We are the change!

Es ist ein merkwürdiges Gefühl, dass ich hier gerade sitze und diesen Jahresrückblick verfasse. Das vergangene Jahr ist so schnell vergangen, dass es sich noch gar nicht wie ein ganzes Jahr anfühlt – und das, obwohl so unfassbar viel seit letztem Dezember passiert ist.

Am 14. Dezember 2018 – also heute vor genau einem Jahr, während in Katowice der vorletzte Tag der UN-Klimakonferenz anbrach, haben wir zum ersten Mal in mehreren deutschen Städten gleichzeitig gestreikt. Aus jungen Menschen, die unter dem Motto „Fridays for Future“ streikten, wurde auf einmal Fridays for Future. Es war der Moment, in dem aus einem losen Zusammenschluss junger Menschen aus Orten und Städten, über das ganze Land verstreut, langsam eine Bewegung zu entstehen begann. Es war der Moment, in dem eine einzigartige, außergewöhnliche Geschichte begann. Eine Geschichte voller Hoffnung, und doch auch voller Sorgen.

Dies ist die Geschichte des deutschen „Ablegers“ von Fridays for Future, die Geschichte der globalen Bewegung beginnt bereits im August 2018. Zu Beginn des neuen Schuljahres beschließt die damals 15-jährige Schwedin Greta Thunberg, die Schule zu bestreiken, weil die Klimapolitik der schwedischen Regierung nicht ausreicht, um die globale Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Innerhalb kürzester Zeit geht die Nachricht um die ganze Welt und junge Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern erkennen im Mittel des Schulstreiks eine Chance, ihre Stimme hörbar zu machen. So auch in Deutschland. Als wir anfingen zu streiken, hat niemand von uns damit gerechnet, dass es uns ein Jahr später immer noch geben würde. Niemand von uns hat damit gerechnet, dass es eine so langwierige Angelegenheit werden würde, dass selbst nach einem Jahr wöchentlicher Streiks und 4 bundesweiten Massenprotesten die Politik immer noch beim Klimaschutz blockieren würde. Niemand von uns hatte erwartet, dass wir gegen Lobbyverbände würden ankämpfen müssen und am Ende verlieren würden, obwohl wir das berechtigtere Anliegen haben, nämlich den Wunsch nach einer lebenswerten Zukunft. Eine weitere Erfahrung, die wir machen mussten: Die Klimakrise ist so real und präsent wie kein anderes Thema auf der Welt und dennoch sind die meisten Menschen kaum darüber informiert.

Wir starteten ins Jahr 2019 mit bundesweiten Demonstrationen am 18. Januar, eine Woche später demonstrierten wir mit 10.000 jungen Menschen aus ganz Deutschland in Berlin und überreichten einen Offenen Brief an die Kohlekomission, indem wir den Kohleausstieg bis 2030 forderten. In ihrem Abschlussbericht empfahl die Kohlekomission später den Kohleausstieg bis 2038 – für die Einhaltung des Pariser Klimaschutzabkommens viel zu spät.

Am 1. März demonstrierten wir gemeinsam mit Greta Thunberg und 10.000 jungen Menschen in Hamburg, zwei Woche später streikten wir mit 300.000 Teilnehmer*innen in ganz Deutschland zum ersten Mal global. Am letzten Freitag im März besuchte Greta Berlin, wo sich 25.000 Menschen an der Demonstration beteiligten.

