Woche 14/2019 – April, April

Eine turbulente Woche liegt hinter uns – Vivi fasst zusammen, was so passiert ist in dieser Woche.

đŸ€Ș 1. April – Überraschung von Greta

Am 1. April verkĂŒndete Greta Thunberg auf Instagram das Ende ihrer Schulstreiks: “After talking to so many of our leaders I have now realised that they have the climate crisis under control, they understand the emergency and are ready to act. So I’ve now decided to stop striking and go back to school for good. I will no longer school strike on Fridays.”

Nach zwischenzeitiger totaler Verwirrung in den sozialen Medien ergĂ€nzte sie dann: “Edit: APRIL FOOLS DAY!”. NatĂŒrlich nur ein Aprilscherz – wir streiken weiter, bis die Politik wirklich handelt!

🗣 2. April – Kretschmann kritisiert Klimademos

Baden-WĂŒrttembergs grĂŒner MinisterprĂ€sident Kretschmann kritisiert die Klima-Demos. Der moralische Appell sei zwar gerechtfertigt, weil es um unsere Zukunft gehe, jedoch kritisiert er die Proteste wĂ€hrend der Schulzeit. “Ziviler Ungehorsam ist ein symbolischer Akt. Das kann keine Dauerveranstaltung sein.”, so Kretschmann. Die Proteste mĂŒssten frĂŒher oder spĂ€ter ein Ende finde, meint Kretschmann. Weiter sagte er, man mĂŒsse mit Sanktionen rechnen, wenn man Regeln verletzte.

🇬🇧 3. April – “Parents for Future” auch in UK!

Auch im Vereinigten Königreich haben sich jetzt Eltern vereinigt hinter ihre streikenden Kinder gestellt. Sie unterstĂŒtzen das Anliegen der Fridays for Future-Bewegung: “We parents, grandparents, carers, guardians, step-parents, god parents, aunts, uncles and all who support the youth in their demands for a safe, just and clean future, pledge to act now.”

Mehr Infos gibt es auf deren Website: actnowforfuture.org  

đŸ’” 4. April – Rechtshilfe unterstĂŒtzen

Der Direktor eines bayrischen Gymnasiums kĂŒndigte kĂŒrzlich an, Bußgelder fĂŒr SchĂŒler*innen zu verhĂ€ngen, die wĂ€hrend ihrer Schulzeit auf die Straße gehen. Das lassen wir uns nicht gefallen! Fridays for Future sammelt Spendengelder, um SchĂŒler*innen, die durch Bußgelder betroffen sind zu unterstĂŒtzen und zum Beispiel Rechtshilfe anzubieten. Mehr darĂŒber hier.

📈 5. April – Freitag ist Streiktag

In dieser Woche wurden in ĂŒber 70 LĂ€ndern gestreikt. In Deutschland sind ĂŒber 20 000 Teilnehmende in 67 Ortsgruppen fĂŒr eine bessere Umweltpolitik und gegen den Klimawandel auf die Straße gegangen (ĂŒbrigens der Streiktag mit den meisten teilnehmenden Ortsgruppen seit dem 15.03.). Fridays for Future-Deutschland hat in dieser Woche nun auch die Marke von 400 Ortsgruppen geknackt – danke dafĂŒr! 🎉

SchĂŒler*innen erhöhen Druck auf Politik

Wie der Postillon treffend berichtete, werden wir unseren Druck auf die Politik erhöhen und planen nun zusÀtzliche Proteste unter dem Motto Mondays, Tuesdays, Wednesdays und Thursdays for Future. Mehr Infos zum Beispiel unter mondaysforfuture.de. * Zwinkersmiley *

👹‍ 6. April – Es lindnert wieder

Der FDP-Chef Christian Lindner verschĂ€rft seine Kritik an unseren Schulstreiks fĂŒr das Klima. Er sei fassungslos, dass das SchulschwĂ€nzen “heilig gesprochen wird”. Wir sind fassungslos, dass unsere Proteste immer noch nur auf das SchulschwĂ€nzen reduziert werden


Doppelmoralisch will sich die FDP andererseits zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen als “Alternative zu GrĂŒnen” positionieren und  ein “Klima der Innovation” schaffen, nicht eine “AtmosphĂ€re der Angst und Panik”.

