Woche 32 und 33/2019 – Bäume pflanzen fürs Klima, Streiks vor der INSM und #AlleFürsKlima

Was passierte vom 05. bis 18.08.? Im neuen Wochenbericht erfährst du alle Geschehnisse aus den zwei Wochen zusammengefasst.

🎉 Streiks gehen weiter
In weiten Teilen Deutschlands fing am Montag die Schule wieder an und am Freitag somit auch das Streiken trotz Unterricht. Damit ist das sogenannte Sommerloch, welches trotz Ferien mit zahlreichen Aktionen und Demonstrationen gefüllt war, nun auch vorbei. 

✈️ Bundestagsabgeordnete fliegen mehr
Anscheinend ist die Botschaft der Klimakrise aber nicht bei allen angekommen, denn viele Bundestagsabgeordnete fliegen im Jahre 2018, verglichen mit dem Jahr 2017 mehr. Inlandsflüge sind aufgrund der hohen CO2-Emissionen hoch umstritten.

🌳 Bäume pflanzen fürs Klima!
Am 03. Oktober, dem Tag der deutschen Einheit, hat Schleswig-Holstein aufgerufen, dass pro Einwohner*in ein Baum gepflanzt wird – im besten Falle also 83 Millionen Bäume! Unterstützt wird die Aktion #Einheitsbuddeln unter anderem auch von dem Cartoonist Ralph Ruthe.

🌳 Hamburg stellt lokale Forderungen
Nachdem schon ein paar Städte eigene lokale Forderungen gestellt haben, hat die Ortsgruppe Hamburg nun auch ihre Forderungen an die Hamburger Politik im Umweltausschuss vorgestellt. Diese kannst du dir hier anschauen.

🚗 Aktivist*innen besetzen Gleis vor VW-Werk
Am Dienstag wurde das VW-Werk fast komplett abgeriegelt; Aktivist*innen hatten nämlich die Zufahrt für einen Zug mit ungefähr 200 Autos blockiert. Mit der Aktion fordern sie eine schnelle Verkehrswende und sprechen sich gegen die Autoindustrie, zu der VW mit sehr großen Teilen gehört, aus.

⛵ Greta auf Segeltour
Am Mittwoch startete Greta ihre Reise nach New York zum UN-Klimagipfel über den Atlantik. Mit an Bord ist ihr Vater Svante Thunberg, Segelprofis und ein Filmemacher, der sie schon eine lange Zeit begleitet. Hier kannst live sehen, wo sich Greta aktuell auf See befindet. Geplant ist ihre Reise für ca. zwei Wochen, je nach Wetterlage.

📣 Streik vor der INSM
Wie jeden Freitag haben auch am 16.08 wieder viele Schüler*innen gestreikt, diesmal unter dem Motto „Wir sind der Tinnitus der INSM“, da diese von der Metall- und Elektroindustrie finanziert wird. Also ein Lobbyverband ist, welcher den CO2-Verbrauch deckeln möchte, jedoch viel zu niedrig angesetzt, um die wirtschaftlichen Interessen weiterhin zu schützen.

🌱 Weltartenschutz-Konferenz
In Genf findet die Weltartenschutz-Konferenz statt. Hierbei geht es um die Frage ob das Handeln bezogen auf gefährdete Pflanzen- und Tierarten verschärft oder gelockert werden soll. Von Umweltschützer*innen und auch Regierungsvertreter*innen wird vor ein einem gefährlichen und Beispiellosen Rückgang der weltweiten Artenvielfalt gewarnt. Hier sollte handeln angesagt sein.

🥳 #AlleFürsKlima
Der Hashtag für den 20.09 heißt #AlleFürsKlima, also teilt diesen fleißig damit der Streik besonders groß wird. Und direkt danach geht es weiter mit Streiken, und zwar eine ganze Woche lang: vom 21.09 bis zum 27.09 findet nämlich die #week4CLIMATE statt. Erkundigt euch gerne auf der Website, ob es in eurer Nähe auch Streiks oder Demonstrationen gibt.

31 Kommentare zu „Woche 32 und 33/2019 – Bäume pflanzen fürs Klima, Streiks vor der INSM und #AlleFürsKlima

  1. Hey Leute,

    Bäume pflanzen fürs Klima!
    Wenn ihr die Suchmaschine „Ecosia.org“ nutzt werden mit jeder Abfrage auch Bäume gepflanzt. Schaut mal rein, wie diese Firma einen Teil ihrer Gewinne verwendet. Wenn alles zutrifft, dann ist das eine ganz neue Möglichkeit, das Kapital einzusetzen.
    Schöne Grüße
    Ludwig

  2. Thirty three yards a Tree.
    (Ein besserer Slogan fällt mir nicht ein). Dazu noch ein graphisches Embleme?

    Öffentliche Plätze müssen wieder zu Oasen werden, die sie einmal waren.
    Schulhöfe, Kreuzungsbereiche, Plätze, Verkehrsinseln, etc.

    Wo sollen die Bäume gepflanzt werden, es gibt ja gar kein Platz mehr in einigen Städten und Gemeinden?