Doch Handlungen seitens der Politik blieben aus. Stattdessen wurden wir belächelt oder die Ernsthaftigkeit unseres Engagements in Frage gestellt. Manche Politiker*innen lobten uns zwar, setzten sich jedoch nicht für konkrete Handlungen ein. Wir stellten fest, dass wir den Erwachsenen scheinbar doch erklären mussten, was zu tun ist und so entschieden wir uns dafür, Forderungen an die Politik zu stellen. Obwohl es eigentlich nicht die Aufgabe junger Menschen sein sollte, die Hausaufgaben der Erwachsenen zu erledigen. Im Rahmen einer Pressekonferenz am 8. April im Berliner Museum für Naturkunde präsentierten wir unsere Forderungen. Nach mehreren Wochen Vorbereitung trafen wir uns vier Tage vor der Pressekonferenz mit einer Gruppe von Aktivist*innen in Berlin für den Planungs-Endspurt. Es war eine spannende Erfahrung, mit einer Gruppe toller Menschen aus ganz Deutschland diese Veranstaltung bis ins letzte Detail durchzuorganisieren und am Morgen des 8.4. waren wir alle unfassbar aufgeregt. Zugleich war es für Viele von uns – wie nicht anders zu erwarten – die erste Pressekonferenz, die wir in unserem Leben organisiert hatten. Das vergangene Jahr hat mich und viele meiner Mitaktivist*innen vor unglaubliche Herausforderungen gestellt und die Erfahrungen haben unser Leben nachhaltig geprägt. Aus mir, aber auch aus vielen anderen jungen Menschen denen ich begegnet bin, haben diese Herausforderungen und Erfahrungen einen völlig neuen Menschen gemacht. In meinem Fall war aus der “grauen Maus”, die sich in der Schule wann immer es möglich war, vor Referaten gedrückt hatte, eine junge, selbstbewusste Frau geworden, die fortan Interviews gab und die Bewegung bei Podiumsdiskussionen und anderen Veranstaltungen vertrat. Viele von uns haben für ihr Engagement in der Bewegung ihr komplettes Leben umgekrempelt – und umgekehrt hat das Engagement unser komplettes Leben umgekrempelt.

Am 24. Mai haben wir zum zweiten Mal global gestreikt, Anlass dafür waren die Europawahlen. Alleine in Deutschland waren wir 320.000 Menschen auf den Straßen, Umfragen vor der Europawahl zeigten deutlich: für den Großteil der deutschen Wähler*innen war die Klimakrise das ausschlaggebende Thema bei der Wahlentscheidung. Die europaweiten Demonstrationen, aber auch die Demonstrationen in den anderen Ländern außerhalb der Europäischen Union waren ein klares Signal an Brüssel: die EU spielt bei der Verhinderung der Klimakrise eine entscheidende Rolle, als drittgrößter CO2-Emittent weltweit, als Verbund westlicher Industrienationen aber auch als internationales Vorbild. Ob dieses Europaparlament jener Verantwortung gerecht werden wird, wird sich erst noch zeigen. Mit dem Green Deal zeichnet sich immerhin ein Anfang ab, der jedoch in vielerlei Hinsicht noch verbesserungswürdig ist. Es wäre peinlich, wenn sich Europa nicht an ein Klimaschutzabkommen halten würde, welches in einer europäischen Hauptstadt 2015 von allen 196 Ländern der Welt unterzeichnet wurde.

Im Juni sind die meisten von uns nach Aachen gefahren. Zwei Tage hintereinander haben wir in unmittelbarer Nähe zum rheinischen Braunkohlerevier demonstriert: zuerst am Freitag mit 40.000 Menschen in der Innenstadt von Aachen, dann am Samstag gemeinsam mit anderen Klimabewegungen und Umweltverbänden entlang des Tagebaus Garzweiler.

Ende Juli haben wir uns in Dortmund beim Sommerkongress getroffen, viele neue Menschen kennengelernt, neue Freundschaften geknüpft, in spannenden Workshops und Veranstaltungen neues dazugelernt und Ideen für die Zukunft entwickelt. Viele Menschen, die bereits seit Monaten zusammenarbeiteten oder regelmäßig miteinander telefonierten, haben sich in Aachen oder Dortmund zum ersten Mal persönlich getroffen. Die Vorfreude war entsprechend groß, es wurde viele gelacht aber auch die eine oder andere Träne ist gefloßen.

Keine zwei Monate später haben wir zum dritten Mal global gestreikt: Am 20. September sind wir unter dem Motto „Alle fürs Klima“ mit 1,4 Millionen Menschen in ganz Deutschland auf die Straße gegangen. Währenddessen präsentierte die Bundesregierung in Berlin ein vollkommen unzulängliches Klimapaket und erntet dafür haufenweise Kritik seitens der Wissenschaft aber auch seitens der Zivilgesellschaft. Klimaschutzmaßnahmen, die nicht über den Placeboeffekt hinauswirken und zusätzlich auch noch die soziale Ungerechtigkeit verschärfen. Es fühlte sich an wie ein Schlag ins Gesicht. All die Demonstrationen, monatelange harte Arbeit… Und jetzt? War all das umsonst gewesen? Als Reaktion auf das Klimapaket verfassten wir einen Offenen Brief an die Bundesregierung, indem wir die Überarbeitung des Klimapakets forderten.