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9 Kommentare zu „Woche 14/2019 – April, April

  1. Der Konsum von SĂŒĂŸigkeiten, Eis, Fleisch, Eiern und Milch sollte reduziert oder eingestellt werden. Ökologische Landwirtschaft ist wichtig. Die Menschen sollten sich mehr MĂŒhe geben, dort zu wohnen, wo sie arbeiten. Diese und weitere Maßnahmen fĂŒhren dazu, dass fast alle Privatfahrzeuge (nicht Firmenfahrzeuge) ĂŒberflĂŒssig werden. Es ist sinnvoll, ĂŒberflĂŒssige Dinge (hohe Bevölkerungsdichte, nicht-leistungsgerechte Vermögen, Werbung, LuxusgĂŒter, RĂŒstung usw.) abzuschaffen. 3D-Druck- und Nanotechnologie können ebenfalls zum Umweltschutz beitragen. Die Sabbatzeiten können verlĂ€ngert werden. Das Christentum sollte charismatisch erneuert werden. Mehr dazu auf meiner Internetseite (bitte auf meinen Nick-Namen klicken).

  2. Vergesst die Landwirtschaft nicht. Viele Böden sind tot,bringen nur Ertrag durch KunstdĂŒnger. Ihr mĂŒsst die RĂŒckkehr zu lebendigen Böden schaffen,damit auch Flora und Fauna nicht weiter zu Grunde gehen. Damit liesse sich auch das klima retten. Alles Gute, ich drĂŒcke Euch die Daumen. LG aus dem Harz. Silke

  3. Ich finde es sehr gut das ihr als Jugendliche fĂŒr das Sensibele Tema wie Klimaschutz auf die Straße geht !
    Wen es zu meiner Schulzeit solche Aktionen gegeben hÀtte ,hÀtte ich mich genauso angaschirt !
    Aber leider bin ich damals warscheinlich in den falschen Land aufgewachsen (DDR),also es war uns damals nicht möglich !Ich finde die Schulstreigs richtig weil Arbeitnemer auch wĂ€hrent der Arbeitszeit Streigen und dort nimant fragen oder sagen tut ihr dĂŒrft das nicht ! Weil die Arbeiter haben auch gegenĂŒber den Arbeigebern eine arbeitsflicht !Da ich sehr Naturverbunden bin ,bin ich natĂŒrlich fĂŒr ein beseres Kliema und fĂŒr eine saubere Umwelt !Damit mann noch lange in Wald wandern kann ! Oder in den Alpen auf ein hohen Berg die Freiheit genießen kann ! Wie kann mann euch unterstĂŒtzen ?LG Heiko (Mitglied in DAV )

  4. Liebe Streikende!
    Als Schulleiter einer Grund- und Mittelschule in Bayern unterstĂŒtze ich Streiks auch wĂ€hrend der Schulzeit grundsĂ€tzlich; die Entscheidung dafĂŒr habe ich mir nicht leicht gemacht: https://paedagokick.de/2019/03/02/sichtweisen-45-streikt-doch-in-eurer-freizeit/.
    Nun habe ich natĂŒrlich auch mitbekommen, dass ihr eure Forderungen vorgetragen habt; die Berechtigung fĂŒr die einzelnen Punkte liegt fĂŒr mich in der Stellungnahme der 23 000 Wissenschaftler (und in dem, was man eh bereits beobachten kann/muss). Damit ist das ausreichend fundiert.
    Was mir fehlt, ist eine Selbstverpflichtung der folgenden Art: „Wir Jugendliche achten in unserem Alltag auf eine klimafreundliche Lebensweise…“. Ist das so selbstverstĂ€ndlich, dass es keinen Satz wert war? Oder so umstritten, dass es nicht formuliert werden konnte?
    Wenn mich SchĂŒler/innen fragen, ob ich ihnen eine Teilnahme an einem Streik erlaube, dann frage ich sie auch nach ihrer Lebensweise: „Ist es fĂŒr dich selbstverstĂ€ndlich, jedes Jahr eine oder zwei Flugreisen zu unternehmen? Erwartest du, dass dich Mama und Papa mehrmals pro Woche zum Sport oder zu Freunden kutschieren? Fahren deine Eltern ein zu großes Auto, und hast du das schon angesprochen?“ Und so weiter.
    Wenn ihr eure Forderungen nur an die anderen richtet, in diesem Fall ausschließlich an die politisch Verantwortlichen / an die Regierungen, dann kann euch leicht vorgeworfen werden, dass ihr das selbst nicht lebt, was ihr von anderen erwartet (also Wasser predigt und Wein sauft).
    Und noch ein Wort zu Herrn Lindner: Mir ist es unbegreiflich, dass ĂŒberhaupt irgendjemand Wert auf das legt, was er sagt. Ihr solltet das am besten ignorieren, oder mit dem Hinweis kontern, er solle das doch besser den Profis ĂŒberlassen (in diesem Fall uns Schulleitern)…
    Herzliche GrĂŒĂŸe

    1. Sehr guter Kommentar! Jeder muss auch bei sich selbst anfangen, sonst wird es schnell unglaubwĂŒrdig! Das sollte mehr in den Vordergrund gestellt werden. Ich glaube aber, dass den allermeisten ihr eigener CO2 – Fußabdruck bewusst ist.