    Ich schlage vor, dass nach einer Entsiegelung der Städte gefordert wird. Alles ist im städtischen Raum und in Gemeinden versiegelt. Wo sollen den dann noch Bäume, Stauden und Gräser wachsen. Alles unter dem Vorbehalt der Verkehrssicherheit, der Vermüllungsvermeidung und der maschinellen Pflege, völlig unnötig. Sicherlich muss die Sicherheit gewährleistet sein, aber es gibt mehr versiegelte Fläche als notwendig.
    Es muss ein Umdenken innerhalb der Betonklotzbehörden stattfinden. Zum Beispiel würde ich mir in Bremen wünschen, dass es eine Verordnung gibt, die erwirkt, dass in einer Strassenlänge von 150 m mindestens 3 Bäume stehen müssen. Das verhindert unnötige Nachbarschaftsstreiterein und das ist einfach Vorgabe. Genauso wie halt Strasselaternen ihren Platz haben und nicht wegdiskutiert werden können.

  3. Es wäre toll, wenn der Newsletter per E-Mail tatsächlcih ein Newsletter wäre (und nicht nur ein Link auf diese Webseite). Dann könnte ich die Nachrichten auch unterwegs lesen.
    Viele Grüße + weiter so!
    Alex

  4. Ich lese gern den FFF-Blog, weil er eine gute Zusammenfassung bietet, was bei FFF deutschlandweit und international gerade passiert. Diese Woche gibt es aber einige sprachliche Fehler, die das Lesen erschweren (z.B. „bei allen angekommen, den“ den → denn; „diese Marktwirtschaft“? → diese Organisation für Marktwirtschaft oder die Abkürzung INSM ausschreiben; „welcher CO2 verbrauch.“ → welcher den CO2-Verbrauch; „Also ein Lobbyverband ist, welcher CO2 verbrauch deckeln möchte, jedoch viel zu niedrig angesetzt, um die wirtschaftlichen Interessen weiterhin zu schützen.“ → besser erklären, das ist ein Bruchstück eines Satzes und für Menschen, die zum ersten Mal was zum Thema lesen, nicht verständlich).

    Wir alle machen Fehler, auch aus Flüchtigkeit, aber gerade deshalb sollten vor Veröffentlichung immer 4 Augen über einen Text schauen. Ich bitte um Korrektur, auch von den anderen, hier nicht als Beispiel genannten Fehlern. Wenn es niemanden gibt, schreibt einfach mir eine Mail und ich helfe gern.

    Was mir inhaltlich aufgefallen ist: „Inlandsflüge sind aufgrund der hohen CO2-Emissionen hoch umstritten.“ Das wird häufig so gesagt, stimmt aber nicht ganz. Flüge über längere Distanzen stoßen natürlich mehr CO2 aus als Kurzstreckenflüge im Inland, weil sie auf der längeren Strecke mehr Treibstoff verbrauchen. Die zwei Gründe für die häufige Kritik an Inlandsflügen sind die folgenden: Zum einen wird eine relativ große CO2-Menge bei Start- und Landung ausgestoßen und somit sind die CO2-Emissionen pro km (!) höher, weil die Anzahl der geflogenen Kilometer bei Kurzstreckenflügen geringer ist als bei Langstreckenflügen. Zum anderen gibt es für kürzere Strecken, gerade im Inland, viele gute Alternativen zum Flugzeug: Der ICE ist oft fast genauso schnell, wenn man die Zeit am Flughafen miteinbezieht, aber das Ticket ist aufgrund der staatlichen Subventionierung von Flügen (u.a. keine Kerosinsteuer) teurer. Auch mit einer Fahrgemeinschaft mit dem Auto zu fahren ist immer noch umweltfreundlicher als Fliegen.
    Fazit: Kritik an Kurzstreckenflügen ist berechtigt (hoher CO2-Ausstoß pro km, gute Alternativen), aber wir dürfen Langstreckenflüge, die einen höheren CO2-Ausstoß pro Flug haben, nicht von der Kritik ausschließen.

  5. Ganz schnell und ohne Aufwand umsetzbar wäre ein generelles Tempolimit von 130. Bringt zwar in der Summe nicht viel, aber immerhin etwas. (Neben viele hundert Verkehrtoten weniger.)

    Wenn heute neue PKW gebaut werden, werden diese 10-12 Jahre fahren und Schadstoffe ausstoßen. Konsequent ist Forderung, den Spritverbrauch für jedes neue Fahrzeug ab sofort zu begrenzen. (Nicht den Flottenverbrauch einer Firmenflotte, weil er nach wie vor Spritfresser zuläßt)