Unter dem Motto „Neustart Klima“ gingen wir auch am 29.11. auf die Straße. Am vierten globalen Klimastreik beteiligten sich deutschlandweit 630.000 Menschen. Thema des vierten globalen Klimastreiks war der 25. UN-Klimagipfel in Madrid, der auf Grund festgefahrener Verhandlungen in verschiedenen Themenfeldern verlängert werden musste und möglicherweise noch weiter verlängert werden wird.

Und während die Politik noch weit davon entfernt ist, konsequenten Klimaschutz zu betreiben, gehen wir schon wieder auf die Straße. Machen uns Gedanken über neue Aktionen, fragen uns, warum die Politik es offensichtlich nicht versteht. Und gleichzeitig blicken wir zurück auf 12 außergewöhnliche Monate, 52 Wochen Schulstreik bei Sonne, Wind, Regen und Minustemperaturen. Auf vier Großdemonstrationen, hunderttausende Menschen, die voller Hoffnung gemeinsam für eine lebenswerte Zukunft ohne Klimakrise auf die Straße gingen. Wir blicken zurück auf ein Jahr demokratische Partizipation in völlig neuer Dimension. Wir sind eine globale Generation, verbunden durch einen gemeinsamen Wunsch, der keine Landesgrenzen kennt und alle Menschen dieser Welt betrifft.

We are the Change! Und wie wir mittlerweile alle wissen: Change is coming – whether you like it or not!

14 Kommentare zu „We are the change!

  1. Allerliebsten Dank an FFF als Ganzes für dieses wundervoll anstrengende und unglaublich wichtige Jahr, in dem wir viel erreicht haben, auch wenn die Gesetze das noch nicht widerspiegeln.

    Im März auf meiner allerersten FFF-Demo nach 30 Jahren sagte ich: „Ich gebe nicht auf, solange ihr weitermacht.“ Und dass ihr streikt bis Politik, Wirtschaft und Gesellschaft handeln, haben nun wirklich alle begriffen!

    Für 2020 bin ich gespannt auf neue, noch wirkungsvollere Aktionsformen und das Erreichen neuer Zielgruppen. Letzteres liegt mir besonders am Herzen. Denn die Schwächsten in unserer Gesellschaft sollten aufgrund ihres ohnehin geringen CO2-Fußabdrucks von einer sozial-ökologischen Wende am meisten profitieren.

    WIR. IHR. WIR ALLE. MEHR KLIMASCHUTZ. JETZT!

  2. Schöner Rückblick, Nele!

    Danke für alles!

    Gebt bitte niemals auf! Es gibt noch eine Menge gewaltfreier Mittel, sich für Eure Ziele, die für alle denkenden Menschen Ziele sind, einzusetzen. Ich meine es genau so: Wer ernsthaft so tut, als gäbe es die riesige Bedrohung durch die weltweite Erwärmung nicht, muss ein Problem mit dem Denkvermögen haben!

    Neben der reinen intellektuellen Limitiertheit steht da durchaus auch der Logik zerstörende Egoismus, ebenso wie ein natürlicher Verdrängungsmechanismus. Es hat Menschen in der Evolutionsgeschichte oft sehr geholfen, die Probleme nicht an sich ran zu lassen. Ein wichtiger innerer Schutz, der vor dem Aufgeben und Zusammenbrechen bewahrt hat.

    Bei der globalen Erwärmung aber hilft das absolut gar nicht. Dennoch wünsche ich mir nicht – auch wenn Greta es so formuliert hat – verbreitete Panik, denn sie hilft nicht wirklich. Meine Hoffnung ist, dass die Menschheit der Erwärmung ganz viele kühle Köpfe entgegen setzt, die gute Konzepte entwerfen und zügig umsetzen. Entscheidend ist der Output, nicht die Aufgeregtheit.

    In diesem Sinne sind viele von Euch richtig gute Vorbilder, denn Ihr habt Euch weitgehend auf der Sachebene bewegt und sicher nicht emotional Unfug geredet. Bitte bleibt dieser Linie treu!

