst sich auch ĂŒber sinnvollen, echten Klimaschutz reden. Vielleicht kann dieser eine unter den Tausenden Politikern mal kurz aufzeigen? 😉

      LG Armin

      Ebenfalls: Bleib gesund!

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