    1. Wie wäre denn ein Tempolimit für Fahrzeuge, die nicht CO2 – neutral sind, oder erstmal befristet für Fahrzeuge ohne direkte CO2 – Emission, z.B. Elektro, Wasserstoff. Wer das Geld hat für den fossilen Kraftstoff, der beim Rasen verheizt wird, hat sicher auch das Geld für eine umweltfreundlichere Technologie. Wer nicht fährt auch jetzt schon oft langsamer, allein wegen der Verbrauchskosten. Zudem wäre das ein Förderprogramm für alternative Antriebe. Wer Rasen will, muss eben Öko fahren. Dann wäre ein Tempolimit keine Einschränkung sondern bekäme eine Lenkungsfunktion, die sogar noch Sinn machen würde. Anders kriegt man auch kein Tempolimit in Deutschland durch. Da sind die Widerstände viel zu groß. Ach und wegen des Gegenarguments der Kontrolle, das geht schon…

      1. E-Autos sind nach meinem Kenntnisstand erst nach ca. 60-80000km selbst bei relativ sauber erzeugtem Strom umweltfreundlicher als herkömmliche Fahrzeuge. Bei meiner Fahrleistung von ca. 6000km jährlich also erst nach frühestens 10 Jahren. Bis dahin sind dann die Batterien auch wieder kaputt und müssten ersetzt werden…. macht aber auf Grund des Alters des Fahrzeuges keinen Sinn also wieder neues E-Auto kaufen. Auch die Entsorgung der Batterien steht noch in den Sternen. Mal abgesehen davon das E-Autos die mit über 130km/Std fahren es eh kaum zur nächsten Ladestation schaffen würden. Da ich einen Kleinwagen fahre der eh kaum über 130 kommt wäre es mir egal wenn es eine Geschwindigkeitsbegrenzung gäbe, aber der Umwelt würde das wohl kaum etwas bringen.

        Das Hauptproblem im Klimaschutz ist meines Erachtens sowieso die explosionsartige Zunahme der Menschheit, solange das nicht in den Griff bekommen wird sind alle Bemühungen zum Klimaschutz eh überholt bevor sie Wirkung zeigen können. Der beste Beitrag zum Klimaschutz ist es daher soweit wie möglich auf Nachwuchs zu verzichten. Leider gibt es noch keine Umweltprämie für kinderlose.

  6. Immer noch vermisse ich eine kritische Betrachtung zur ungeprüften Einführung des 5G in Deutschland. Der CO2- Ausstoß wird enorm erhöht werden durch den riesigen neuen Energie-Verbrauch und das muss doch von Fridays for Future bekämpft werden, wenn Ihr konsequent seid! Die stark erhöhte Strahlenbelastung muss doch auch zum Wiederstand aufrufen? Eine solche Dimension von Umweltbelastung hat es bisher noch nie gegeben!
    Bitte dringend mit dieser Problematik auseinander setzen!

    1. Hallo Günter,
      5G steht momentan nicht so weit oben auf der Prioritätenliste, weil es nicht so schlimm ist, wie bspw. Kohleverstromung. Außerdem fehlt zur Strahlenbelastung noch eine verlässliche wissenschaftliche Grundlage, weswegen sich noch keine abschließenden Urteile ziehen lassen können, anders als beim Klimawandel und dem Ausstoß von CO2.

      1. Kein schönes Gefühl, ein Versuchskaninchen zu sein! Brauchen wir 5G wirklich? Um im Notfall aus einer einsamen Ecke anrufen zu können, würde flächendeckendes GPRS ausreichen. Braucht auch weniger Sendemasten.
        Auf eine höhere Wahrscheinlichkeit, einen Hirntumor zu bekommen, würde ich gerne verzichten. Toll wie die von uns gewählten Politiker das Beste für uns herausholen“!“
        Rücksicht auf Mensch, Natur und Klimawandel sieht anders aus.

        1. Nun, wenn ich auf dem Land leben würde, würde ich mich sehr darüber freuen, in meiner „einsamen Ecke“ arbeiten zu können. Überhaupt – hätten wir auf den Dörfern flächendeckend schnelles Glasfaserinternet oder wenigstens benutbares 4G/5G, würde vielleicht auch die Landflucht ein Ende finden, oder zumindest abnehmen. Klar – momentan reicht auch 4G vollkommen aus, zumindest was Citrix etc. angeht (man kann natürlich nicht Videos von einem Server schneiden), aber da es eben mit der Technologie vorangeht, braucht man auch schnellere und skalierbarere Netzwerke.
          Wenn ich das richtig verstanden habe, läuft in der ersten Phase von 5G erstmal alles über die „konventionellen“ Mikrowellen, die ja seit Jahrzehnten für allerhand Funktechnik benutzt wird. Die Übertragung von 5G auf höhere Frequenzen jenseits von 10 GHz erfolgt erst nach deren Zulassung. Deswegen sehe ich kein akutes Problem, das plötzliche Hirntumore hervorrufen könnte.

  7. Es drängt mich zu sagen, was schon gesagt wurde. Wozu? Steiken? …?
    Alle Politiker sollten das Thema Klimawandel mit oberster Priorität behandeln. Nicht erst ewig lange reden und beraten und nach dem Urlaub festlegen, wann richtig beraten wird. Um dann doch nichts zu tun. Hören wir doch bitte auf die Wissenschaftler und handeln vorsichtshalber schneller und radikaler. Die besten Zeiten sind erst mal vobei. Vielleicht kommen irgendwann bessere.
    Wenn JETZT nichts getan wird, brauchen wir nichts mehr zu tun!