    Manchmal ist der Weg weit, aber die Geschichte zeigt, dass Wandel zum Positiven geht. Denken wir nur daran, wie sich das Ansehen von Frauen normalisiert hat, die früher zum Beispiel nicht wählen durften. Ein Ding der Unmöglichkeit, aber es galt als OK. In einer ‚Fibel für angehende Hausfrauen‘ aus den Fünfzigern stand: ‚Wenn Ihr Mann von der Arbeit kommt, bedenken Sie, dass nur wichtig ist, was er zu sagen hat!‘, und es wurden Tipps gegeben, wie man ihn zu umsorgen hat. Unglaublich, aber wahr, und zum Glück längst Geschichte! Als Frauen Fußballvereine gründen wollten, wurde das als ‚Skandal‘ bewertet. Auch diese kranke Haltung gehört der Vergangenheit an – nach sehr langem, zähem Kampf.

    So viel Zeit wie dafür gebraucht wurde, haben wir nicht, aber es gibt zum Glück viele Menschen, die das verstehen. Viele andere brauchen noch Überzeugungs- und Motivationsimpulse. Es lohnt sich, daran zu arbeiten, in aller erster Linie mit guter, fundierter Aufklärungsarbeit.

    ‚Aufgeben is nich!‘. Ihr seid ausgesprochen wertvoll! Und es ist nicht so, als ob sich gar nichts bewegt. Aus NRW ist zu hören, dass ein Minister entlang von Autobahnen und Bahnstrecken Solaranlagen installieren lassen will. Das ergibt fast 13.000 Hektar zusätzliche Fläche dafür. Solarkraft in Verbindung mit Energiespeichern (H2, Druckluft, Wasser-Gefälle, …) ist ein sehr vernünftiger Weg, und dieser Politiker hat das erkannt. Zwei große Stahlunternehmen installieren derweil Wasserstoffanlagen. Es gibt sie, die Mut machenden Schritte. Sie werden zunehmen und sollten der Öffentlichkeit gezeigt werden, denn sie zeigen: Eine bessere Welt ist möglich und macht ebenso Freude wie das sauber Werden unserer Gewässer, an das lange Zeit keiner mehr geglaubt hat!

    Stellen wir Lösungen und realistische Visionen in den Fokus! Machen wir Freude auf eine andere, gute, technisch und sozial faszinierende Zukunft! Das ist der motivierendste Weg für uns Menschen!

    Frohe Weihnachten und guten Rutsch!

    LG Armin

  3. Liebe Nele, ich finde es toll, wie viele junge Leute sich inzwischen aktiv einsetzen gegen die uns alle bedrohende Klimakatastrophe. Mich treibt diese schon lange um, seit einigen Jahren arbeite ich deshalb in der Umweltgewerkschaft mit. Diese solidarisiert sich mit der FfF-Bewegung und arbeitet speziell an der Verbindung der Umwelt- mit der Arbeiterbewegung. Denn letztere kann mit ihren Streiks die Klimaverbrecher direkt in die Zange nehmen. Entweder die Energie- und Autokonzerne machen keinen Gewinn (bei Streik) oder einen kleineren bei Umstellung ihrer Produktion. Kein Manager dieser Firmen würde das freiwillig tun, und kaum ein Politiker traut sich, deren Profite mit Vorschriften zu schmälern. Daher kommen fast nur unverbindliche Erklärungen bei den Klimakonferenzen heraus. Ich wünsche der FfF-Bewegung deshalb ein starkes Rückgrat durch Organisation und eine immer erfolgreichere zielgerichtete Vorgehensweise.

    1. Die Verbindung mit der Arbeiterbewegung ist einer der wichtigsten Schritte überhaupt! Es ist super, wenn Arbeitnehmer erkennen, dass wir alle in einem Boot sitzen und vermeiden müssen, dass es vor die Klippe knallt. Profiteure des ‚Weiter so!‘ versuchen ja gerne, diese Menschen gegen Protestierende aufzubringen, gerne auch mit dummen Sprüchen wie: ‚Noch nichts geleistet, aber rummotzen!‘.

      Ich freue mich über alle ArbeiterInnen, die auf so etwas Billiges und Falsches nicht herein fallen!

      Das Gleiche gilt für die netto rund 6.000 Arbeitsplätze, die am Ende durch die Energiewende in der Kohleindustrie entfallen. Gerade FFF ist sehr daran gelegen, dafür eine sozialverträgliche Lösung zu finden.

      Wo waren denn diejenigen, die diese 6.000 so sehr als ‚Hindernis‘ für wichtige Veränderungen betonen, als im Bereich erneuerbare Energien Zehntausende sang- und klanglos ihren Job verloren haben?