  5. Liebe Future-Demonstranten,
    Ihr beweist schon einige Zeit, wie ihr wirksam die Politik bewegt. Klug euer letztes Vorgehen, die Streikbewegung mit einem konkreten Katalog zu verbinden, der sich auf wenige zentrale, aber wirksame Maßnahmen beschrĂ€nkt. Könnte sein, dass ihr es wirklich noch schafft die etablierte Politik in die Pflicht zu nehmen.
    Als Anregung von mir ein zusÀtzlicher Vorschlag, den ich letzten Freitag auf der Frankfurter Demo mit Teilnehmern verschiedenen Alter diskutiert habe, und der durchgÀngig sehr positiv aufgenommen wurde:
    Vielleicht ist es euch möglich, bei Wahlen (von Kommunal bis Europa) einen Kandidatencheck zu etablieren, in dem mit einer Punktebeurteilung die jeweiligen Bewerber vorgestellt werden. Kriterien könnten dafĂŒr sein (immer bezogen auf das Klimathema):
    Abstimmungsverhalten in Vergangenheit
    Beabsichtigtes kĂŒnftiges Abstimmungsverhalten
    Veröffentlichte Verlautbarungen in Interviews, Pressemitteilungen, Talkshows
    Ämterbekleidung fĂŒr VerkehrsausschĂŒsse, Klimagestaltung u. Ă€.
    GlaubwĂŒrdigkeit
    Parteizugehörigkeit
    Evtl. ließen sich in diesem Rahmen sogar persönliche Interviews fĂŒhren oder Statements abgeben.
    Was auf keinen Fall passieren sollte, dass eine Partei unmittelbar auf den Schild gehoben wird, weil dies nur zu spaltenden Auseinandersetzungen fĂŒhren wĂŒrde.
    Wenn ich sehe, mit welchem Aufwand Wahlbewerber an StÀnden oder mit Hausbesuchen mitunter um jede einzelne Stimme kÀmpfen, könnte es gut sein, dass dem oben beschriebenen Verfahren eine betrÀchtliche Relevanz zukÀme.
    Eure sehr gute Organisationsform in Gruppen mit 256 Mitgliedern wĂ€re vorzĂŒglich fĂŒr dieses Unterfangen geeignet, um geeignete Kriterien zu erarbeiten und arbeitsteilig umzusetzen.
    Freundliche GrĂŒĂŸe
    Dietrich Wolff

  6. Hallo ihr tollen jungen Menschen.
    Ich bin schon 55, aber diesen Freitag werde ich bei euch mitlaufen.
    Ich teile mir jetzt ein Auto zu dritt, esse 28 Tage im Monat kein Fleisch mehr, verzichte auf Einweg und minnimiere meinen „Plastikeinkauf“. Jeder Ottonormalo kann durch sein Konsumverhalten etwas tun!
    Die Politiker welche jetzt auf der Schulpflicht rumreiten lenken nur unbeholfen von ihrer Schlechtleistung ab.
    Ihr seid toll, bitte macht weiter, ich bin stolz auf jeden von euch.
    Corinna F.

  7. Liebe Protestler,
    zunĂ€chst meinen Respekt und meine Sympathie, aber macht Euch nichts vor: Die alten SĂ€cke der Politik interessieren Eure Klimaforderungen nicht, den Kretschmanns, Lindners und wie sie alle heißen ist das Klima abolut wumpe. Die interessiert ihr Amt, ihre Wiederwahl, ihr Sitz im Parlament und die damit verbundenen Einnahmen. Streik und Appelle sind gut, um die öffentliche Aufmerksamkeit zu erregen. Wenn ihr aber den Politikern beikommen wollt, dann:
    Macht ihnen klar, dass ihre Zeit gezĂ€hlt ist, dass Ihr ihre Namen und ihre Taten nicht nach 90 Tagen (das sogenannte VolksgedĂ€chtnis) vergessen haben werdet, sondern Ihr Euch ihrer Namen erinnern werdet, wenn Ihr in einigen Jahren an den Wahlurnen steht. Dass Ihr dann nicht nach Parteinamen schauen werdet, sondern nach dem, was fĂŒr Eure Zukunft getan wurde. Das macht Politikern Angst, nicht der drohende ökologische Zusammenbruch unsere Lebensbedingungen. Den erleben jene, die heute an der Macht sind, nicht mehr, daher ist es ihnen wurscht.
    Der oben genannte Vorschlag eines Politkerchecks zur Europawahl wÀre ein guter Anfang.
    Ich wĂŒnsche Euch und uns Alten viel Erfolg in der Umgestaltung der Gesellschaft, denn nur das wird eine wirksame Klimaschutzpolitik ermöglichen. Macht weiter so!

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