  8. Unser Wirtschaftssystem, die freie Marktwirtschaft, hat uns, dem privilegierten Teil der Menschheit, bisher unbekannten Wohlstand gebracht. Und ebenso hat es uns an den Beginn der größten Naturkatastrophe seit einigen Millionen Jahren geführt. (Klimawandel, Artensterben, Verschmutzung der Meere, Zerstörung der Humusschicht unserer Böden).
    Dieses unser Wirtschaftssystem lässt sich wohl nicht so schnell ändern, wie es notwendig wäre.
    Aber wir könnten verhindern, dass es weiter verstärkt und beschleunigt wird, dass sein Wachstum und die damit verbundene Zerstörungskraft wenigstes etwas abgebremst wird.
    Voraussetzung für unser Wirtschaftssystem ist der Welthandel, denn unser Wirtschaftssystem beruht auf Arbeitsteilung.
    Die verschiedenen Freihandelsabkommen CETA, JEFTA, MERCOSUR sollen den Welthandel nochmal beschleunigen und intensivieren, mit allen Vorteilen (hauptsächlich für Großkonzerne und Investoren) und allen Nachteilen für Klima, Umwelt und den schwächeren Teil der Menschheit.
    Noch hat unsere Regierung die Möglichkeit, Freihandelsabkommen abzulehnen.
    Ist ein solcher Handelsvertrag erst einmal abgeschlossen, ist es für eine Nation, die Mitglied der EU ist, fast unmöglich, wieder auszusteigen. Denn das Abkommen gilt für unbegrenzte Zeit und basiert auf internationalem Recht.
    Die letzte Chance CETA zu verhindern, bietet sich im Herbst, dann werden Bundestag und Bundesrat über die endgültige Ratifizierung von CETA entscheiden.
    Die Grünen, die Freien Wähler und Die Linke haben ihren Wählern versprochen haben, sich gegen CETA stellen. Wenn dann im Bundesrat über CETA abgestimmt wird, können sie Ihren bisherigen und zukünftigen Wählern zeigen, wie viel ihre Wahlversprechen wert sind und wem ihre Loyalität gilt.
    Eine Entscheidung gegen ein Freihandelsabkommen wäre das erst Mal, dass sich eine Regierung zugunsten von Klima, Umwelt und gesamter Menschheit gegen weiteres Wirtschaftswachstum entscheidet.

    1. Auch Mercosur, neben CETA und JEFTA, muss unbedingt verhindert werden. Im Rahmen dieses Freihandelabkommens liefert die Bundesrepublik Autos nach Südamerika und wir bekommen Soja und Fleisch. Dafür wird weiter in großem Stil der Regenwald abgeholzt.
      MERCOSUR darf nicht durch den Bundestag ratifiziert werden.

      Karin Schwalm

    2. Müsste man für jeden Transportkilometer Steuern bezahlen, könnte der nächste Bio-Bauer, günstiger sein, als der Import aus Südafrika, Australien…
      Mehr echte regionale Produkte, die man nicht unnötig durch die Welt transportiert, würden helfen. Wenn man dann noch unkaputtbare reparierbare Produkte anbietet, könnte man auch die hohen Peise bezahlen. Die Müllentsorgung hätte nicht viel Arbeit.
      Welthandel macht vieles billig. Klimakatastrophe inclusive.

    3. Lieber Ernst Hörmann, unser Wirtschaftssystem ist die Marktwirtschaft, unser Gesellschaftssystem ist nicht die freie sondern die soziale Marktwirtschaft. Nur haben das alle in den letzten 40 Jahren vergessen. Sozial schließt auch eine lebenswerte Umwelt ein. Das steht sogar im Grundgesetz. Nur machen tun „wir“ was anderes. Das deutsche Erfolgsmodell nach dem Krieg war eben diese soziale, also in ihren schädlichen Auswirkungen begrenzte Marktwirtschaft. Frag mal im Osten, wie schnell man ein Wirtschaftssystem ändern kann, wenn es nichts taugt. Was wir brauchen ist eine soziale und ökologische Marktwirtschaft. Weil Marktmechanismen genau diese beiden Dinge eben nicht Regeln, braucht es da Rahmenbedingungen.

      1. Hallo Ernst Hörmann, und Jürgen Gutowski…

        Unser System IST der KAPITALISMUS.

        Wie der sich in den verschiedenen Staaten nennt, wie der sich tarnt, ist unterschiedlich, aber irrelevant.
        Die DDR nannte sich ja auch „D Demokratische Republik“, und die CDU/CSU hat „christlich“ in ihren Parteinamen…
        Beides nur so als Beispiel…

        Die „“soziale“ Marktwirtschaft“ ist allerdings eine vorzügliche Tarnung – wenn die dann noch mit einem politischen Konstrukt gepaart ist, für das die Bezeichnung „Demokratie“ vom Volk geglaubt wird…

        Dass das aber nur Tarnung ist, sieht man auch daran, dass die Bezeichnung sozial nicht mit Inhalten gefüllt wird. Und das nicht etwa, wie Jürgen meint, weil die vergessen wurde, sondern das war eben immer nur als TARNUNG gedacht.