      Daran sieht man, wie falsch und verlogen oft vorgegangen wird, um das ‚Weiter so!‘ zu ‚rechtfertigen‘ und davon abzulenken, dass das Unternehmen oder die Branche wichtige Wandlungen schlicht verpennt oder ignoriert hat, während der Fortschritt anderswo in der Welt längst stattfindet.

      Umso besser, wenn sich ArbeiterInnen als viel zu klug erweisen, solchen Strategen auf den Leim zu gehen!

  4. Endlich eine große gemeinsame Bewegung! Ihr jungen Leute seid toll, noch vor ein paar Jahren dachte ich, nichts würde sich unter euch jungen Menschen tun, völlig desinteressiert an den Vorgängen, was Erwachsene in Politik und Wirtschaft anstellen, obwohl es um eure Zukunft geht. Greta sei Dank wurde es ein weltweiter Aufstand gegen das „Nach uns die Sintflut“. Ihr habt Hilfe von allen Seiten verdient erst recht von den Älteren, zu denen auch ich gehöre. Denn wir waren es alle miteinander, die zu spät begreifen, dass es im materiellen Leben das Kausalgesetz gibt, welches lautet: Ursache und Wirkung, nicht nur im Kleinen sondern auch und erst recht im Großen. Es ist an der Zeit, dass wir umkehren, sonst werden wir ernten, was wir seit langer Zeit gesät haben und weiter säen. Lassen wir uns von niemandem einschüchtern oder von dem weiteren Weg abbringen (wie Frau Obama sagte!) Macht weiter so! Und an uns Ältere gerichtet: Machen wir ein bisschen wieder gut, von dem was wir global durch unsere Ignoranz verbockt haben an unserer Erde, die uns, die Tiere und Pflanzen ernährt. Arbeitet bitte auch mit Greenpeace zusammen, die setzen sich bekanntermaßen ein für sauberes Trinkwasser, gutes Bodenleben, saubere Luft und saubere Meere etc. ein. Bildet Allianzen… Vielen Dank an euch, Dieter Reich

  5. Liebe Nele,
    ich selbst bin schon seit 1975 im Umweltschutz tätig. Schwerpunkt Nichtraucherschutz, ergo Abholzung der Wälder zwecks Tabakanbaues.
    Ich zitiere: Dennoch wünsche ich mir nicht – auch wenn Greta es so formuliert hat – verbreitete Panik, denn sie hilft nicht wirklich. Meine Hoffnung ist, dass die Menschheit der Erwärmung ganz viele kühle Köpfe entgegen setzt, die gute Konzepte entwerfen und zügig umsetzen. Entscheidend ist der Output, nicht die Aufgeregtheit.

    Dazu habe ich in gut 50 Jahren die Erfahrung gemacht, dass es durchaus nicht verkehrt ist, den stumpfen Geist erst einmal „auf zu regen“. Panik hält sich ohnehin nie lange. Sonst wäre der Mensch ja auch nicht so viele Risiken eingegangen. Schon eine Volksweisheit sagt: „Not macht erfinderisch“, sprich: regt zum Nachdenken an. GENAU DAS ist aber Voraussetzung: Im Oberstübchen muss sich erst was regen um es aber dann, ja, richtig, in geordnete Bahnen zu lenken. Läuft alles bequem und prima, also ruhig, hören sehr viele Menschen nämlich auf zu denken. Oder fangen erst gar nicht damit an, wenn das Nest eh schon warm ist. Ich habe damit, Leute „aufzuregen“, im Nichtraucherschutz große Erfolge eingefahren. Solange ANDERE den Schaden haben, bleiben die Täter gelassen. Also habe ich ihnen Ihre Missetaten vor Augen geführt. Und was haben sie sich aufgeregt. Doch später haben sie auch nachgedacht. Was sonst nie passiert wäre. Ich kann das genauso behaupten, weil mir jahrzehntelange Beobachtungen und Erfahrungen genau DAS immer und immer wieder bestätigt haben. Gegenteiliges stellte eine verschwindende, kaum messbare Ausnahme dar.
    Aus diesem Grund gibt es ja auch den Aufreger der frei-täglichen „Schulschwänzereien“ oder nicht? NUR und NUR dadurch hat sich doch erst etwas aufgeregt. Immerhin. Und selbst wenn: Was soll Panik noch kaputtmachen? Kopflos hat meine und meiner Väter Generation doch ohnehin schon die Zukunft unserer Kinder an den Abgrund gefahren. Würden diese Umweltferkel sich in Panik doch nur alleine und selbst diesen hinunterstürzen. Wiegelt nicht auch noch selbst ab! Greta hat recht.