        Insofern ist unser System des Kapitalismus allenfalls in der Tat die FREIE, das heißt, komplett von „sozial“ und „ökologisch“ und anderem Unsinn befreite Marktwirtschaft – der dann durch das Etikett „Demokratie“ im Volk die Illusion verschafft wird, von eben diesem Volk mitbestimmt zu werden.

        Ich mein ja nur…
        Auf fundierte andere Meinungen wäre ich gespannt 😉

  9. Hallo, jeden Sonntag gibt es eine wunderbare Sendung um 9:30 im Deutschlandfunk – die man später noch abhören kann. Essay und Diskurs. In der vom letzten Sonntag, 18.8.2019, wurde auch Fridays for Future erwähnt – positiv. Hört mal rein. Es geht um Öffentlichkeit und was Öffentlichkeit war, ist und sein könnte.

    Gudrun Wilhelmy

  10. Mit der Bebauung von städtischen „Brachflächen“ und Stadtgrün, versucht die Politik den Flächenverbrauch zu begrenzen. Statt landwirtschaftlicher Nutzfläche, geht dann städtische Grünfläche verloren. Dann flüchten die Menschen am Wochenende aus der Stadt. Mit dem Auto!
    Überbevölkerung war vor Jahrzehnten mal ein großes Thema. Heute nicht mehr so. Warum? Da wir daß auf die Schnelle nicht auf humane Weise geregelt bekommen, ist der Verzicht auf Autos, Straßen und Parkplätze, Flughäfen, Flächenverbrauch durch Tierfutterproduktion sicher an erster Stelle. Mehr Grün in die Städte, verzichtbarer Asphalt und Beton weg.
    Keine Verdichtung der Bebauung, damit die Menschen mit der Natur in den Städten leben können.

    1. Hallo Sofa-Held, recht hast Du. Aber dazu wäre ein erster Schritt, erstmal den Handel mit Ökopunkten abzuschaffen oder auf sinnvolle Füße zu stellen (Biotopwertverfahren). Schau dazu mal die Report Mainz-Sendung von heute: „Moderner Ablasshandel“. das sagt alles, wenn wir darüber reden, warum es möglich ist, mehr und mehr Flächen zu versiegeln. Übrigens habe ich um die Jahrtausendwende in einem „Entsiegelungsprogramm“ der Stadt Leipzig mitgearbeitet. Das geht schon. Leipzig ist eine der grünsten Städte Deutschlands. Leider ist das auch eingeschlafen, aber was damals gemacht wurde hat bis heute Bestand. Dann gibt es noch vertical gardening uvm. Es geht, wo ein Wille ist.

  11. Hirntumor dauert eine Weile. Aber dann ist’s zu spät.
    Gut dosiertes Internet überall würde mir gefallen. Mehr als 3G habe ich noch nicht „gebraucht“. Den Elektrosensiblen sollte man eine Chance und einen Ort geben können. Etwas weniger Funktechnik hilft ihnen vielleich auch schon(?).
    Wenn wir hier schon nichts einschränken wollen, ….
    – Der eventuelle Hirntumor ist vielleicht unser kleinstes Problem.
    Ich hoffe die Politik trifft schnell, wenigstens erst mal eine(!) große Entscheidung.

    1. Das Problem ist, dass 3G wieder abgebaut wird, einfach, weil es nicht leistungsfähig genug ist. Für ein bisschen surfen oder mal nen 720p-Stream reichts vielleicht, aber sobald die Anforderungen ernsthaft werden, reichen 7,2 bzw 42 MBit/s einfach nicht mehr aus. 5G mit seinen mehreren Gigabits braucht man im Moment zwar noch nicht, aber die Usecases werden garantiert entstehen. Und mit dem „langwelligeren“ 5G besteht aus meiner Sicht kein größeres Problem, als mit 4G oder IEEE 802.11.
      Was übrigens positiv an der Versteigerung von den 5G-Frequenzbändern war, ist die Ausbaupflicht von 4(sic!)G. Es wird erst für eine vernünftige Grundversorgung gesorgt, dann kommt (die auf dem Land sowieso nicht realistische) flächendeckende Versorgung mit 5G.
      Ich kenne keine Elektrosensiblen persönlich, deswegen kann ich zu den Beschwerden nicht viel sagen. Laut Wikipedia (und anhängenden Studien) gibt es keine nachweisbare Elektrosensibilität, zumindest nicht auf physischer Ebene. https://de.wikipedia.org/wiki/Elektrosensibilit%C3%A4t
      Man muss diese Menschen ernst nehmen und ihnen helfen, aber das kann nicht darin resultieren, ein eh schon rückständiges Land weiter abzuhängen. Natürlich ist es wichtig, unerforschtes zu erforschen, aber deswegen muss man nicht gleich eine ganze Technologie stoppen.

  12. Halle Fridays, schaut Euch mal den Report Mainz von heute an, „Moderner Ablasshandel“.
    Da geht es um das Biotopwertverfahren, was neue Flächenversiegelungen ermöglicht. Das wäre ein echtes weiteres Ziel: die Beendigung dieses Unsinns durchzusetzten.

    1. Aus einem Quadradmeter werden viele gemacht. Und dann auch eher auf dem Papier, bzw. digital. Da können wir bestimmt herrlich im digitalen Wald spazieren gehen. – herrliche digitale Waldluft! Ackerflächen bald auch nur noch digital? Digitales Essen macht mich auch nicht satt. Ich digitalisiere mich. – Nein! Ich will echtes Leben. Ich bin ein Teil der Natur. Naturzerstörung zerstört mich.
      Ich wünsche mir einen Paragraph 1, der den gesunden Menschenverstand als Gesetz beinhaltet. Der es verbietet Lebensgrundlagen zu zerstören und Gesetzeslücken auszunutzen. Steuerhinterzieher und Umweltverbrecher können sofort und unkompliziert zur Verantwortung gezogen werden. Ohne andere Gesetze studieren zu müssen. Nur 1 Gesetz für alles!

  13. Bäume pflanzen, demonstrieren, Gleise blockieren… alles schön und gut. Aber so seid Ihr höchstens unbequem und werdet belächelt.

    Was ich von der Partei „Bündniss 90/die Grünen“ erwartet hätte und bitterlich enttäuscht wurde, nämlich gerade die jetzt so dringlichen Themen schon vor Dekaden anzugehen , liegt nun in Eurer Hand.

    Weg vom Mahner hin zum Macher!!

    Bildet eine politische Partei!!

    Nur dann könnt Ihr wirklich etwas Bewegen und womöglich die erste weltweit agierende Partei werden.

  14. Leute, die CO2-Steuer bringt gar nichts. Die großen Umweltzerstörer machen weiter wie bisher und legen die Steuern auf die Endverbraucher um. Dem Klimawandel ist mit den Methoden dieser menschenfeindlichen kapitalistischen Gesellschaftsordnung nicht grundlegend beizukommen.