  6. Hallo zusammen,

    danke für diesen interessanten Jahresrückblick und Euer tolles und unersetzbares Engagement.

    Allein die aktuellen Buschbrände in Australien, die durch eine nie dagewesene Trockenheit von MEHREREN JAHREN (!!!!!) – in Deutschland nicht vorstellbar – und eine Rekordhitze von über 48 Grad Celsius ausgelöst wurden und weiter angefacht werden, zeigen, wie wichtig es ist, jetzt zu handeln!

    Ich für meinen Teil werde mich, sobald es meine Zeit zulässt, ebenfalls stärker engagieren, da die bisherigen Maßnahmen mitnichten ausreichen.

    In diesem Sinne mit klimafreundlichen Grüßen, Oliver

    1. ‚in Deutschland nicht vorstellbar‘ lässt sich leider nicht mit Gewissheit sagen.

      Erfahrungsbasiert stimmt das, kein Zweifel, und wir sind in der ‚gemäßigten Zone‘. Auch sind die Meere (als Lieferanten von Feuchtigkeit) nie weit weg, egal wo man in Deutschland ist.

      Aber: Wie wenig das nützen kann, zeigt die Tatsache, dass die heftig von Bränden betroffenen Gebiete Australiens zumindest in einer oder zwei Richtungen nah am Meer liegen, teilweise direkt an der Küste. Wirklich wichtig für anhaltende Dürren sind nämlich die Strömungsmuster der Atmosphäre.

      Ist es nahe der Pole ausgedehnt kalt, strebt die Natur nach Ausgleich. Für uns heißt das: Neigung zu starker Westwindlage und Regengebieten. Dieses Ausgleichssystem ist durch die erfolgte Erwärmung schon jetzt empfindlich gestört. Daher bleiben Wetterlagen gerne lange (nahezu) ortsfest. Die ‚Wegschiebimpulse‘ aus Westen sind schwach geworden.

      Richtig dicke kann es kommen, wenn sich eine ‚Omega-Hochlage‘ aufbaut. Analog zu dem griechischen Buchstaben läuft die Strömung dann in einer Weise um den Hochkern herum, der das Hoch sehr lange fixieren kann. Erstmals dramatisch haben wir das im Sommer 2003 gemerkt, der immerhin der heißeste seit 1540 war.

      Solche Lagen sind deutlich wahrscheinlicher geworden. Mit sehr viel Pech ist es sogar denkbar, dass sie mal jahrelang fortbestehen oder immer wieder aufgebaut werden und lange bleiben. Ergebnis: Viel zu wenig Regen – oder nie da gewesene Dürre. Sogar das Austrocknen großer Flüsse ist dann trotz Regulierung nicht mehr ausgeschlossen, erst recht, wenn es keine Gletscher mehr gibt, die im Sommer eine Grundversorgung leisten. Gletscher dienen ja nicht nur der Optik … .

      Drücken wir die Daumen, dass uns das erspart bleibt!

      LG Armin

  7. Ihr stellt Siemens an den Pranger weil sie die Signaltechnik für die neuen Minen in Australien liefern. Was ist mit Thyssen-Krupp, die die größten Bagger der Welt für die Mine liefern?
    Gruß Rudolf

  8. FRIDAYS FOR FUTURE ist eine fantastische Bewegung, eine Bewegung, die Hoffnung in unsere Welt bringt ☀ Auch, weil sie nicht wie in der Vergangenheit oft `ideologisch` daherkommt, sondern – ich nenne es mal — ur`menschlich`: Wir alle sind Menschen, wir alle teilen uns diesen Planeten, gemeinsam mit allen anderen Wesen, die auf ihm leben, er ist unser aller Zuhause. Wir wollen nicht, dass dieses unser Zuhause zerstört wird. Wir wollen es erhalten – für ein gutes Leben für Uns Alle. Darum kann sich auch grundsätzlich Jede*r beteiligen, der/die so fühlt, so empfindet. Ich bin heute auf ein Buch gestoßen, das mich angesprochen hat, auch – weil es für mein Empfinden tiefer schaut .. dazu einläd, dazu auffordert tiefer zu schauen: „KLIMA – Eine neue Perspektive“ von Charles Eisenstein. Ich möchte einfach mal darauf aufmerksam machen, es an`s Herz legen, Folker. ✎ ps.: hier dazu ein Link: https://www.europa-verlag.com/Buecher/6525/Klima.html