  15. Immer wieder lese ich die Forderung der Abschaffung des Individualverkehres und Umbau zum ÖPNV.
    Sicher macht es dann Sinn, sich Gedanken über den Mobilitätsbedarf der Menschen zu machen, um danach die richtigen Verkehrsmittel auszuwählen.
    Heute sind die Wohngebiete von den Gewerbegebieten getrennt, selbst die weiterführenden Schulen sind nicht mehr am Wohnort. Damit ergibt sich morgens ein Bedarf zur Arbeit/Schule zu kommen. Zu dieser Zeit ist der Energiebedarf so hoch, das bereits Gaskraftwerke zugeschaltet werden müssen. Mittags/Abends fahren die Leute zurück und nur am Mittag besteht evtl die Chance, regenerative Energie einzusetzen also für den Bedarf der jüngeren Schüler, die noch nicht bis 15:00 in der Schule/Hort bleiben. Für den Mobilitätsbedarf der Menschen steht also aus technischen Gründen kaum regenerativ erzeugter Strom zu Verfügung. Wer also behauptet, das der ÖPNV mit regenerativen Energien oder Energiemix jeglicher Art fährt, argumentiert am Hauptbedarf von Mobilität vorbei.
    Morgens besteht der Bedarf der Menschen also in eine Richtung und Abends in die entgegen gesetzte. Setzen wir also mal einen Bus (oder Straßenbahn) ein. An der Endstation ist der Bus naturgemäß leer und füllt sich nach und nach und kommt voll an Schule/Arbeitsplatz an. Damit ist er im Mittel halb voll. Da zu dieser Zeit kein Bedarf an Mobilität in die Gegenrichtung besteht, muss der Bus also leer zurück fahren, um die nächsten Leute zu holen. Damit ergibt sich zur Hauptverkehrszeit eine Auslastung von ca. 25%. In den anderen (Rand-)Zeiten fährt der Bus fast leer durch die Gegend. Damit ergibt sich die von den Verkehrsunternehmen veröffentlichte Auslastung von unter 20%. Sollte sich ein Mobilitätsbedarf jeweils in Gegenrichtung entwickeln, werden die Menschen sich alleine aus Zeitgründen überlegen, ob sie nicht Wohnungen bzw. Arbeitsplätze tauschen – es macht sicher keinen Spaß unsinnig durch die Gegend zu fahren – egal mit welchem Verkehrsmittel.
    Die Lösung des Problems wäre also, dass das Transportmittel morgens nur die Hintour fährt am Arbeitsplatz/Schule verbleibt und erst abends wieder zurück fährt – gerade so wie es Fahrad und Auto machen. Ein Auto fährt mit einer Mindestauslastung von 20% heute im Schnitt 30%. Die Nutzung von Mitfahrgelegenheiten könnten das drastisch verbessern – dazu fehlt noch die Infrastruktur per Handy-App und wohl auch eine Verbesserung der Versicherungsbedingungen dazu. Schließlich ist es um Klassen einfacher 2 oder 3 Menschen zusammenzubringen, die normaler Weise zur selben Zeit die selbe Strecke fahren, als 20 oder 30 und damit wäre der Bus erst zu 30% ausgelastet!
    Der Bus benötigt für einen Personenkm so aktuell zwischen 35 und 40 Cent PRO PERSON, das ist deutlich teurer, als das einfache oder alte Auto. Der Bus und sogar die Bahn verbrauchen im ÖPNV 3,3l je 100 km PRO PERSON, die Bahn wenn man auf Primärenergie Öl umrechnet (s.o.)
    Ein Bus wiegt ca. 20t und hat eine Achslast von ca 13t auf der Antriebsachse damit belastet er die Straße nach den 4. Potenz Gesetz wie einige tausend Autos. Auch in Punkto Feinstaub wird er kaum besser sein – seine härteren Reifen und Bremsbeläge erzeugen feineren (also giftigeren) Staub und aufgrund der hohen bewegten Massen wohl auch mehr als die leichten PKW. Das Nutzlastverhältnis ist bei kleinen Fahrzeugen besser (Achtung der Fahrer ist im „Leergewicht“ mit 75 kg enthalten!) Eigentlich nicht überraschend – eine Ameise kann ein Vielfaches ihres Körpergewichtes tragen – größere Insekten weniger. Auch beim NOx muss man auf die Einheiten achten. Der Euro VI Bus darf 460 mg/kWh abgeben – der Euro IV Dieselstinker 250 mg/km. Wenn der Dieselstinker also ca. 9 l auf 100 km braucht und mit 1,5 Personen besetzt ist, geben beide Fahrzeuge etwa gleich viel NOx pro Person ab! Damit ergibt sich, dass zumindest der Bus nicht wesentlich umweltfreundlicher als das Auto ist – entgegen der veröffentlichten Meinung.
    Damit stellt sich die Frage was tun?
    1) Mitfahrgelegenheiten im PKW müssen chic sein und öffentlich unterstützt werden.
    2) jeder km der per e-Bike anstelle des Autos gefahren wird, hilft der Umwelt. ÖPNV durch das Fahrad zu ersetzen, macht keinen Sinn, wenn Fahrradfahrer ihr Gefährt mitnehmen oder bei „schlechtem Wetter“ den ÖPNV anstelle des Rades nutzen – dann muss der ÖPNV nämlich immer die Plätze vorhalten, weil bei der Planung des Umlaufes unklar ist, wann schlechtes Wetter sein wird.
    3) für neue Musterzulassungen von Autos in 3-4 Jahren einen absoluten Maximalverbrauch von 2,5- 3 Litern je 100 km vorschreiben bei mindestens 4 Sitzplätzen. Das kann VW/Audi seit 15 Jahren der Prius auch und sogar die großen Plugin-Hybridlimousinen schaffen das jetzt angeblich schon.
    4) Wechsel zu leichten Autos, elektromechanisch angetrieben mit kleiner 50 km Batterie zur Energierückgewinnung und 15 kw Range-Extender, der bei konstanter Last und Drehzahl betrieben wird – dann verbraucht er am wenigsten und lässt sich am besten entgiften – wohl ebenso gut wie ein Großkraftwerk wenn die (Leitungs-&Speicher-) Verluste mit betrachtet werden. Nebenbei erwähnt diese Motoren wären auch gut für BHKWs!
    5) bei der Berechnung der Umweltbelastung des ÖPNV auch die Umwege, die sich aus dem Richtungswechsel beim Umsteigen ergeben. Der Individualverkehr fährt ca. 30% kürzere Wege!
    6) liebe Industrie: entwickelt E-Motor-Generatoren, die auch bei alten Autos das Getriebe ersetzen. Mit einer 50 km Batterie wird dann auch das alte Auto zum Plug-in Hybrid. Erst ab Geschwindigkeiten über 50 km/h wird der Motor zugeschaltet und lädt die Batterie wieder auf. Allein durch den eingesparten Sprit sollte sich die Investition rechnen wie beim LPG-Auto.
    7) Auch Biogas lässt sich komprimieren und dann im Gasauto als Treibstoff nutzen. Warum also in der Biogas Anlage zu Strom machen und dann unter großen Verlusten für die Straßenbahn nutzen? Sofern das überhaupt geht – die Bahn fährt mit Strom bei 16,6 Hz
    8) erst wenn ein Großteil der Autos auf E-Betrieb umgestellt ist, macht Tempo 30 aus ökologischen Gründen in der Stadt Sinn – wer das Auto im Leerlauf bei 30 km/h rollen lässt, verbraucht bereits ca. 6 l /100 km (also schon ohne Antrieb der Räder wer im dritten die Geschwindigkeit hält braucht 9l/100km) bei 50 km/h mit gleichmäßiger Fahrt sind es 4l / 100 km
    9) es macht keinen Sinn die alten Autos aus dem Verkehr zu ziehen – das würde nur denen die es sich leisten können freie Fahrt für freie Bürger bescheren und die enteignen, die sich neue Autos nicht leisten können und nur die, die nicht anders können in den teuren ÖPNV zwingen. Also wieder arm sein ist besonders teuer! Um den dann entstehenden zusätzlichen Verkehr zu bewältigen, werden große Mengen an Resourcen zusätzlich verbraucht.
    10) den ÖPNV zu subventionieren macht keinen Sinn, da der Mobilitätsbedarf nicht wirklich da ist – wir würden also nur Menschen dazu verleiten, unsinnig durch die Gegend zu fahren. Da funktioniert: „der Markt der wird’s schon richten, der Markt der machts schon gut“ – leider nicht – der Markt ändert den tatsächlichen Verkehrsbedarf nicht.
    11) Auch der Wocheneinkauf mit dem Auto gehört zum Mobilitätsbedarf – wenn der Einkauf durch Lieferservices durch die Gegend gefahren wird, fahren die Menschen trotzdem zum Einkaufen und lassen sich die Sachen anschließend liefern – es entsteht also zusätzlicher Verkehr! Wenn die Waren nicht persönlich ausgesucht werden, werden Sie mehrfach hin und her gefahren – also das selbe Problem- Katalog Schuhe oder Kleidung in mehreren Größen bestellt…
    12) Reduktion des Mobilitätsbedarfes: die Agentur für Arbeit und die ALG2 Gesetze muten Arbeitslosen 2 mal 90 Minuten Arbeitsweg zu. Das zwingt sie Arbeitsplätze in großer Entfernung anzunehmen führt also nur zu hohem Mobilitätsbedarf. Die wenigsten Mitarbeiter sind so speziell ausgebildet das die langen Abfahrten wirklich notwendig sind.
    13) bei neuen Arbeitsverträgen und bei Leiharbeit die Fahrtkostenpauschale (2 * 30 Cent / km Arbeitsweg) dem Arbeitgeber als Betriebskosteb aufbürden- die rechnen dann und überlegen, wen sie einstellen…

    1. Mein Favorit bleibt das Fahrrad und die Füße. Mit einem Lasten-E-Bike und ähnlichen Spezialisten geht noch mehr. Warum nicht ein kleines Autochen nach E-Bike-Art bauen. Klein, leicht, sparsam. Accu vielleicht sogar besonders einfach und kostenlos austauschbar.

    2. wow – eine Menge guter Ideen…

      …und doch wohl ein Rechenfehler: „Der Euro VI Bus darf 460 mg/kWh abgeben – der Euro IV Dieselstinker 250 mg/km. Wenn der Dieselstinker also ca. 9 l auf 100 km braucht und mit 1,5 Personen besetzt ist, geben beide Fahrzeuge etwa gleich viel NOx pro Person ab! Damit ergibt sich, dass zumindest der Bus nicht wesentlich umweltfreundlicher als das Auto ist – entgegen der veröffentlichten Meinung.“
      mg/kWh und mg/km (falls nicht eines ein Schreibfehler ist) sind nun nicht direkt vergleichbar – aber wenn ich es richtig verstehe, stimmt deine Rechnung doch wohl nur, wenn im Bus nur EINE Person sitzt, im Auto aber 1,5!?

      Außerdem finde ich deinen komplett unkritischen Umgang mit dem Begriff „Mobilitätsbedarf“ erschreckend für jemanden, der so viel nachgedacht hat: mein persönlicher „Mobilitätsbedarf“ besteht in etwa 50km Fahrtstrecke alle zwei Wochen: EIN Einkauf in der etwa 25km entfernten Stadt! Wenn man das eigene Leben entsprechend plant, ist das alles. Alles andere ist kein „Bedarf“, sondern persönliche Lusterfüllung. Aber eigentlich siehst du ja sogar das, in deinen letzten beiden Punkten. Das könnte man fortsetzen, indem man umgekehrt Fahrtstrecken zur Arbeit von mehr als xx km verhindert. Die Trennung von Industrie-Bereichen und Wohn-Bereichen mag ja noch Sinn machen, damit die Menschen nicht in Lärm und Dreck wohnen müssen. Aber müssen Beamte, die in der Innenstadt arbeiten, in hübschen Vororten wohnen, um die Natur zu genießen – die sie mit täglich 2x 30km Fahrtstrecke zerstören?

      Und zu Mitfahrgemeinschaften: ich kenne selbst mehrere Familien, bei denen es zwei oder mehr Autos gibt, in denen natürlich jeweils nur eine/r fährt – weil die Idioten nicht gemeinsam fahren „können“ – schlimmstenfalls, weil der eine 1/2 Stunde eher losfahren muss, als die andere – und den erwachsenen Sohn kann auch keiner davon mitnehmen, weil der 10km-Umweg ja weitere Minuten der kostbaren Zeit kosten würde…

      So lange „Individualität“ stets höher eingestuft wird, als der Erhalt der Umwelt, wird sich womöglich wirklich nur durch Gesetze etwas ändern lassen – wie z.B., dass nur voll besetzte PKW in der Stadt fahren dürfen (obwohl ich stets hoffe, dass doch mal mehr Menschen das angeblich vorhandene Gehirn auch benutzen)…

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