  9. Das vergangene Jahr hat viele Menschen aufgerüttelt.
    Es war viel los auf den Strassen, in Kohlegruben und den Megaevents.
    In den a-sozialen Medien geht’s hoch her.
    Es ist wie in/seit der Antike, der Bote der ’ne schlimme Botschaft überbringt wird hingerichtet.
    Der Bote ist aber nicht für seine Botschaft verantwortlich, trotzdem wird er erschlagen.
    Was ist da Heute anders als früher, das Internet, hier kann sich jeder auskotzen wie er will, unter dem Deckmäntelchen der Anonymität und der sogenannten „Meinungsfreiheit“, Leute die sich für ’ne gute Sache einsetzen (mental) fertig zu machen.
    Da braucht es schon ein besonders dickes Fell um diese Hiebe wegzustecken.
    Keine Argumente in der Sache, aber dafür dann auf die Leute einprügeln, ich vermute daß es dabei gar nicht um die Sache geht, sondern um die Ferngesteuerten selbst, die gar nicht wissen worum es überhaupt geht, daß auch sie insgeheim Angst vor DER Klimakatastrophe haben, und deshalb ihrem Unmut so hemmungslos freien lauf lassen. Mag sein daß das nicht bei jederman Anklang findet aber diese unterdurchschnittlichen IQs haben auch ein Recht aufgeklärt zu werden denn auch sie haben ein Recht auf Leben.
    Genug gesäuselt.

    Falls ihr noch ein paar Ideen braucht; wer kennt noch Flashmop?
    Wäre ne Idee, um mal kurz einen Strassenzug zu blockieren
    1 Transparent mit „3 Minuten Nachdenken für’s Klima“, gehalten von 2 Leuten und die anderen 20 – 100 machen ein Tänzchen mit Musik für die Zeit auf der Strasse hinter dem Transparent, geht auch für kleinere Kreuzungen, aber nie länger als 3 Minuten. Eine Ampelphase mehr zu warten lassen sich die Leute vielleicht noch gefallen aber nicht mehr. Ihr wollt ja nicht Blockieren sondern nur Aufmerksam machen, und so schnell ist die Polizei dann auch nicht da, ausserdem ist das was spontanes und soetwas bedarf keiner Genemigung, GG Art 8 !
    Das geht auch vor irgendwelchen Werkstoren, aber nie das Grundstück betreten (das wäre Hausfriedensbruch), immer schön auf öffentlichen Grund bleiben, so kann euch sogut wie nix passieren.
    Das geht auch ohne Freitag, und das geht zu jeder Tages- und Nachtzeit.
    Und für den Fall daß es doch mal Krawall geben sollte Aufnahmen machen von innen und aussen um zu belegen daß ihr friedlich ward.

    Ach ja, ich ziehe meinen Hut bis zum Boden vor Luisa Neubauer und Nick Heubeck, die Siemens-Aktion war ein unheimlich geschickter Zug, Joe Kaeser steht jetzt im Schach ein falscher Zug und er ist Matt. Was bei RWE nocht nicht viel bewirkt hat, hat diesmal sehr viel mehr bzw größere Konsequenzen.
    Und wenn sich Luisa wirklich mit dem Aktienrecht auskennt, dann kann sie die Aktionäre auch an ihre Verantwortung erinnern.
    Und genauso kann und muß es weitergehen. Mit vielen kleinen nervigen Aktionen und die großen Räder drehen gleichzeitig, aus vielen Ecken, in jeder Stadt oder Städtchen sogar in Dörfern …

    Ich hab euch in mein Herz geschlossen
    Dieter B.

  10. Habe gerade erst den Rückblick überflogen und bin am Slogan „…wether you like it or not“
    hängen geblieben. Inhaltlich bin ich ganz bei Euch. Nur wäre „…whether…“ besser, wg. Rechtschreibung…

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